Super League
Doppeltorschütze Degen: «Wir, der FCB, sind wieder da»

Der Doppeltorschütze Philipp Degen zeigte sich nach dem 4:1 gegen Sion euphorisiert. Gerade die zweite Halbzeit habe gezeigt, dass der FC Basel wieder da sei, sagt der Oberbaselbieter. Nun wartet Lausanne auf den FCB.

Georges Küng
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Basel gewinnt gegen Sion mit 4:1
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Enttäuschung bei den Sittenern, Jubel beim Basler Alex Frei (Mitte) nach dem 4:1.
Doppeltorschütze Philipp Degen freut sich übers 2:1.
Der Basler Philipp Degen, links, erzielt denTreffer zum 2-1.
Ex-Weltmeister Gattuso schoss für Sion kurz vor der Pause den Ausgleich. Es war sein erster Treffer für die Walliser.
Gefiel ihm gar nicht, was er sah: Der allmächtige Sion-Boss Christian Constantin.
Alex Frei blieb ohne Erfolg. Hier wird er von Gattuso beargäugt.

Basel gewinnt gegen Sion mit 4:1

Keystone

Die Standard-Aussenverteidiger des Schweizer Meisters hiessen in der Regel Markus Steinhöfer und Joo-Ho Park. Gegen Sion, das als Titelkandidat gehandelt wird und namentlich auswärts erst einen Gegentreffer erhalten hatte, «verteidigten» Philipp Degen (hinten rechts) und Kay Voser hinten links. Doch spätestens in den zweiten 45 Minuten mutierten die beiden FCB-Aussenverteidiger zu Angreifern, welche den Walliser Abwehrverbund gehörig durcheinander wirbelten.

«Das Wichtigste sind die drei Punkte. Aber wir haben, gerade in der zweiten Hälfte, gezeigt, dass wir, der FCB, wieder da sind. Wir hatten uns vor dem Match viel vorgenommen und wollten mit einer überzeugenden Leistung die Kritiker der letzten Wochen zum Schweigen bringen. Der FC Basel ist ja bekanntlich immer zum Siegen verdammt – das sind nun mal unsere Ansprüche», fuhr der Oberbaselbieter fort. «Wichtig war, dass wir nicht nur druckvoll nach vorne spielten, sondern auch sehr ballsicher waren und schöne Kombinationen zeigten. Für mich persönlich ist es ein langer Weg zurück aufs Feld. Ich habe eine lange Leidenszeit hinter mir», so Doppeltorschütze Degen, der nach seinem Führungstor wie von der Tarantel gestochen zur Ersatzbank rannte, wo er Zwillingsbruder David umarmte und herzte. «Das sind Emotionen, für die es keine Worte braucht», so die Degen-Zwillinge unisono.

Auch Kay Voser hatte die letzten elf Monate mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen. «Dieser Sieg ist wie eine Erlösung», so der Aargauer. «Wir kamen mit einer riesengrossen Wut im Bauch aus der Kabine. Das Ausgleichstor der Sittener hat uns in der Ehre verletzt. Und nach dem 2:1 haben wir uns in einen wahren Spielrausch gespielt, wo zeitweise alles gelang», so der frühere «Hopper».

Streller und Frei ohne Torerfolg

Es ist selten passiert, dass der FC Basel vier Treffer erzielt und weder Marco Streller noch Alex Frei sich unter die Torschützen einreihen. Beide Akteure hatten ihre Möglichkeiten, doch immer fehlten ein paar Zentimeter Abschlussglück. Einen guten Auftritt hatte auch Gaston Sauro. Der argentinische Innenverteidiger bekundete gegen den zwar athletischen, spielerisch aber arg limitierten Leo Itaperuna wenig Mühe. Und Sauro stellte seine Kopfballstärke unter Beweis, als er eine Flanke von Marcelo Diaz wunderschön ins hohe Eck abfälschte. Allen Kritiken zum Trotz benötigte der Nachfolger von David Abraham nicht so viele Partien wie sein Landsmann, um in einem Wettkampfspiel seinen ersten persönlichen Treffer buchen und feiern zu können.

Überhaupt bekam man gestern um 22.20 Uhr das Gefühl, dass dieser überzeugende Sieg für die ganze rot-blaue Entourage einer Erlösung gleichkam. «Aber nun müssen wir uns bereits auf Lausanne vorbereiten. Das wird kein Zuckerschlecken», blickte Philipp Degen bereits der samstäglichen Partie auf der Pontaise entgegen.