Der Blondschopf aus Wien

Er hat die Haare schön! Der ehemalige Basler Abwehrchef Aleksandar Dragović sticht gegen Chelsea nicht nur wegen der beiden Tore (je eines ins eigene sowie ins gegnerische Gehäuse) hervor. Mit seinen gefärbten strohblonden Haaren leuchtete der Österreicher geradezu auf dem Platz. Sein zwischenzeitlicher Ausgleich in der 78. Minute nutzte Kiew aber wenig, denn nur fünf Minuten später schoss William Chelsea mit einem Traumfreistoss zum Sieg. Dennoch erlebt Dragović seit seinem Wechsel 2013 zu den Ukrainern eine äusserst erfolgreiche Zeit. Er wurde sogleich Stammspieler und gewann zweimal den Cup und einmal die Meisterschaft.

Eine Drei-Säulen-Versicherung

In Katalonien sass der Schock nach Lionel Messis Verletzung Ende Oktober tief. Berechtigterweise, denn in jüngerer Vergangenheit tat sich das Team ohne seine Lebensversicherung stets sehr schwer. Einen guten Monat später ist man allerdings versucht zu fragen: Messi wer? Denn die Lebensversicherung entpuppt sich als ein Drei-Säulen-System, Neymar und Suarez lassen den «Floh» mehr als nur vergessen. 17 der letzten 20 Barça-Tore gingen auf das Konto der beiden Südamerikaner. Da kann man auch mal einen 40-Meter-Doppelpass mit eingebauter Bicicletta versuchen, wie es die beiden am Mittwoch beim Spiel gegen Borisov taten. Ein Schelm wer denkt, Neymar wollte eigentlich selber aufs Tor schiessen, verfehlte dieses aber so deutlich, dass es wie ein Pass aussah.

Die wahre Tabelle der Gruppe G

Maccabi Tel Aviv ist bisher das schlechteste Team in der Gruppenphase der Champions League. Null Punkte und ein Torverhältnis von minus zehn illustrieren, wie chancenlos die Israeli sind. Das Ganze hat auch für den FC Basel einen bitteren Beigeschmack, sind sie doch in der Qualifikation an Maccabi gescheitert. Basierend auf den Basler Leistungen der letzten Jahre, kann man ohne gross zu spekulieren davon ausgehen, dass die Bebbi anstelle der Israeli für mehr Furore gesorgt hätten. Besonders gegen das kriselnde Chelsea, dass man 2013 im Halbfinal der Europa League so richtig gefordert hatte, wäre wohl viel dringelegen, vielleicht sogar ein Sieg. Kiew ist spielerisch auf Basler Niveau, gegen Porto tat sich der Schweizer Meister letztes Jahr zwar schwer, holte zu Hause dennoch einen Punkt. In der Endabrechnung kann man gut und gerne 7 Punkte für Basel notieren. Wären die Basler nur nicht in den Playoffs hängen geblieben. Aber im Konjunktiv fällt einem eben alles leichter: das Toreschiessen und der Einzug in die Achtelfinals der Champions League.

Klopp und die Schweiz

«Ich will in den nächsten vier Jahren einen Titel gewinnen. Wenn nicht, dann ist mein nächster Job vielleicht in der Schweiz», sagte Jürgen Klopp bei seinem Amtsantritt in Liverpool anfang Oktober etwas ironisch. Nun, bei der chronischen Erfolglosigkeit der Reds findet er sich vielleicht schneller in der Schweiz wieder, als die Queen ihre Hüte wechseln kann. Einen ersten Eindruck kann er sich am 10. Dezember auf jeden Fall verschaffen, da trifft «the normal one» mit seiner Equipe auf Sion. Die Walliser spielen eine bärenstarke Europa-League-Kampagne und grüssen mit 8 Punkten als Leader der Gruppe B. Die Favoriten aus Liverpool hingegen fuhren nach drei Unentschieden endlich ihren ersten Sieg ein. Mit sechs Punkten liegen sie nun auf Platz zwei. Hinter Sion, den kleinen Schweizern. Vielleicht kommt Klopp bei seinem übernächsten Besuch ja nicht für ein Fussballspiel, sondern zu Vertragsverhandlungen und Weisswein ins Wallis.

Gedopter Spieler – kein Forfait

Am ersten Spieltag überraschte Dinamo Zagreb mit einem 2:1-Heimsieg gegen Arsenal. Arijan Ademi, defensiver Mittelfeldspieler bei den Kroaten, musste nach dem Spiel zur Dopingkontrolle antraben und wurde prompt positiv getestet. Wird das Spiel also doch noch zugunsten der Gunners gewertet? Mitnichten. Denn Artikel 12 des Uefa-Anti-Doping-Reglements sieht vor, dass ein Verein nur dann sanktioniert wird, wenn zwei oder mehrere Spieler gedopt waren. Wurde «nur» einer positiv getestet, kann dieser zwar bestraft werden, das Team muss aber keinen Punkteabzug befürchten. So bleibt die peinliche Niederlage für Arsenal bestehen. Das bestätigte auch die Uefa. Weitere Angaben könnten während der Untersuchung keine gemacht werden, der Fall werde am 19. November behandelt.

Ein Schweizer macht Furore

Kennen Sie Danijel Milicevic? Ein Tipp: Er ist Schweizer. Klingelts? Wenn nicht, halb so schlimm, denn hierzulande kennen den Rechtsaussen wohl die wenigsten. Das Fussball-Abc lernte der schweizerisch-serbische Doppelbürger im Tessin. Vom FC Lugano über Yverdon fand er den Weg nach Belgien, wo er zunächst für den AS Eupen und nachher für RSC Charleroi spielte. Letztes Jahr kam dann der Wechsel zu Meister Gent.

Der ehemalige Schweizer U21-Internationale kam bisher in allen Champions-League-Spielen zum Einsatz, schoss gegen Lyon ein Tor und sicherte Gent damit einen Punkt. Auch in der heimischen Meisterschaft spielte Milicevic in elf von 14 Spielen und traf bisher zweimal. Von solchen Werten können einige Nati-Stars derzeit nur träumen.