Super League
Ein souveräner YB-Sieg mit dem Meisterteam

Die Young Boys starten mit einem 2:0-Heimsieg über die Grasshoppers in die neue Super League Saison. Der Jäger FC Basel verliert hingegen sein Auftaktspiel. Ein erster Schritt für YB in Richtung Titelverteidigung.

Markus Brütsch
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YB - GC, 1. Spieltag Super League 2018/19
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YBs Miralem Sulejmani links, erzielt ein Tor neben Grasshopper Nedim Bajrami und Grasshopper Goalie Heinz Lindner.
YBs Nicolas Moumi Ngamaleu, verdeckt, feiert sein Tor zum 2:0.
Cheftrainer Gerry Seoane gewinnt sein erstes Spiel mit den Young Boys.
Auch YB Goalie David von Ballmoos freut sich.

YB - GC, 1. Spieltag Super League 2018/19

Keystone

Die Young Boys haben in der Super League die neue Saison so begonnen, wie sie die vergangene beendet hatten: mit einem Sieg gegen die Grasshoppers (2:0). Das Spiel eins nach dem Titelgewinn war allerdings eine zähe Angelegenheit und beinhaltete zwei Schlüsselszenen innerhalb von sechs Minuten. Im Mittelpunkt stand dabei Schiedsrichter Alain Bieri, der einmal falsch und einmal richtig entschied.

Fünf Minuten nach der Pause war die GC-Neuverpflichtung Raphael Holzhauser in den Berner Strafraum eingedrungen und dort von Gregory Wüthrich eindeutig gefoult worden. «Ein klarer Penalty», sagte der Zürcher Trainer Thorsten Fink.

«Gäbe es in der Super League den Videobeweis, hätte es selbstverständlich einen Penalty gegeben», gab YB-Trainer Gerardo Seoane zu. Hatte Holzhauser schon während des Spiels nicht verstanden, weshalb Bieri nicht gepfiffen hatte, so war das natürlich auch hinterher nicht anders. «Ja klar war das ein Penalty. Wären wir zu jenem Zeitpunkt in Führung gegangen, hätte das Spiel einen anderen Ausgang gehabt», war sich Holzhauser sicher.

Richtiger Platzverweis

Nur sechs Minuten nach der Penaltyszene hatten die Gäste den zweiten Tiefschlag hinnehmen müssen. Dieser war noch gravierender, weil GC die letzten 35 Minuten in Unterzahl bestreiten musste. Der bereits verwarnte Aussenverteidiger Souleyman Doumbia hatte sich gegen Kevin Mbabu nur mit einem Foul zu helfen gewusst und war von Bieri mit der gelb-roten Karte unter die Dusche geschickt worden.

Keiner der Zürcher stellte in diesem Fall den Entscheid infrage. Beide Verwarnungen waren berechtigt. «Dieser Platzverweis hat das Spiel entschieden», sagte der vorzügliche GC-Keeper Heinz Lindner. «Wir haben jedoch im Vergleich zur vergangenen Saison eine ganz andere GC-Mannschaft gesehen.»

Eine Einschätzung, die zu teilen ist. Fink sprach vielleicht etwas gar euphorisch von einer «hervorragenden Leistung während 60 Minuten», aber vielversprechend war das von seinem Team Gezeigte allemal.

Das Derby am kommenden Samstag gegen den FCZ wird dann noch mehr Aufschluss geben, was von diesem GC in dieser Spielzeit erwartet werden darf. Interessant: Der von Murat Yakin im vergangenen Winter ausgemusterte Runar Sigurjonsson wurde zum neuen Captain bestimmt.

Seoane setzt auf Bewährtes

Bei YB dagegen ist klar, wozu die Mannschaft fähig ist. Zumindest, solange sie nicht den einen oder anderen Stammspieler durch einen Transfer verliert. Beim Debüt des neuen Trainers stand mit einer Ausnahme das komplette Meisterteam auf dem Platz.

Nur Kasim Nuhu, dessen Abschied zu Hoffenheim bevorsteht, figurierte nicht im Aufgebot und wurde durch Wüthrich ersetzt. Seoane war schlau genug, auf Bewährtes zu setzen und nicht zu glauben, er müsse gleich mal ein Zeichen setzen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. So liess er weiter mit zwei Stürmern spielen.

Seine Mannschaft leistete sich vor der Pause zu viele Ballverluste und insgesamt lief das Spiel an Stürmer Guillaume Hoarau vorbei. Christian Fassnacht fiel vor allem durch vergebene Grosschancen auf, doch in Überzahl machte es YB nicht schlecht. Eine Augenweide war Sekou Sanogos gechipter Pass auf Miralem Sulejmani, der zum 1:0 traf (69.).

Moumi Ngamaleu machte vier Minuten vor Schluss dann den Sack zu. «Es war ein Spiel auf des Messers Schneide», sagte Seoane. «Ich bin natürlich zufrieden, meinen Einstand bei YB mit einem Sieg zu feiern.»