Europa League

Diese beiden Basler wollen die schnellen Tottenham-Flügel bremsen

Von 0 auf 100: Kay Voser und Markus Steinhöfer

Von 0 auf 100: Kay Voser und Markus Steinhöfer

Gleich beide gesetzten Aussenverteidiger fehlen dem FC Basel morgen Donnerstag gegen Tottenham. Für die Stellvertreter Kay Voser und Markus Steinhöfer wird es ein Sprung ins kalte Wasser.

Der einzige Zweikampf im Training vom Dienstag zwischen Kay Voser und Markus Steinhöfer ging an den Deutschen.

Allzu fest sollte sich Voser damit nicht beschäftigen und nach vorne schauen. Morgen Abend an der White Hart Lane warten Gegner von anderem Kaliber auf den 26-Jährigen, Steinhöfer wird dann an seiner Seite spielen. Genauer gesagt wartet auf die beiden die schwierige Aufgabe, die Rushes der pfeilschnellen Tottenham-Flügel Gareth Bale, Aaron Lennon und Gylfi Sigurdsson zu unterbinden.

Nicht im Stamm

Für Voser und Steinhöfer wird die Partie auch darum zur grossen Herausforderung, weil sie unter FCB-Trainer Murat Yakin nicht zum Stamm gehören. Im Hinspiel des Europa-League-Viertelfinals kommen sie nur dank der Sperren der ansonsten gesetzten Aussenverteidiger Philipp Degen und Joo-Ho Park zum Handkuss.

Im Fall von Voser ein Sprung ins kalte Wasser. Bisher gelangte er in diesem Jahr nur mit dem Nachwuchs in der 1. Liga zum Einsatz, die Gegner hiessen Stade Nyon und YF Juventus. Am Montag in Luzern fehlte Vosers Name im Aufgebot: überzählig. Und nun geht es direkt gegen das grosse Tottenham.

«Ich bin bereit», sagt er. Die Bestätigung, dass er in London auflaufen wird, hat er noch nicht. Doch sieht alles danach aus: Seit dem Weiterkommen in St. Petersburg hat Voser einige Male mit Yakin über einen allfälligen Einsatz gesprochen, weiss, was dieser von ihm erwartet. Der Trainer sagt: «Ich vertraue Voser und Steinhöfer.»

Youtube als Hilfsmittel

Seit Bekanntwerden von Tottenham als Viertelfinalgegner ist im und um den FCB die Rede von einem Traumlos, die Spieler sehen im Auftritt an der legendären White Hart Lane den Match des Jahres. Man habe sich dieses Highlight verdient, lautet der Tenor derjenigen, die den Erfolg möglich gemacht haben. Auch Degen und Park gehören zu denen, die immer gespielt haben. Ausgerechnet morgen müssen sie zuschauen. Hat man da als Ersatz, als Kay Voser, ein schlechtes Gewissen? «Nein, überhaupt nicht», antwortet er, «ich gebe in jedem Training Vollgas und habe mir diese Chance verdient.»

Verdient, damit meint Voser die lange Leidenszeit, die hinter ihm liegt. Seit er im Sommer 2011 von GC zum FCB gestossen war, konnte er wegen Verletzungen nur selten an Fussball denken. Nur sieben in der letzten und 13 Einsätze in der aktuellen Saison schauten heraus. «Ich hoffe, das Pech für meine Karriere aufgebraucht zu haben. Es kann nur besser werden.»

Mit einer guten Leistung in London könnten Vosers Aktien bei Yakin wieder steigen. Damit dies klappt, durchforschte er in den letzten Tagen immer wieder das Videoportal «Youtube» nach Filmchen mit Tottenham-Spielern in den Hauptrollen, um deren Stärken und Schwächen zu verinnerlichen. «Es gibt ja nicht nur Bale. Lennon, Adebayor, Defoe, Holtby, die können ein Spiel genauso entscheiden.» Wie will er Bale und Co. stoppen? «Eigentlich ist es ganz einfach: Gewinne ich den ersten Zweikampf, sind die Vorteile bei mir.»

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