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Diese Schweizer Nationalspieler stecken im Abstiegskampf

Es werden Höllenwochen für unsere Fussballsöldner. Von Benaglio bis Stephane Grichting stecken sieben Schweizer Nationalspieler in Europa im Abstiegskampf. Lesen Sie hier, wie sich der Fall in die zweite Liga noch verhindern lässt.

Diesen Juni benötigt die Schweizer Fussballnationalmannschaft in der Euro-Qualifikation nicht weniger als ein Wunder. Um noch realistische Chancen auf die Endrunde in der Ukraine und Polen zu haben, braucht die Mannschaft um Trainer Othmar Hitzfeld auswärts gegen England einen Sieg.

Für diese Mission sind Nationalspieler in Topform und Selbstvertrauen von Nöten. Das Problem: Bereits im Vorfeld dieser Partie könnte dieser Plan zur Makulatur zu verkommen, denn Teamstützen stecken mit ihren Vereinen tief im Abstiegskampf - darunter auch Nationaltorwart Diego Benaglio (siehe Bildergalerie):

Deutschland / Bundesliga:

Die unbestrittene Nummer 1 im Schweizer Tor Diego Benaglio belegt mit dem 15. Rang einen Nichtabstiegsplatz, doch der Vorsprung auf den Strich beträgt nur einen Punkt. Immerhin: Heute empfängt Wolfsburg mit dem 1. FC Kaiserslautern einen schlagbaren Gegner. Damit können die Wolfsburger über ihr Schicksal selbst entscheiden.

Derweil muss nicht nur Diego Benaglio mit Wolfsburg, sondern auch Borussia Mönchengladbach um den Ligaerhalt bangen. Nun soll zwei Runden vor Saisonende der ehemalige FCZ-Trainer Lucien Favre den Traditionsverein vor dem sicheren Abstieg bewahren. Unglücklicherweise tritt Favre eine «Mission Impossible» an. Gladbach belegt den 17. Platz, hat drei Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Rang und auch das Restprogramm ist mit Freiburg und Hannover alles andere als einfach (siehe Restprogramm).

Neben Favre steckt auch Pirmin Schwegler im Abstiegsstrudel. Im Vergleich zu Benaglio und Favre sieht es für den defensiven Mittelfeldspieler jedoch nicht so düster aus. Eintracht Frankfurt belegt zwar einen Abstiegsplatz, doch der Rückstand auf den rettenden 15. Platz beträgt nur ein Pünktchen. Auch beim nächsten Gegner Dortmund wird es den Frankfurt-Fans Angst und Bange. Der neue Deutsche Meister hat allerdings angekündigt, nur mit halber Kraft anzutreten.

Spanien / Primera Division:

Fabio Coltorti ist nicht zu beneiden. Zuerst schmort der Zürcher in Santander auf der Bank, dann kommt er an Diego Benaglio in der Nationalmannschaft nicht vorbei und jetzt steckt Coltorti in Spanien mit seinem Klub Santander mitten im Abstiegskampf. Der ehemalige GC-Keeper belegt mit 40 Punkten den 13. Platz. Damit beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegspatz drei Punkte. Um nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten, ist deshalb ein Sieg gegen Alicante Pflicht.

Frankreich / Ligue 1:

Stephane Grichting. In der Nationalmannschaft ist der Westschweizer unbestritten - der Fels in der Brandung. Bei seinem Stammklub läuft es hingegen nicht gut. Auxerre steht mit einem Bein in der zweiten Liga. Fünf Runden vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf einen Relegationsplatz einen Zähler. Nichtsdestotrotz kann sich Auxerre immer noch aus eigener Kraft retten, denn die nächsten Gegner sind mit Valenciennes, Brest und Lorient alles anderes als übermächtig.

Italien / Serie A:

Jagdszenen in Genua: Nach einer Auswärtsniederlage reisen die Spieler von Sampdoria Genua mit hängenden Köpfen im Mannschaftsbus nach Hause. Mit dabei Nationalverteidiger Reto Ziegler. Als die Spieler ankommen, warten bereits die eigenen Fans vor dem Stadion. Dann eskaliert die Lage. Die Fussballer werden vom Mob mit Messern bedroht. Nur mit Glück wird ein Blutbad verhindert. Hintergrund der Attacke: Die Fans wollten die Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg «aufrütteln». Die Aktion der «Fans» wurde von den Vereinsverantwortlichen verurteilt.

In sportlicher Hinsicht steht Reto Ziegler zusammen mit Nationalmannschaftskollege Marco Padalino tatsächlich das Messer am Hals. Der Traditionsverein hat auf einen Abstiegsplatz nur einen Punkt Vorsprung. Somit werden sich die erhitzten Gemüter kaum beruhigen - im Gegenteil: Heute kommt es in der Mittelmeermetropole zum Derby gegen den FC Genua. Wetten dass es dem FC Stadtrivalen ein Vergnügen sein wird, dem Erzrivalen Sampdoria im Kampf gegen den Abstieg den Gnadenstoss zu versetzen?

Ähnlich düster sieht es für Steve Von Bergen aus. Der Innenverteidiger kämpft erwartungsgemäss mit Cesena gegen den Fall in die zweite Liga. Drei Runden vor Saisonende trennen Cesena lediglich zwei Punkte vom Abstiegsplatz.

Im Vergleich dazu präsentiert sich die Lage für Mittelfeldpuncher Blerim Dzemili geradezu paradiesisch. Der Nationalspieler wird mit dem Abstieg wahrscheinlich nichts zu tun haben. Zu gross der Abstand zum Strich - zu leicht das Restprogramm.

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