U21-EM

Die rollenden Schweizer Steine

Findet Pierluigi Tami erneut die richtigen Worte?

Findet Pierluigi Tami erneut die richtigen Worte?

Der Schweizer U21 steht im EM-Halbfinal gegen Tschechien ein weiteres Highlight bevor. Die seit Tagen überzeugende Equipe besitzt die Klasse, ins Endspiel vorzustossen.

In vorletzter Minute haben die Tschechen gegen die Engländer (2:1) am vergangenen Sonntag das Out nach der Gruppenphase abgewendet. Ein ähnliches Szenario wollen die Schweizer keinesfalls zulassen. Es ist zwar mit einer physisch harten Auseinandersetzung zu rechnen, aber wohl eher nicht mit einem Einbruch der Schweizer, die ohnehin auf einem diametral anderen Level spielten als Englands schwer enttäuschender Nachwuchs.

Abgehoben hat in den Reihen der verlustpunktlosen Schweizer niemand. Kein Spieler, kein Betreuer, schon gar nicht der Chef-Coach Pierlugi Tami selber: "Ich sehe bei uns keine spezielle Euphorie." Der Fokus ist vollumfänglich auf den Hauptschauplatz in Herning gerichtet. Nebengeräusche gibts keine. Die Energie fliesst weiterhin kanalisiert.

Die Schweizer haben im bisherigen EM-Verlauf keine Fehler gemacht. Der Stratege Tami taktierte immer richtig. Der zwar leise, aber kompromisslose Tessiner managte das gesamte Kader vorzüglich - also auch die (unzufriedenen) Ersatzspieler. Seine Pläne wurden perfekt umgesetzt. Es war ein makelloser Auftritt - vor allem auf und fraglos auch neben dem Platz. Bessere Repräsentanten kann sich der Verband im Prinzip nicht wünschen.

Vor neun Jahren stürmte schon einmal eine Schweizer U21-Equipe an der Euro im eigenen Land unter die letzten vier - Alex Frei und Co. lösten eine flächendeckende Euphorie aus. Vom Kern jenes Teams profitierte das A-Team in den folgenden Jahren enorm; die Schubwirkung der Nachwuchsabteilung war nachhaltig.

Mit der damaligen Auswahl sind die aktuellen Hoffnungsträger aber eigentlich nicht 1:1 zu vergleichen. In Dänemark traten die Schweizer bisher markant dominanter auf. Sie bestimmten in jeder Partie den Rhythmus. Die makellose Bilanz (9 Punkte und 6:0 Tore) ist der statistische Nachweis. In jeder Zone beherrschten die Schweizer ihre nahezu chancenlosen Kontrahenten.

Anders als die Tschechen mit ihrer zähflüssigen Zermürbungs-Taktik haben die weitaus kreativeren und unberechenbareren Schweizer offensive Elemente im Sinn. Tami hat diese positive Haltung 24 Stunden vor dem Anpfiff seiner wichtigsten Partie als Coach bekräftigt: "Wir machen alles, um diese Partie zu gewinnen." Nicht die Angst vor einem Fehltritt steht im Vordergrund, sondern der bedingungslose Siegeswille. Der Gegner wird zwar respektiert, aber nicht überhöht dargestellt, sondern ausnahmslos topseriös beobachtet und analysiert.

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