Kommentar
Die wundersame Metamorphose des FC Basel

Der FC Basel gewinnt in Moskau 2:0 – Der Kommentar zum Spiel

Markus Brütsch
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YURI KOCHETKOV

Erfolg im Fussball sei zu 66 Prozent auf Selbstvertrauen zurückzuführen, hat der frühere Bundesligatrainer Peter Neururer einmal gesagt. So exakt messbar ist das Ganze zwar nicht, wie wichtig dieser Faktor im Fussball aber ist, zeigt sich in diesen Wochen besonders gut am Beispiel des FC Basel.

Vor exakt einem Monat befand er sich noch tief im Elend und war nach dem Umbruch im Sommer voller Selbstzweifel. Zumindest von aussen dachte man dies. Der verunsicherte Taulant Xhaka hatte damals die Basler in St. Gallen mit einem katastrophalen Fehler auf die Verliererstrasse gebracht. Gestern nun zeigte der Mittelfeldspieler, was für eine wundersame Metamorphose er und der ganze FCB hinter sich haben.

Ein solches Tor zu schiessen wie Xhaka in Moskau kann nur, wer vor Selbstvertrauen strotzt. Wer befürchtet hatte, ZSKA würde seine Negativserie von 30 Champions-League-Spielen mit mindestens einem Gegentor ausgerechnet gegen den FCB beenden, hatte sich schon nach einer halben Stunde getäuscht gesehen.

Wie stilsicher der Schweizer Meister in Russland auftrat, war mehr als beeindruckend und – en passant – nach dem Benfica-Spiel ein erneut starkes Zeichen des Schweizer Klubfussballs, der sich im Uefa-Ranking 17/18 bisher wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hatte.

Natürlich hat der glanzvolle 5:0-Sieg gegen Benfica Lissabon einen grossen Teil zur Rückkehr des sprichwörtlichen Basler Selbstverständnisses beigetragen. Und nicht zum Schaden des
FC Basel dazu geführt, dass ZSKA gestern mit gehörigviel Respekt angetreten war. Kein Vergleich zum Feuerwerk, das die Russen im August zu Hause im Qualifikationsspiel gegen
YB von Beginn an gezündet hatten.

Der Wendepunkt vom Basler Stotterstart zu altbekannter Stärke war aber das Heimspiel gegen den FCZ; nur drei Tage nach dem Tiefpunkt in St. Gallen. Dass der 1:0-Sieg auch dank einem Fehlentscheid des Schiedsrichters zustande kam, zeigt, wie unendlich viel einzelne Szenen bewirken können.

Apropos Fehlentscheid: Warum der formidable Schiedsrichter Kuipers
in Moskau das vermeintliche 2:0 von Ajeti nicht anerkannte, war nicht ersichtlich. Führt aber zwangsläufig zur Frage, warum die Uefa mit dem Videobeweis noch zuwartet und weiter auf diesen unnützen Torrichter setzt.