WM 2018

Drmic, Gavranovic, Seferovic - wer wird im WM-Achtelfinal gegen Schweden stürmen?

Bei welchem Stürmer ist es im Moment am wahrscheinlichsten, dass er ein Tor erzielen könnte? Seferovic? Gavranovic? Drmic?

Bei welchem Stürmer ist es im Moment am wahrscheinlichsten, dass er ein Tor erzielen könnte? Seferovic? Gavranovic? Drmic?

Wer soll die Tore schiessen? Josip Drmic lanciert die ewige Diskussion erneut. Mit seinem auffälligen Auftritt im letzten Gruppenspiel hat er sich zurück ins Spiel gebracht. Reicht dies zum ersten Einsatz von Beginn weg? Stimmen Sie ab!

Als die Schweiz Alex Frei im Sturm hatte, da war alles einfacher. Die Frage war: Trifft er? Oder trifft er nicht? Und vorbei ist die Diskussion.

Die Zeiten sind längst vorbei. Im Nationalteam 2018 lautet die Frage: Bei welchem Stürmer ist es im Moment am wahrscheinlichsten, dass er ein Tor erzielen könnte? Seferovic? Gavranovic? Drmic?

Dabei belegen die Zahlen durchaus eine erfreuliche Entwicklung. Vergleicht man die Gruppenphase der WM mit jener der EM vor zwei Jahren, hat die Schweiz die Torausbeute von zwei auf fünf gesteigert. Und in Russland haben bis anhin nur fünf Mannschaften mehr Tore erzielt als die Schweiz.

Schliesslich: Von den letzten 25 Spielen verlor die Schweiz nur eines nach normaler Spielzeit. Das gelingt nicht, ohne Tore zu schiessen. Auch wenn die Gegner Andorra oder Panama, Färöer oder Lettland hiessen – früher pflegte die Nati solche Spiele nicht mit Selbstverständlichkeit zu gewinnen.

Das rote Glücks-Dress

Als Josip Drmic wenige Minuten nach dem 2:2 am Mittwochabend gegen Costa Rica über das aufwühlende Spiel sprechen sollte, musste er zuerst einmal Luft holen. «Ich kann gar noch nicht richtig darüber reden. Im Moment gehen mir so viele Dinge durch den Kopf. Emotionen pur. Erleichterung.», sagte der Torschütze des zweiten Schweizer Treffers. Auch am Tag danach war der «Verarbeitungsmodus» noch nicht ganz vorüber.

Es ist noch nicht lange her, da prophezeiten Drmic einige das Karrierenende. Es war, als er abermals einen Knorpelschaden im Knie erlitten hatte. Und erneut eine Geduldsprobe von fast neun Monaten überdauern musste, eher er auf den Rasen zurückkehrte. Und jetzt dieses Comeback auf der grössten Bühne. Mit einem sehenswerten Tor kurz nach seiner Einwechslung. Einen Kopfball setzte er überdies an die Latte. «Ein Deutscher würde jetzt wohl sagen: das geilste Gefühl der Welt.»

Eine ordentliche Bilanz in der Nati

Drmic und die Nationalmannschaft, das ist eine spezielle Geschichte. Es scheint, als würde sie ihn stets zu speziellen Momenten animieren. Zehn Tore in 31 Spielen hat er mittlerweile auf dem Konto. Es ist eine ordentliche Bilanz. Drmic sinniert: «Mein Vater sagt mir öfters, das rote Dress bringe mir Glück – ich würde ja stets ein Tor schiessen. Wahrscheinlich hat er Recht.»
Sein Auftritt nach der Einwechslung provoziert die Frage: Ist Drmic plötzlich der erste Anwärter im Schweizer Sturm gegen Schweden? Gründe gäbe es durchaus. Stürmern zu vertrauen, die Vertrauen gefasst haben und im Hoch sind, kann ein gutes Rezept sein. Zudem wird immer deutlicher: Drmic hat von den Schweizer Stürmern den ausgeprägtesten Torriecher. Dazu ist er schnell, wendig und mit ausgezeichneter Technik ausgestattet.

Ob er spielt oder nicht, dazu mag sich der 25-jährige Drmic nicht wirklich äussern. Lieber macht er sich Gedanken, warum die Schweiz noch eine grosse, positive Überraschung des Turniers werden könnte. «Wir werden von vielen immer noch als ‹die kleine Schweiz› wahrgenommen. Natürlich bekommen wir es mit, wenn sich der Gegner glücklich schätzt, auf uns zu treffen. Aber unsere Statistik ist kein Zufall. Man dürfte schon etwas respektieren, was wir geleistet haben in letzter Zeit.»

Seferovic, Gavranovic oder Drmic?

Zu Beginn der WM war Haris Seferovic gesetzt. 80 Spielminuten hat er bei Benfica Lissabon im Jahr 2018 erhalten. Er kann es in Russland nicht kaschieren. Sein Bonus war, dass er das Vertrauen des Trainers genoss. Sein Problem ist, dass selbst dieses irgendwann aufgebraucht ist. Und Seferovic darum ab der zweiten Hälfte gegen Serbien nicht mehr auf dem Platz steht.
Mit seiner Robustheit und Lauffreude wäre Seferovic vom Profil her eigentlich eine gute Wahl gegen Schweden. Aber soll ein Trainer auf einen Stürmer setzen, der nicht nur verunsichert, sondern mittlerweile auch destabilisiert ist? Fragezeichen erlaubt.

Bleibt Mario Gavranovic. Gegen Serbien als Einwechselspieler sehr gut. Gegen Costa Rica unsichtbar. Das ist seine Bilanz. «Wir sind auf gutem Weg», sagt er über die Schweizer Stürmer. Sein Gesicht erzählt: Eigentlich ist es ihm ziemlich egal, wer die Tore schiesst.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1