Fussball

Dies sind die 3 brennendsten Fakten zu diesem Fussball-Wochenende

Lausanne-Captain Alain Rochat nervt sich über die Chaoten und ist enttäuscht über den Abstieg seines Teams.

Eine Übersicht mit Storys aus der Schweizer Super League und der Bundesliga. Lausanne-Sport steigt ab - dasselbe Schicksal erreicht den Bundesliga-Dino Hamburger SV. Der FC Zürich hingegen scheint für den Cupfinal gegen den neuen Schweizer Meister bereit.

1. Ein Schwarzer Tag für Lausanne-Sport

Man hatte es ja geahnt, dass es dem FC Lausanne-Sport nicht mehr reichen würde. Nach einer Serie von sieben Spielen mit nur einem Punkt kriegten die Waadtländer auch im Spiel der letzten Chance nichts auf die Reihe und präsentierten sich gegen Thun offensiv erschreckend harmlos.

So lagen sie nach 62 Minuten und Toren von Dejan Sorgic und Marvin Spielmann 0:2 zurück. Weil der FC Sion gegen St. Gallen 3:1 führte, war abzusehen, dass es mit dem Klassenerhalt nichts mehr werden würde.

Anlass genug für ein paar Chaoten, auf den Platz zu stürmen und dann
die Thuner Fans in deren Block anzugreifen. Schiedsrichter Sandro Schärer unterbrach zuerst die Partie und setzte ihr dann zwanzig Minuten später aus Sicherheitsgründen ein vorzeitiges Ende (siehe Kommentar auf Frontseite).

Der Abstieg ist Tatsache für Lausanne-Sport.

Der Abstieg ist Tatsache für Lausanne-Sport.

Auch wenn das abgebrochene Spiel noch nicht in die Wertung genommen werden kann, steht fest, dass Lausanne nach zwei Jahren in der Super League wieder zurück in die Challenge League muss. Nach dem 3:2-Erfolg von Sion hätte Lausanne auch ein Sieg über Thun nicht geholfen.

Der Abstieg ist hausgemacht. Wie dem FC Basel unterlief auch Lausanne in der Winterpause der Fehler, ein gut funktionierendes Gefüge durch unnötige Transfers aus dem Gleichgewicht zu bringen. Gravierend war der Entscheid, mit Samuele Campo den wichtigsten Offensivspieler an den FC Basel abzugeben.

Und neu verpflichtete Akteure wie Simone Rapp, Alexander Fransson, Enzo Zidane und Dominik Schmid waren nicht in der Lage, das Niveau des Teams zu halten. Die Schuld für die Veränderungen dem neuen Besitzer Ineos in die Schuhe zu schieben, wäre indes unfair, weil dieser lediglich die Wünsche von Fabio Celestini erfüllte. Dessen Trainerleistung im zweiten Teil dieser Saison gehört zu den grössten Enttäuschungen dieser Spielzeit.

Will Lausanne sein neues Stadion in einem Jahr in der Super League einweihen, dann muss es in den nächsten Wochen ein gutes Händchen bei der Trainerwahl haben. So, wie für einmal Christian Constantin beim geretteten FC Sion, als der Präsident mit Maurizio Jacobacci einen Glücksgriff tat.


2. Der Dino ist Bundesliga-Geschichte

Beim Hamburger SV wurde nach dem Abstieg nicht lange gefackelt. Nicht, dass er die legendäre Uhr im Volksparkstadion, welche auf die Sekunde genau angezeigt hatte, wie lange der Klub schon in der Bundesliga spielte, nun gleich abgeschaltet hätte. Aber wo am Samstag noch «54 Jahre, 261 Tage, 00 Stunden, 36 Minuten und 18 Sekunden» stand, hiess es am Sonntag «130 Jahre, 226 Tage, 11 Stunden, 26 Minuten und 11 Sekunden».

Und wo bisher vor der Uhrzeit noch «in der Bundesliga seit» zu lesen war, gibt es jetzt den Schriftzug «Tradition seit». Besucher erfahren damit seit Sonntag ganz genau, wie lange es den HSV seit der Vereinsgründung im Jahr 1887 schon gibt …

Hatte in der vergangenen Saison am 34. Spieltag gegen Wolfsburg noch ein Tor von Luca Waldschmidt in der 88. Minute den Klassenerhalt gesichert, so half diesmal Lewis Holtbys Treffer zum 2:1-Erfolg über Mönchengladbach nichts mehr. Weil Wolfsburg gegen Köln 4:1 siegte und sich damit in die Auf-/Abstiegsbarrage gegen den Zweitliga-Dritten Holstein Kiel rettete, steigt der Dino erstmals aus der Bundesliga ab. Als Letztes der 16 Gründungsmitglieder aus dem Jahre 1963 wurde er von diesem Schicksal getroffen.

Nun ist eben der Krug gebrochen, der schon verschiedentlich angeschlagen zum Brunnen gegangen war, es jedoch auf wundersame Weise immer geschafft hatte, unversehrt zurückzukommen. Vor drei Jahren hatte sich der HSV in der Barrage gegen den KSC nach einem Fehlentscheid durch einen Freistoss in der Nachspielzeit in die Verlängerung gerettet und noch gewonnen.

Der zweite Trainerwechsel in dieser Saison kam indes zu spät. Unter Christian Titz zeigte der HSV zwar einen sehr ordentlichen Fussball und gewann Punkte, aber es sollte nicht mehr zur Rettung reichen. Nun hat Titz die Aufgabe, die Norddeutschen wieder erstklassig machen.


3. Der FC Zürich scheint bereit für den Cupfinal

Mit einem imposanten 4:1-Sieg über den FC Basel sicherte sich der FC Zürich eine Runde vor Schluss als Tabellenvierter einen Platz in der Europa-League-Qualifikation. Holt er allerdings in zwei Wochen gegen YB den Cupsieg, dann kommt es noch besser, und er steht sogar direkt in der Gruppenphase dieses Wettbewerbs.

Nach einer torlosen ersten Halbzeit drehte der FCZ auf und kam zum ersten Heimsieg gegen den FCB seit fünf Jahren. Dies auf den Tag genau zwölf Jahre nach dem legendären Titelgewinn in Basel nach einem Tor von Iulian Filipescu in der 93. Minute.

Obwohl der FC St. Gallen in Sion seine sechste Niederlage in Folge kassierte, dürfte er sich als Tabellenfünfter ebenfalls für den Europacup qualifizieren. Er hat das Glück, am Samstag den ambitionslosen Absteiger Lausanne zu empfangen und sich mit einem Punktgewinn Thun vom Leib zu halten.

Meistgesehen

Artboard 1