Fussball ist ein verrücktes Spiel. Da erzielt eine Mannschaft fünf Tore, aber ihr überragender Akteur ist der Torhüter.

Der VfL Wolfsburg ist gegen Borussia Dortmund längst nicht so chancenlos, wie es das Resultat von 1:5 vermuten lässt. Doch Roman Bürki erwischt einen fantastischen Abend. Mal um Mal lässt der Schweizer Goalie des BVB die Gegenspieler verzweifeln. Sein Meisterstück ist eine Doppelparade kurz nach der Pause beim Stand von 0:2

Bürki wehrt gegen Julian Draxler und Mario Gomez zwei Mal sensationell ab.

Tweet: Roman Bürki

Tweet: Arthur Makiela

Aber klar: Nach drei Spielen mit dem Torverhältnis von 17:1 steht nicht der Goalie im Fokus. Auch Bürki spricht über seine Kollegen im Angriff. «Offensiv läuft es uns in der Tat sehr gut», freut er sich in der ARD, «wir brauchen nicht viele Chancen, um Tore zu schiessen, sind voll konzentriert im Abschluss und spielen auch sehr entschlossen nach vorne.» Das sei es, was Borussia Dortmund derzeit so stark mache.

Wohl dem, der so einen Angriff hat!

«Im Moment kann uns keiner stoppen», kündigte Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang nach dem Spiel an. In «Der Westen» warnte der Stürmer aus Gabun, der nach vier Bundesliga-Runden bereits wieder vier Tore auf dem Konto hat, aber gleichzeitig: «Es ist noch lange nicht Zeit, zufrieden zu sein.»

In der Tat war Dortmunds 2:0-Führung je länger die Partie dauerte je schmeichelhafter. Wolfsburg kam zu einer Vielzahl an Tormöglichkeiten, die gegen ein Team mit einem weniger herausragenden Goalie zu Treffern geführt hätten. Der BVB zeigte, dass der Sturm derzeit besser funktioniert als die Abwehr. Aber wohl dem, der so einen Angriff hat!

Ein mustergültiger Angriff von Dortmund

Nach wie vor der Bayern-Jäger Nr. 1

Wenn Dortmund den Ball erobert hat, geht es rasant. Mit schnellem Umschaltspiel taucht Tuchels Team vor dem gegnerischen Tor auf. Und ein Knipser wie Aubameyang lässt sich selten zwei Mal bitten, der neu verpflichtete Europameister Raphaël Guerreiro traf auch, mit Ousmane Dembélé schoss ein anderer Zuzug des Sommers sein erstes Bundesligator. Da fällt es nicht ins Gewicht, dass Mario Götze und André Schürrle in der Liga noch torlos sind und dass Marco Reus bislang verletzt fehlte.

2011 und 2012 stürmte Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp mit teils fabelhaftem Angriffsfussball bis zum Meistertitel. Seither dominiert in Deutschland Bayern München, das in dieser Saison noch ohne Verlustpunkte ist. Es gibt – aus neutraler Sicht: leider – keine Anzeichen dafür, dass die Münchner diese Saison den Titel verpassen werden. Aber Dortmund hat der grosse Umbruch in diesem Sommer definitiv nicht geschadet und der BVB hat in der Startphase der neuen Saison gezeigt, dass er nach wie vor der ernsthafteste Bayern-Jäger ist.