WM 2018

Die wertvolle Fracht: Die ersten 3000 Kilometer hat die Schweizer WM-Truppe hinter sich

Gut gelaunt: Valon Behrami freut sich auf die WM in Russland und hat seinen Koffer für eine lange Reise gepackt.

Gut gelaunt: Valon Behrami freut sich auf die WM in Russland und hat seinen Koffer für eine lange Reise gepackt.

Die Nati ist sicher in Russland angekommen – in Togliatti wollen sie ab heute auf WM-Betriebstemperatur kommen. Wie Petkovic betont hat, soll es jetzt richtig losgehen.

Ein letztes Autogramm hier. Noch schnell ein Foto da. Valon Behrami ist gut gelaunt nach dem freien Wochenende. Er ist in der Abflughalle am Flughafen Zürich ein gefragter Mann. Granit Xhaka lächelt beim Besteigen der Swiss-Chartermaschine ebenfalls fröhlich in die Kameras und plaudert kurz mit einem Fluglotsen.

Alles läuft in gewohnten Bahnen und mit der üblichen Schweizer Zurückhaltung ab. Nur wenige Fans, vorwiegend Kinder, sind zugegen. Ist das die Ruhe vor dem Sturm oder einfach nur die Konzentration auf die Dinge, die mit den drei WM-Gruppenspielen unweigerlich und in grossen Schritten kommen mögen?

Etwas verspätet kommt Bewegung auf. Das Flugzeug rollt auf die Startbahn. Vielleicht holt der Pilot in der Marschtabelle ja auf und schafft die knapp 3000 Kilometer Flugdistanz nach Samara unter der vorgesehenen Zeit von 3:50 Stunden. Es ist nochmals ein Moment, um innezuhalten.

Alles wie gehabt

Dann hebt der Airbus 321 mit Flugnummer LX 8910 um 11.25 Uhr ab. Die wertvolle Fracht: 23 Spieler, flankiert von den Verantwortlichen des Verbands und dem Staff um Nationaltrainer Vladimir Petkovic, der gleich hinter dem Piloten in der ersten Reihe in der Business-Klasse Platz genommen hat.

Der Chef in der Business-Class: Trainer Vladimir Petkovic sitzt in der ersten Reihe.

Der Chef in der Business-Class: Trainer Vladimir Petkovic sitzt in der ersten Reihe.

So, wie er das immer tut. Der Sitz neben ihm ist frei, dann folgt Antonio Manicone, Petkovics Assistent, der ihm auch jetzt nicht von der Seite weicht. Alles wie gehabt. Fliegen wir tatsächlich an die WM?

Keine Spur von WM-Romantik

Vladimir Petkovic hat immer betont, erst an diesem Montag werde es richtig losgehen. Nun ist dieser Montag gekommen. Von nun an gilt es, das erste WM-Gruppenspiel vorzubereiten.
In der Luft ist weiterhin keine Spur von WM-Nervosität zu spüren, geschweige denn von WM-Romantik: Weder vorne in der Business-Klasse – hier geniesst Behrami, beim Notausgang günstig sitzend, absolute Beinfreiheit – noch im hinteren Teil des Fliegers.

Dafür hat sich die Swiss etwas einfallen lassen und die Kopfstützen mit Sprüchen wie «Mög de Tschuttigott und alles Glück vo dere Ärde mit euch sii!» verziert. Und zumindest das Unterhaltungsprogramm auf den kleinen Bildschirmen, die von der Decke heruntergeklappt sind, ist mit Tom & Jerry in der Endlosschlaufe für alle gleich, mitreisende Journalisten wie Fussballer.

Nach Stunden der Muse, mit Reissalat und Quiche als Verpflegung, die stimmig mit einem Silser-Fussballbrötchen gereicht werden, bereitet der Pilot die Landung vor. Er meldet noch, dass beim unwahrscheinlichen Fall einer Evakuierung das Handgepäck liegen gelassen werden muss.

Hallo auf Russisch

Aber die Schweiz muss nicht evakuiert werden, auch wenn es geregnet hat und die Landebahn nass ist. Um 17.05 Uhr Ortszeit landet die Maschine auf russischem Boden. Ein Feuerwehrauto steht trotzdem bereit und begrüsst das Schweizer Flugzeug mit einem Wasserstrahl. Hallo auf Russisch.

Wenige später steigen die Spieler aus und eine kleine russische Delegation begrüsst sie. Dann verschwinden sie aus den Augen. Es wartet eine Stunde Busfahrt, bis sie das Basiscamp in Togliatti erreicht haben. Eine bekannte Buchungsplattform bewertet das Resort mit 9,2 Punkten von 10 Punkten.

Fussball-WM: Ankunft in Russland

Fussball-WM: Ankunft in Russland

Nach einem sechsstündigen Flug ist am Montagnachmittag das Schweizer Fussballteam in Samara angekommen. Sein Basislager liegt am Badeort Toljatti, am Ufer der Wolga. Am 17. Juni trifft die Schweiz in Rostow auf Brasilien.

Jetzt schaut sogar die Sonne hervor, sie scheint Freude am Gast aus der Schweiz zu haben. Die Temperatur steigt auf 15 Grad. Ein gutes Zeichen?

Hier also sollen die Schweizer WM-Träume wahr werden. Die Luft riecht frisch an diesem Tag in Russland. Riecht sie nach Erfolg?

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