Die Sonnenstrahlen lassen den Fifa-Hauptsitz in Zürich in strahlendem Glanz erscheinen. Die Fahnen wehen im kalten Wind gleichmässig im Takt. Stille und Ruhe liegt über der Anlage. Nur einzelne Journalisten und Sicherheitsmänner streifen herum.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Seit Bekanntwerden der neuesten Erkenntnisse um Fifa-Präsident Sepp Blatter und Uefa-Präsident Michel Platini brennt der Baum. Der Franzose hatte gestern um eine Anhörung bei der Fifa-Ethikkommission gebeten. Anlass dafür dürfte die ominöse 2-Millionen-Zahlung Blatters sein, die Platini vor den Präsidentschaftswahlen 2011 erhalten hat.

Doch auch Blatter dürfte in den letzten Tagen nicht gut geschlafen haben. Nachdem die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren eröffnet hat, wackelt sein Stuhl mehr denn je. Wie brisant die Situation ist, verdeutlicht die Lage vor dem Fifa-Hauptsitz.

Schlechte Stimmung vor dem Haupteingang

Sicherheitsmänner stehen vor dem abgeriegelten Haupteingang. «Kein Durchlass» hallt es schon von weitem. Bei genauerem Nachfragen sagt ein Sicherheitsmann mit harscher Stimme: «Die Medien nerven. Darum bleibt der Hauptsitz bis mindestens Mittwoch abgeriegelt.» Den englischen Journalisten ist dies egal. Vor der Ausfahrt der Tiefgarage haben sie ihre Kameras aufgestellt.

Sie sind hier seit Monaten. Der Fifa-Skandal hält sie seit Ende Mai auf Trab. Damals wurden kurz vor den Präsidentschaftswahlen mehrere Fifa-Funktionäre in Zürich verhaftet. Einige davon wurden inzwischen an die USA ausgeliefert.

Der Wetterbericht verspricht bis und mit Freitag sonniges Wetter in der ganzen Schweiz. Es wäre aber nicht überraschend, wenn beim Fifa-Hauptsitz in Zürich schon früher dunkle Wolken aufziehen.