Die Schweiz verabschiedete sich mit einem Sieg aus der WM-Qualifikation. Dank des 1:0 in Bern gegen Slowenien überstand die SFV-Auswahl erstmals seit 64 Jahren eine Qualifikation ungeschlagen.

Das entscheidende Tor schoss Granit Xhaka mit einem Weitschuss (74.). Slowenien ist ausgeschieden.

(Quelle: Youtube.com)

Hier schiesst Granit Xhaka sein Traumtor gegen Slowenien

Granit Xhaka belohnte die Schweizer für eine nach der Pause engagiertere und auch spielerisch verbesserte Leistung. Der Bundesliga-Professional von Mönchengladbach schloss eine Einzelleistung mit einem wunderbaren Schuss aus rund 22 Metern unter die Latte ab. Xhaka setzte damit die Klammer um eine WM-Kampagne, in der die Schweiz in zehn Spielen 24 Punkte holte und die Konkurrenz letztlich um sieben und mehr Punkte distanzierte. Xhaka war es nämlich Anfang September 2012 gewesen, der in Slowenien das erste Tor der Schweizer auf dem Weg an die Endrunde in Brasilien erzielt hatte.

Das Stade de Suisse war mit rund 22'000 Zuschauern zwar nicht ausverkauft, bildete letztlich aber dennoch und trotz Nieselregen einen schönen Rahmen für die Schweizer Fest-Gemeinde. In brasil-gelben Shirts und mit einem Banner mit der Aufschrift "Danke, Merci, Grazie, Obrigado" verabschiedeten sich die Schweizer Spieler nach dem Schlusspfiff auf einer minutenlangen Ehrenrunde vom Publikum.

Schweiz wieder unter Top Ten

Der Sieg gegen Slowenien war für den Ausgang der WM-Qualifikation ohne Bedeutung, doch er katapultiert die Schweiz zumindest vorübergehend in den Elite-Zirkel der Fussball-Welt. Erstmals seit Oktober 1995 wird sie im FIFA-Ranking unter den Top Ten geführt. Und wenn in der Nacht auf heute Mittwoch Kolumbien oder Uruguay ihr abschliessendes Spiel gewonnen haben, ist die Schweiz bei der Gruppenauslosung sogar im Topf 1 gesetzt.

Sieben Wechsel hatte Hitzfeld nach dem entscheidenden 2:1-Sieg in Albanien vorgenommen. Es konnte so der Abend der Ersatzspieler werden. Eines Philippe Senderos etwa, der zum Abschluss der WM-Qualifikation erstmals in der Startformation stand und der letztmals im Mai 2012 mit seinem Genfer Kumpel Johan Djourou das Abwehrduo der Schweiz gebildet hatte. Oder eines Tranquillo Barnetta, der zum Ende des letzten Jahres seinen Stammplatz verloren hatte. Auch Reto Ziegler spielte erstmals seit einem Test im vergangenen November in Tunesien wieder von Beginn weg.

Es waren so viele Wechsel, dass das Team sich erst einmal finden musste. Dass dies auf Kosten des Spektakels ging, konnte nicht verwundern. In der ersten Halbzeit fehlte der Druck hinter den Aktionen, denn die Schweizer begnügten sich damit, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. So dauerte es bis zur 33. Minute, ehe Sloweniens Keeper Samir Handanovic erstmals eingreifen musste. Zieglers Freistoss aus rund 25 Metern konnte er nur mit Mühe abwehren. Mehr Gefährliches hatten die Schweizer vor der Pause nicht zu bieten und es war ihr Glück, dass sie nicht früh in Rückstand geraten waren. Der holländische Schiedsrichter Björn Kuipers hatte nämlich in der 9. Minute ein klares Handspiel von Reto Ziegler im Strafraum nicht gesehen.

Seferovic mit mehreren Chancen

Nach der Pause waren die Schweizer bemüht, Tempo und Druck zu erhöhen und sie kamen tatsächlich zu guten Chancen. Haris Seferovic kam dreimal einem Treffer nahe, bei der besten Szene schoss er den Ball nach Vorarbeit von Gökhan Inler knapp am entfernten Pfosten vorbei (54.). Das Spiel wurde interessanter, weil die Slowenen nach vorne mehr unternahmen. Sie waren Mitte der zweiten Halbzeit und dem 1:1-Zwischenstand im Spiel Norwegen - Island nur ein Tor von der Barrage entfernt.

Dieses Tor schien Tatsache, als Spielmacher Kevin Kampl nach einem Fehlpass von Johan Djourou alleine auf Yann Sommer zulief, aber am Reflex des Schweizer Ersatzkeepers scheiterte (64.). Sommer bewahrte die Schweiz vor dem Rückstand und ebnete somit den Weg zum Sieg, den Xhaka zehn Minuten später herausschoss. Sommer war während 90 Minuten ohne Fehl und Tadel und am Ende der beste Schweizer, weil er in der Schlussphase den Sieg mit einer Parade gegen Tim Matavz rettete.

Sommer verdiente sich die Bestnoten, vielleicht zusammen mit Pajtim Kasami, der nach seiner Einwechslung in der Schlussviertelstunde viel Zug ins Spiel brachte und sich zwei gute Chancen erarbeitete. Ansonsten war der Eindruck der Schweizer zwiespältig. Dass sie in dieser ungewohnten Besetzung ein Team zu schlagen vermochten, das zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte und noch um den Barrage-Platz kämpfte, spricht für sie. Letztlich gelang aber keinem eine individuell überragende Leistung.

Senderos und Djourou kamen zwar um ein Gegentor herum, doch wirkten sie nicht immer sicher. Das traf auf Djourou mehr zu als auf Senderos, weil ihm vor der Chance Kampls ein schlimmer Fehler unterlief und weil ihm kurz darauf auch Stürmer Tim Matavz gefährlich enteilte. Die Aussenverteidiger Ziegler und Michael Lang blieben defensiv solide, offensiv dagegen nahezu wirkungslos. Barnetta und Admir Mehmedi waren auf der Seite mit mehr Druck als Granit Xhaka im Zentrum, der bis zu seinem sehenswerten Treffer sehr diskret blieb.

Captain Gökhan Inler und Blerim Dzemaili kam im defensiven Mittelfeld der Verdienst zu, dass die Schweiz den Gegner mehrheitlich im Griff hatte. Vorne arbeitete Haris Seferovic gewohnt hart, lief viel und kam diesmal auch zu zwei gefährlichen Abschlüssen. Auf sein erstes Tor für die Schweiz in dieser Saison wartet er aber auch nach dem fünften Spiel noch. Die fehlenden Stürmertore waren ein Makel dieser Schweiz in dieser WM-Qualifikation. Ein Makel, der in keiner Weise ins Gewicht fiel.

Telegramm: Schweiz - Slowenien 1:0 (0:0)

Stade de Suisse. - 22'014 Zuschauer. - SR Kuipers (Ho). - Tor: 74. Xhaka 1:0.

Schweiz: Sommer; Lang, Senderos, Djourou, Ziegler; Dzemaili, Inler; Barnetta (71. Kasami), Xhaka, Mehmedi (87. Fernandes); Seferovic (71. Derdiyok).

Slowenien: Handanovic; Brecko, Ilic, Cesar, Struna; Pecnik (43. Matavz), Mertelj (79. Ljubijankic), Kurtic, Kirm; Kampl (86. Lazarevic); Novakovic.

Bemerkungen: Schweiz ohne Von Bergen (gesperrt), Lichtsteiner, Shaqiri, Schwegler (alle verletzt), Slowenien ohne Birsa, Jokic, Ilicic (alle verletzt). 80. Kopfball von Ljubijankic gegen die Latte. Verwarnungen: 33. Kurtic, 37. Pecnik, 40. Xhaka, 42. Struna, 57. Mertelj, 90. Cesar (alle Foul).

Liveticker

Herzlich Willkommen, liebe Fussballfreunde!

Die Schweizer spielen heute mit folgender Aufstellung: Sommer im Tor, auf dem Feld: Mehmedi, Dzemaili, Inler, Xhaka, Seferovic, Djourou, Lang, Senderos, Ziegler, Barnetta.

Die Slowenen spielen folgendermassen: Handanovic im Tor, die Feldspieler sind Mertelj, Kirm, Struna, Cesar, Ilic, Kurtic, Kampl, Novakovic, Brecko, Pecnik.

Die Slowenen singen inbrünstig ihre Hymne - trotz strömenden Regens im Stade de Suisse.

Die Schweizer singen - und mit ihnen die Schweizer Fans.

Ottmar Hitzfeld ist angespannt, als ginge es heute noch um die Qualifikation.

Die Norweger starten übrigens mit derselben Elf ins Match wie zuletzt gegen Norwegen.

Das Spiel läuft nun seit einer Minute. Die Schweiz kommt erstmals in die Nähe des Sechzehners.

4. Die Slowenen stören früh im Mittelfeld.

Fünf Minuten sind gespielt - wir warten noch auf die erste Torchance.

Erster Slowenische Schuss - Sommer lässt abklatschen. Zum Glück steht keiner bereit für den Abpraller.

Abgefälschter Schuss: Erste Ecke für die Gäste.

Slowenien reklamiert - Handspiel im Elfer? Es war ein Handspiel von Ziegler. Da hätten sich die Schweizer nicht über einen Elfmeter für Slowenien beschwerden dürfen!

Die ersten zehn Minuten sind vorbei: Slowenien macht weiter Druck.

Jetzt die erste Ecke für die Schweiz. Barnette - gar nicht schlecht - aber der Goalie klärt.

Am 7. September letztes Jahr trat die Schweiz übrigens in Slowenien an, zum Auftakt der WM-Quali: 2:0 gewannen wir damals.

Die Tore machten Xhaka und Inler. Beide stehen heute in der Startformation. Er faustet den Ball weg, ehe Mehmedi an den Ball kommt.

54. Minute: Riesenchance für die Schweiz.Ecke für die Schweiz: Seferovic mit einem Kopfball. Aber der Goalie ist wach!

0:0 - aber den Schweizer Fans gefällts: "Olé, olé", singen sie.

Die Schweizer kommen besser ins Spiel.

Gute Szene der Slowenen - aber Lang klärt im Strafraum.

Es regnet nach wie vor im Stade de Suisse in Bern.

Keine Gefahr bei der zweiten Ecke der Gäste - 22 Minuten sind gespielt.

Die Statistik spricht für die Schweiz: 4 der 6 Spiele hat sie gegen Slowenien für sich entschieden. Bei einem Torverhältnis von 13:5.

Ein Tor für die Schweiz zum jetzigen Zeitpunkt käme aber eher überraschend.

Gute Chance für Slowenien! Pecnik zieht aus wenigen Meter ab, doch Barnette kann den Ball ablenken. Eckball gibts aber nicht.

Die Schweiz im Strafraum von Slowenien, aber Seferovic ist im Offside.

Eine halbe Stunde ist vorbei. Das Spiel ist arm an Höhepunkten - leider.

33. Minute: Gelb an Ilic! Freistoss aus etwa 25 Metern für die Schweiz.

Ziegler - toller Schuss! Aber Handanovic pariert.

Eine Ecke für Slowenien bringt nichts.

Wieder Gelb - in der 37. Minute.

Diesmal für Pecnik, nach einem Foul an Inler.

Guter Schuss von Mehmedi aus 20 Meter, von halblinks. Er geht aber übers Tor.

Wieder Mehmedi mit einem Schuss, der Ball wird abgefälscht und landet neben dem Tor.

40. Minute: Die Ecke bringt nichts.

40. Minute: Jetzt sieht Xhaka Gelb für ein Foul.

Mittlerweile macht die Schweiz den besseren Eindruck. noch knapp drei Minuten bis zur Pause.

Wieder Gelb - für Struna. Er foulte Xhaka, nachdem der ihn an der Aussenlinie getunnelt hat.

43. Minute: Die Slowenen wechseln. Pecni raus - Matavz rein.

45. Minute: Wieder Ecke für die Schweiz. Barnetta tritt sie gleich.

Sie bringt leider nichts. Die Nachspielzeit läuft.

Pause - nach fast 47 Minuten. Es steht 0:0. Zwischen Norwegen und Island steht es zur Pause 1:1.

Die zweite Halbzeit läuft. 51. Minute: Eine kleine Chance für die Schweiz - der Schuss von Dzemaili geht über das Tor.

Riesenchance für die Schweiz - doch Barnettas Schuss geht knapp vorbei.

59. Minute: Guter Kopfball von Seferovic, doch wieder übers Tor.

63. Minute: Riesenchance für Slowenien - aber Sommer rettet mit starker Parade.

Fast im Gegenzug: Seferovic verpasst eine Flanke nur knapp, fünf Meter vor dem Tor.

65. Minute: Überzahl für die Schweizer. Dzemaili schiesst im Strafraum, aber rutscht aus, und der Ball wird geblockt.

70. Minute: Seferovic wieder im Strafraum - Pass zu Xhaka - Chance vertan.

71. Minute: Zwei Wechsel bei der Schweiz. Kasami kommt für Barnetta, Derdiyok für Seferovic.

72. Minute: Topchance für die Schweizer. Aber Handanovic hat noch eine Hand dazwischen. Tolle Vorbereitung von Kasami, der sein Nati-Debüt feiert.

74. Minute: TOOOOOOOOR!!! Xhaka!! 1:0 für die Schweiz - was für ein geiles Tor!!

Dzemaili mit dem Assist. Schuss mit links in die rechte obere Ecke, Handanovic streckt sich vergeblich.

76. Minute: Wechsel bei Slowenien: Zlatan Liubijankic ersetzt Ales Mertelj.

80. Minute: Jetzt eine Glanzparade von Sommer.

Ein Kopfball von Slowenien an die Latte.

81. Minute: Toller Lauf von Derdiyok, aber Handanovic pariert toll.

82. Minute: Kasami täuscht seinen Gegenspieler im Strafraum - Schuss, aber Handanovic hält schon wieder!

84. Minute: Wieder eine Chance für die Schweiz - Xhana nach Pass von Mehmedi. Aber es gibt nur eine Ecke.

Ecke: Handanovic klärt mit der Faust. Noch sechs Minuten.

87. Minute: Freistoss für die Schweiz aus 17 Metern Distanz.

Zuerst aber ein Wechsel bei der Schweiz: Mehmedi verlässt das Feld, Fernandes kommt.

88. Minute: Derdiyok tritt den Freistoss. Ein scharfer Schuss, aber nicht besonders platziert. Handanovic pariert.

89. Minute: Novakovic mit der grossen Chance zum Ausgleich. Aber Sommer pariert den Ball, ein starker Reflex!

Und jetzt noch eine Gelbe Karte, gegen Cesar (Slowenien), noch knapp eine Minute ist zu spielen.

Auf der Schweizer Bank werden gelbe T-Shirts verteilt: «Brasilien, wir kommen»

90 Minuten sind vorbei. Drei Minuten Nachspielzeit angezeigt.

92. Minute: Sommer hält einen Schuss - ganz sicher.

93. Minute: Die Zuschauer stehen alle auf. Und jetzt ist das Spiel aus - 1:0 für die Schweiz!

Norwegen und Island spielen 1:1.Damit ist Island als Zweitplatzierter in der Barrage.

Die gelben T-Shirts werden verteilt. Nur Ottmar Hitzfeld trägt kein Gelb. Er sitzt ganz allein auf der Bank.

Danke! Merci! Grazie! Die Schweizer laufen mit einem grossen gelben Transparent über den Rasen. Und sie jubeln - verdientermassen!

Eine Pokalübergabe gibts heute aber leider nicht. Noch nicht - da müssen wir wohl noch ein Jahr warten... Oder nicht mal. Die WM ist ja schon im Sommer.

Jetzt ist auch Hitzfeld bei seinen Spielern. Inler hat ihn geholt. Trainer und Spieler applaudieren den Fans.

Allen Leser noch einen schönen Abend - bis zum nächsten Mal!