WM 2018

Die Taktgeber für ein Sommermärchen: Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka wieder im sportlichen Fokus

Shaqiri und Xhaka führten die Schweiz zum Sieg gegen Serbien – sind sie auch die Taktgeber gegen Costa Rica?

Shaqiri und Xhaka führten die Schweiz zum Sieg gegen Serbien – sind sie auch die Taktgeber gegen Costa Rica?

Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka vor der Rückkehr zu ihren spielerischen Tugenden. Einiges ist in den letzten 120 Stunden auf sie zugeflogen. Jetzt können sie sich wieder ganz darauf konzentrieren, die Schweiz zum Sieg zu Führen.

Es ist ein Bild voller Innigkeit. Voller Erleichterung auch. Wie sich Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka im Regen von Kaliningrad umarmen. Es hat etwas Herzliches. Und vielleicht wissen die beiden in diesem Moment auch, dass in den kommenden Tagen einiges auf sie zufliegen würde.

Über niemanden wurde in den vergangenen 120 Stunden mehr geredet als über Shaqiri und Xhaka. Und je länger die Debatten über den Doppeladler dauerten, desto mehr geriet etwas in Vergessenheit, wie es überhaupt hatte dazu kommen können: Dank den herausragenden Leistungen von Shaqiri und Xhaka in der zweiten Hälfte gegen Serbien.

Die beiden standen am Ursprung der Schweizer Wende vom 0:1 zum 2:1. Nicht nur, weil sie die Tore schossen. Shaqiri wirbelte, Xhaka organisierte.

Es war ein Beweis zum ziemlich besten Zeitpunkt, wozu die beiden fähig sind. Denn häufig genug ertappte man sich in der Vergangenheit beim Sinnieren, wie gut Shaqiri und Xhaka eigentlich sein könnten. Um sich dann zu fragen: Wann kommen die nächsten starken Auftritte?

Die Prise Unberechenbarkeit

Shaqiri, seit letztem Oktober 26-jährig, gilt als Mann der grossen Bühne und der grossen Spiele. Beispiele? WM 2014: Drei Tore gegen Honduras. Ein guter Auftritt danach im Achtelfinal gegen Argentinien. EM 2016: Zaubertor gegen Polen im Achtelfinal.

Doch es geht schnell vergessen, dass Shaqiri eben auch ein Spezialist dafür ist, in wichtigen Spielen komplett unsichtbar zu bleiben. Die Duelle mit England in der EM-Qualifikation oder jenes mit Portugal im letzten Oktober in der WM-Quali stehen dafür. Und auch die ersten sieben Halbzeiten an der EM vor jener zweiten gegen Polen waren ziemlich bescheiden.

Xherdan Shaqiri vor der Fussball-WM

Xherdan Shaqiri vor der Fussball-WM

An guten Tagen ist Shaqiri so kreativ, dass er für jene Prise Unberechenbarkeit sorgt, welche die Schweiz, die von ihrer Organisation und der Kompaktheit lebt, eben auch braucht. Und Trainer Vladimir Petkovic dazu bringt, lächelnd vom «organisierten Chaos» zu reden. Dann ist es auch nicht weiter von Bedeutung, ob Shaqiri von rechts oder aus der Mitte agiert.

Das unersetzliche Metronom

Granit Xhaka ist im Nationalteam seit März 2016 der unbestrittene Chef auf dem Platz. Davor konnte er sich nicht so entfalten, wie er das gerne gehabt hätte. Ex-Captain Gökhan Inler nahm zu viel Raum ein. Xhaka entwickelte sich rasch. Nicht, dass die Resultate dafür gesprochen hätten.

Es war die Phase der vielen internen Querelen, 0:1 gegen Irland und 0:2 gegen Bosnien lauteten die Ergebnisse in jenen Testspielen. Aber Xhaka liess sich nicht beirren im Bestreben, das Team fussballerisch zu führen. Häufig gelingt das ganz gut. Er funktioniert dann fast wie ein Metronom, sucht und findet und verteilt den Ball immer und immer wieder.

Manchmal bürdet er sich aber zu viel Druck auf für einen 25-Jährigen. Schliesslich bekommt auch er mit, was es teilweise in der Fussball-Schweiz heisst: Dass Xhaka der einzige unersetzliche Nationalspieler sei. Und das ist nicht nur förderlich. Wie gegen Brasilien zu sehen war.

Klar ist: Shaqiri und Xhaka haben mit ihren Leistungen gegen Serbien auch sich selbst eine hohe Messlatte gelegt. Gelingt es ihnen, diese Auftritte zu wiederholen, erhöht das die Chancen auf ein Schweizer Sommermärchen in Russland erheblich.

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