1 Shaqiri hadert, Hadergjonaj hofft

Pokale hat Xherdan Shaqiri schon viele gewonnen. Klammert man die Supercups aus, sind es zwölf. Feiern und jubeln durfte der Schweizer also schon oft in seiner Karriere. Am Samstag nun lernte er die Kehrseite der Medaille im Profifussball kennen. Erstmals in seiner Karriere stieg der 26-Jährige ab.

Nach zwei Saisons in der englischen Premier League, die er mit Stoke City im Mittelfeld beendet hatte, fällt Shaqiri jetzt mit den «Potters» in die Championship. Zehn Jahre lang hatten sich diese in der höchsten Spielklasse gehalten. Die 1:2-Heimniederlage gegen Crystal Palace liess Stoke aber auf den zwanzigsten und letzten Tabellenrang abrutschen.

Dabei hatte die Mannschaft von Trainer Paul Lambert kurz vor der Pause Hoffnung geschöpft, nachdem Shaqiri mit einem Freistoss das 1:0 erzielt hatte. Nun hilft nicht einmal mehr ein Sieg im letzten Spiel gegen Swansea.

Florent Hadergjonaj im Trikot von Huddersfield

Florent Hadergjonaj im Trikot von Huddersfield

Shaqiri trifft wohl die geringste Schuld am Absturz, der ausgerechnet in seiner besten Saison auf der Insel eingetreten ist. Mit acht Toren traf er öfter als in den beiden vorhergehenden Spielzeiten (7) zusammen. Dazu kamen noch sechs Assists. Bemerkenswert ist auch: Der früher so verletzungsanfällige Offensivspieler stand in den letzten 16 Partien immer in der Startformation und spielte nur zwei Mal nicht durch.

Klar ist, dass Shaqiri Stoke nun verlassen wird, obwohl sein Vertrag bis 2020 läuft. Vor dem Spiel gegen Crystal Palace hatte er gegenüber dem Fernsehsender «Sky» erklärt: «Jeder weiss, dass ich ein Spieler bin, der auf höchstem Niveau spielen will. Aber ich stehe noch zwei Jahre unter Vertrag.» Allerdings soll es eine Klausel geben, die es ihm erlaubt, bei einem Abstieg zu gehen, wenn ein Interessent 14,5 Millionen Euro bezahlt. Dies dürfte kein Problem sein.

Noch hoffen auf den Klassenerhalt darf Florent Hadergjonaj. Der Emmentaler erkämpfte sich mit Huddersfield beim 0:0 bei Manchester City einen wichtigen Punkt. Der 23-Jährige hat sich zum Stammspieler gemausert und schaffte mit seinem Team im Etihad-Stadion, was letztmals Reading beim 2:0 vor elf Jahren gelang: ein Spiel ohne ein Gegentor zu überstehen.

2 Hunziker lässt den FC Thun aufatmen

Nicolas Hunziker strahlte wie ein Maikäfer, als er zum Interview erschien. Der 22-Jährige hatte in dieser Saison bisher nicht viel zu lachen gehabt. Zum einen hatte der Stürmer vergeblich um einen Stammplatz gekämpft und war kein einziges Mal über 90 Minuten zum Zug gekommen. Zum andern war ihm in 21 Teileinsätzen gerade mal ein Tor gelungen.

Gestern aber war sein Tag. Zwar sass er zu Beginn ein weiteres Mal nur auf der Bank, aber diesmal stach er als Joker. Innert vier Minuten machte er gegen GC, das ihn im letzten Sommer nicht mehr gewollt hatte, aus einem 0:1 ein 2:1.

«Einen Rückstand wettzumachen, das zeichnet uns aus», sagte der Matchwinner. Dank ihm dürften die Thuner drei Runden vor Schluss bei sieben Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Lausanne gerettet sein. Alles deutet darauf hin, dass der Absteiger entweder Sion (33 Punkte) oder Lausanne-Sport (32) heisst.

3 YB will Punkterekord, der FCZ tritt an Ort

Obwohl Schweizer Meister Young Boys im ersten Spiel nach dem Titelgewinn in Sion mit einer besseren B-Elf antrat, kam er dank einem Eigentor von Bamert zu einem glücklichen Sieg im Tourbillon. Gewinnen die Berner ihre drei letzten Spiele gegen Basel, Lugano und GC, können sie dem FCB den Punkterekord (86) in der Super League noch abjagen.

Der FC Zürich dagegen kommt unter Trainer Ludovic Magnin nicht vom Fleck. Eine Woche nach dem 3:3 gegen den Vorletzten FC Sion reichte es nun, ebenfalls zu Hause, gegen Schlusslicht Lausanne nur zu einem 1:1.

Dass der Cupfinalist weiter auf einen Europacupplatz auch via Meisterschaft hoffen darf, hat er dem in einer Resultatkrise stehenden St. Gallen zu verdanken. Dieses verlor beim 2:4 gegen Basel zum zweiten Mal unter Interimstrainer Boro Kuzmanovic; zum sechsten Mal in den letzten sieben Spielen und zum vierten Mal in Folge.

4 Lichtsteiner wird Meister und geht

Seit gestern und einem 2:2 von Napoli gegen Torino steht so gut wie fest, dass der Schweizer Nati-Captain Stephan Lichtsteiner zum siebten Mal in Folge mit Juventus den «Scudetto» holt. Zwei Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung der Turiner sechs Punkte, dazu kommt das klar bessere Torverhältnis.

Stephan Lichtsteiner wird in Zukunft nicht mehr im Juve-Dress auflaufen.

Stephan Lichtsteiner wird in Zukunft nicht mehr im Juve-Dress auflaufen.

Der 34-Jährige, der im Juni sein 100. Länderspiel bestreitet, hat jetzt 300 Partien in der Serie A auf dem Buckel. In einem Interview in Italien erklärte er nun, dass er seine Laufbahn bei einem anderen Klub in einem anderen Land fortsetzen werde. Am Mittwoch aber hat er noch die Chance, seine brillante Zeit bei Juve mit einem weiteren Titel zu krönen. Im Cupfinal trifft Lichtsteiner auf seinen Nati-Teamkollegen Ricardo Rodriguez und die AC Milan.

Tief in den Abstiegsstrudel geraden ist dagegen der Schweizer Silvan Widmer mit Udinese nach dem 14. Spiel in Folge ohne Sieg.

5 Videobeweis fällt im Final aus

Bundesliga-Dino Hamburger SV steht nach einem 0:3 in Frankfurt vor dem erstmaligen Abstieg. Seine vermeintliche Führung wurde vom Video-Schiedsrichter vereitelt, der zu Recht eine Abseitsstellung erkannt hatte.

In Australien dagegen gab es für den Videobeweis ein schwarzes Wochenende. Ausgerechnet im Finalspiel um die Meisterschaft versagte die Technik. Während die Fernsehzuschauer sahen, dass dem 1:0-Siegtreffer von Melbourne Victory gegen die Newcastle Jets ein Offside vorausgegangen war, bekam der Videoschiedsrichter die Bilder nicht zu sehen, weil die Technik streikte, die Hawk-Eye-Software für ein paar Sekunden ausfiel.

Als die Technik wieder funktionierte, war das Spiel bereits wieder angepfiffen worden. «Wir sind extrem enttäuscht über den Fehler der VAR-Technik. Das ist einmal in dieser Saison passiert, aber zum kritischsten Zeitpunkt», sagte Liga-Chef Greg O’Rourke.