Es ist das absolute Spitzenspiel. Das Duell Erster gegen Zweiter. Der Kampf der beiden Mannschaften, die den Meistertitel unter sich ausmachen werden. Dieses Mal wirklich. Ohne Alleingang eines Teams. Es ist das Duell zwischen Basel und Bern. Zwischen Meister und Tabellenführer. Und auch wenn es erst der 14. Spieltag in der Super League ist: Es ist einer mit vorentscheidendem Charakter. 

Der FC Basel liegt aktuell sieben Punkte hinter den Berner Young Boys zurück. Die Rechenspiele sind einfach: Gewinnt der FCB, hat er nur noch vier Punkte Rückstand und ist in Schlagdistanz. Verliert der FCB, steigt der Rückstand auf zehn Punkte an. Die Basler könnten aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden. Eine ungewohnte Situation für den Serienmeister der letzten Jahre. 

«Natürlich sind wir uns alle der Punktesituation bewusst», sagt Raphael Wicky. Und so simpel die Rechenspiele, so simpel die Ausgangslage, die der FCB-Trainer wie folgt schildert: «Wir wollen am Sonntagabend nur noch vier Punkte hinter YB liegen. Das ist der Wunsch, im Wissen, das YB genau das Gegenteil will.»

Mentale Erholung im Fokus

Diese ganzen Gedankenspielchen auszublenden, sei natürlich schwer. Er könne nicht sagen, ob es tatsächlich jemanden gebe, der noch nicht darüber nachgedacht habe. Man müsse sich aber einfach auf etwas besinnen: «Wir haben die Fähigkeiten, zu gewinnen.»

Ganz einfach ist das Unterfangen jedoch nicht. Der FCB musste nach der verpassten Riesenchance vom Dienstag Wunden lecken, sich «mental erholen» wie Wicky es nennt. Deshalb wurde der Mannschaft am Donnerstag auch ein freier Tag zugestanden. «Sie sollten ihren Kopf lüften, mal nicht herkommen müssen. Das ist extrem wichtig gewesen.»

Am Freitag wurde das Training wieder aufgenommen und der Fokus vollends auf YB gelegt. Das erste Spiel gegen die Berner hat der der FCB mit 0:2 verloren. Es war das Startspiel der neuen Saison. Lehren daraus zu ziehen, sei schwer. «Es ist schon relativ lange her. Fast zu lange. Das Spiel des Gegners aber hat sich trotzdem nicht verändert.» Und in diesem Punkt attestiert Wicky YB viel Potential. «Sie haben, systemunabhängig, ihre Prinzipien. Und das machen sie sehr gut. Vor allem ihr vertikales Spiel und die schnellen Konter müssen wir in den Griff bekommen.»

Konstanz beibehalten 

Man wolle aber mitnichten nur reagieren, sondern auch agieren. Dort wünscht sich Wicky wie zuletzt viel Bewegung und viel Ballbesitz, aus dem Chancen herausgespielt werden sollen. «Wir haben bis jetzt einen sehr guten Monat gehabt seit der letzten Natipause. Zuvor hatten wir im September eine Phase, in der wir zu viele Punkte verloren haben.» Diese Phase sei auch die Basis des Sieben-Punkte-Vorsprungs der Berner. «Im Oktober haben wir aber eine Konstanz gefunden. Die wollen wir beibehalten.»

Vor allem auch, weil YB eine «extreme Konstanz» drin habe. «Aber wir wissen auch, dass jeder Match ein Kampf ist.» Einer, in dem es viel zu gewinnen, aber auch schon ganz viel zu verlieren gibt.