Europa League

Die schönste Nachricht vor der bitteren Niederlage gegen Chelsea

Marco Streller (r.) steht FCB-Trainer Murat Yakin noch bis 2015 zur Verfügung.GEORGIOS KEFALAS/Keystone

Marco Streller (r.) steht FCB-Trainer Murat Yakin noch bis 2015 zur Verfügung.GEORGIOS KEFALAS/Keystone

Der FC Basel kann bis 2015 auf die Dienste von Captain Marco Streller zählen. Dies verkündet der FC Basel am Donnerstagabend kurz vor dem Europa-League-Knüller gegen den FC Chelsea.

Es ist 20.45 Uhr, als Stadionsprecher René Häfliger ankündet, dass noch vor dem Anpfiff des Halbfinal-Hinspiels zwischen dem FC Basel und Chelsea ein Geheimnis gelüftet wird. Die Nachricht muss schon von besonders hoher Bedeutung sein, damit sie Aufnahme ins Vorprogramm des Spiel des Jahres findet.

Die 36'000 Zuschauer im St. Jakob-Park wurden nicht enttäuscht. Um 20.50 Uhr erscheint auf den Stadion-Bildschirmen Marco Streller. Und was der Captain des FCB verkündet, sorgt für den ersten ohrenbetäubenden Lärm am Donnerstagabend. «Hallo zusammen. Ich möchte euch mitteilen, dass ich meinen Vertrag um ein Jahr bis 2015 verlängert habe.» Derweil schiesst sich Streller vor der Muttenzerkurve für die Partie warm, die Fans skandieren seinen Namen. Bevor er zum Umziehen in der Kabine verschwindet, klatscht Streller der Menge zu.

Strellers Umdenken

Die Nachricht kommt überraschend. Zum einen wegen des Zeitpunktes. Im letzten Saisonviertel werden eher Neuverpflichtungen statt Vertragsverlängerungen kommuniziert. Zum anderen ging die Tendenz in den letzten Wochen dahin, dass Streller im Sommer 2014 seine Karriere beendet. Dies tönte er zu Beginn des Jahres während des Besuchs an einer Schule zum ersten Mal an.

Laut FCB-Sportchef Georg Heitz kam Strellers Umdenken auch für die Klubführung überraschend. «Marco ist vor vier Tagen an uns herangetreten mit dem Wunsch, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern», sagt Heitz. Von Klubseite habe der Wille, den Captain länger als bis im Sommer 2014 zu behalten, immer bestanden. «Er ist in erster Linie ein sehr guter Stürmer. Dazu als gebürtiger Basler eine absolute Identifikationsfigur.» Am Mittwoch hatte Streller seinen neuen Vertrag unterzeichnet.

Im Jahr 2000 stiess der frühere Schweizer Nationalspieler vom FC Arlesheim zu Rotblau. Nach leihweisen Abstechern zu Thun und Concordia Basel schaffte er in der Hinrunde der Saison 2003/04 mit 13 Toren den Durchbruch im FCB-Trikot. Im Januar 2004 wechselte Streller zum VfB Stuttgart und wurde mit den Schwaben 2007 Deutscher Meister. Zwischenzeitlich war er an Köln ausgeliehen.

Nach dem Titel mit Stuttgart kehrte er ans Rheinknie zurück. Seither gewann er mit dem FCB vier Mal den Schweizer Meistertitel. 2011 löste er den scheidenden Franco Costanzo als Captain ab. Von 2009 bis 2012 bildete er zusammen mit Alex Frei eines der gefährlichsten Sturmduos in Europa. In der aktuellen Saison führt Streller die Torjägerliste der Super League zusammen mit St. Gallens Oscar Scarione an (14 Treffer).

Strellers Vertragsverlängerung sollte aus Sicht des FC Basel am Donnerstagabend die einzige schöne Nachricht bleiben.

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