Europa League

Ein 1:1 zu wenig: Die Young Boys verpassen den Coup in Glasgow

Verregnet und einsam: David von Ballmoos und die Young Boys scheiden in der Gruppenphase der Europa League aus

Verregnet und einsam: David von Ballmoos und die Young Boys scheiden in der Gruppenphase der Europa League aus

YB spielt nach der Winterpause nicht mehr europäisch. Der Schweizer Meister ringt den Glasgow Rangers im letzten Gruppenspiel der Europa League ein 1:1 ab, verpasst den benötigten Sieg aber dennoch.

Am Ende wurde es doch noch dramatisch im Ibrox Stadium von Glasgow. Nach anfänglich deutlicher Unterlegenheit und langem Rückstand kamen die Young Boys in der 89. Minute aus dem Gewühl heraus durch ein Eigentor von Borna Barisic zum Ausgleich. Ein weiterer Treffer hätte den Bernern zum Vorstoss in die Sechzehntelfinals gereicht. Dieser wäre aber ein etwas gar guter Lohn für eine kämpferisch einwandfreie Leistung, aber spielerisch wenig glanzvolle Leistung gewesen.

Trotz der finalen Spannung fehlte YB einiges, um sich zwei Wochen nach der Heimniederlage gegen Porto doch noch in die K.o.-Phase zu hieven. Einen Sieg bei Schottlands heimstarkem Rekordmeister hätte die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane benötigt, oder ein Remis im Fall nicht zu erwartender Mithilfe von Feyenoord Rotterdam beim FC Porto im Parallelmatch der Gruppe in Form eines Auswärtssieges. Beides trat nicht ein. Porto setzte sich gegen Feyenoord 3:2 durch, und YB rang den zuhause im Europacup seit acht Jahren ungeschlagenen Rangers ein Remis ab, verpasste aber den Sieg. Mit einem groben Schnitzer servierten die Berner dem Gegner den Sieg quasi auf dem Silbertablett. Standesgemäss erzielte Alfredo Morelos nach einer halben Stunde den Treffer für die Schotten.

In Szene gesetzt vom Sturmpartner Ryan Kent schob Glasgows Torgarant alleine vor David von Ballmoos mühelos ein. Es war bereits der sechste Torerfolg in der Gruppenphase des 23-jährigen Kolumbianers, der auch beim 1:2 im ersten Duell erfolgreich gewesen war und in den vier Qualifikationsspielen achtmal getroffen hatte. Am Ursprung der für YB letztlich entscheidenden Szene stand ein Blackout von Nicolas Bürgy. Mit einem Ballverlust als letzter Mann legte dieser dem Gegner den Treffer im missglückten Spielaufbau praktisch auf. Abwehrkollege Frederik Sörensen konnte nicht mehr eingreifen.

Im zweitletzten Spiel vor der Winterpause stemmten sich die Young Boys mit aller Kraft gegen das drohende Aus. Nach schwacher erster zeigten sie eine ordentliche zweite Halbzeit. Ihre Müdigkeit hatten sie aber schon vor dem Seitenwechsel nicht kaschieren können. Geschwächt nach wie vor durch die Absenzen von Captain Fabian Lustenberger und fünf weiteren potenziellen Stammkräften, waren sie den Rangers zu lange zu deutlich unterlegen. Als Christian Fassnacht kurz vor dem Pausenpfiff bei der ersten Strafraumszene der Berner einen Kopfball nach Flanke von Nicolas Ngamaleu über das Tor setzte, waren sie mit dem 0:1-Zwischenstand noch gut bedient. Einmal hatte Von Ballmoos einen Schuss von Morelos pariert, später kam Joe Aribo zu einem gefährlichen Kopfball. Dazu blieben weitere Strafraumszenen vorerst ohne negative Folgen. Vor allem dank ihrem Keeper hielten sich Berner vor nicht ganz 50'000 Zuschauern im Regen von Glasgow zunächst schadlos. Zu spät kamen sie zum Ausgleich.

Telegramm und Ranglisten:

Glasgow Rangers - Young Boys 1:1 (1:0)

49'015 Zuschauer. - SR Brych (GER). - Tore: 30. Morelos (Kent) 1:0. 89. Barisic (Eigentor) 1:1.

Glasgow Rangers: McGregor; Tavernier, Katic, Goldson, Barisic; Kamara, Jack, Arfield; Aribo, Morelos, Kent (78. Ojo).

Young Boys: Von Ballmoos; Janko, Bürgy, Sörensen, Garcia; Fassnacht, Aebischer, Martins (73. Mambimbi); Nsame (61. Hoarau), Assalé, Moumi Ngamaleu (61. Spielmann).

Bemerkungen: Glasgow Rangers ohne Helander, Davis und Jones (alle verletzt). Young Boys ohne Lustenberger, Sierro, Sulejmani, Camara, Gaudino und Lauper (alle verletzt). 93. Gelb-rote Karte gegen Jack. Verwarnungen: 63. Jack (Foul), 87. Assalé (Foul).

Rangliste: 1. FC Porto* 10. 2. Glasgow Rangers* 9. 3. Young Boys 8. 4. Feyenoord Rotterdam 5.

* in den 1/16-Finals

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