«Wein trinkt man ja aus kleinen Gläsern, deswegen sind es am Dienstagabend schon ein paar mehr geworden», sagt Raphael Wicky. Nach dem 2:0-Sieg in Lissabon und dem Einzug in den Champions-League-Achtelfinal gibt der Trainer sich und seiner Mannschaft Zeit, das Erlebte zu feiern und den Moment zu geniessen. «Wir haben ja nicht Party gemacht, insofern war alles im Rahmen», sagt Wicky.

Nach dem freien Mittwoch, an dem die Mannschaft zurück nach Basel flog, und einem Regenerationstraining für die Stammspieler am Donnerstag begrüsste Wicky heute zwanzig Spieler im Mannschaftstraining. Nur vier stehen Wicky am Samstag gegen St. Gallen nicht zur Verfügung. Geoffroy Serey Die und Ricky van Wolfswinkel befinden sich noch im Lauftraining, Germano Vailati ist verletzt und Omar Gaber ist bereits aus Basel abgereist, um seinen Wechsel nach Los Angeles vorzubereiten.

Anders als im Hinspiel, das die Basler nach einen grottenschlechten ersten Hälfte mit 1:2 verloren, hat Raphael Wicky also die Qual der Wahl, zumal im Abschlusstraining kein Spieler «einen müden Eindruck hinterliess». Wicky will den FCB-Fans im letzten Heimspiel des Jahres drei Punkte schenken. «Die Champions League hat uns viel Energie gekostet, aber auch viel Energie gegeben. Die wollen wir jetzt mit in das Spiel nehmen und gewinnen. Idealerweise spielen wir dabei auch noch gut und attraktiv», sagt der Coach. Aber er weiss auch, dass St. Gallens Saison einer Achterbahn gleicht und man nie weiss, was man von ihnen erwarten kann.

«Auf dem Papier spielt der Zweite gegen den Vierten. Das ist eigentlich ein Spitzenspiel», sagt Wicky. Es ist aber ein Spitzenspiel mit einem klaren Favoriten. Seit dem besagten 1:2 in der Ostschweiz hat sich der FC Basel gefangen und keines der folgenden neun Ligaspiele mehr verloren. Ein möglicher Grund dafür ist der Wechsel von Albian Ajeti, der im Hinspiel noch einen Treffer für St. Gallen vorbereitete. Wenige Tage später wechselte er zurück nach Basel. Seitdem läuft es für Rotblau.

Ein heisser Winter steht bevor

An den brodelnden Spekulationen um mögliche Abgänge und die angeblich schon fixe Rückholaktion von Fabian Frei will sich Wicky vor der Winterpause nicht beteiligen. Zu möglichen Abgängern gibt er dann doch ein klares Statement ab: «Bisher habe ich von keinem Spieler gehört, dass er weg will.»

Dennoch ist davon auszugehen, dass im Winter für den ein oder anderen Spieler konkrete Angebote beim FC Basel eintrudeln werden. Deswegen ist es nur richtig, dass der FCB schon jetzt den Markt nach Ersatz sondiert. Noch sagt Wicky zwar: «Ich bin mit dem jetzigen Kader sehr zufrieden.» Sollten Akanji, Lang, Elyounoussi und Co. aber doch plötzlich verkauft werden, ist diese Aussage wohl nichtig.