Old Boys gegen YB – eigentlich ist es eine kleine Sünde, das Cupspiel vom Sonntag, 17.09.2017 auf diese Art anzukündigen. So, wie der Super-League-Klub dies auf seiner Homepage macht. Wenn die Affiche aber, wie auf dem offiziellen Match-Plakat, Old Boys gegen Young Boys heisst, ist alles viel reizvoller.

Auf der Schützenmatte (15 Uhr) kommt es zum Duell zweier Klubs mit höchst ungewöhnlichen Namen. Namen, die von keinen anderen Fussballvereinen getragen werden und denen am nächsten noch Lionel Messis Stammklub Newell’s Old Boys aus Argentinien kommt. Immerhin ein bisschen verwandt sind die Ocean Boys in Nigeria, die Sport Boys Warnes in Bolivien, die Kozakken Boys in Holland und die Blue Boys in Luxemburg.

Aus Turnern werden Fussballer

Die Gründungsgeschichte der Old Boys Basel und Young Boys Bern ist eng verknüpft. In Basel legten am 20. Oktober 1894 zwanzig Turner des Realschulturnvereins den Grundstein für einen neuen Verein. Dieser gab sich den Namen FC Old Boys, weil die Mitglieder zu alt für den RTV waren, aber noch lange jung genug, um Fussball zu spielen.

In Bern derweil gründeten am 14. März 1898 ein paar Jungs neben dem FC Bern einen neuen Klub. Weil sie ein Gastspiel der Old Boys in Bern ziemlich beeindruckt hatte, liessen sie sich zum Klubnamen FC Young Boys inspirieren und übernahmen auch gleich noch die Farben gelb und schwarz. Und es gibt noch eine Parallele: Nachdem aus dem FC Old Boys nach dem Beitritt der Leichtathleten 1920 der BSC (Basler Sportclub) Old Boys geworden war, wurde 1925 in Bern aus dem FC Young Boys nach der Eingliederung der Boccia-Sektion der BSC (Berner Sportclub) Young Boys.

Während sich die Klubs in frühen Jahren noch des Öfteren begegnet waren, etablierten sich die Berner in der Folge als Schweizer Spitzenverein mit einigen Titelgewinnen, die Old Boys dagegen standen oft im Schatten des FC Basel, spielten aber Ende der 80er-Jahre bis in die 90er-Jahre hinein in der Nationalliga B. Und sie hatten mit Leopold Kielholz (mit 40 Toren für Servette Inhaber des Saisonrekords in der höchsten Spielklasse), Jeff Saibene, Eren Derdiyok, Timm Klose und Breel Embolo einige Akteure in ihren Reihen, die sich später einen Namen machten.

Letztes Direktduell vor fast 30 Jahren

Kam es in jüngerer Zeit allenfalls in der 1. Liga zwischen den Old Boys und der zweiten Mannschaft der Young Boys zu Direktduellen, so liegt der letzte richtige Ernstkampf fast 30 Jahre zurück. Am. 2. April 1988 gewannen die Young Boys vor 2300 Fans im Wankdorf den Cupachtelfinal gegen den NLB-Klub durch ein Tor von Nilsson in der letzten Minute 1:0.

Auch dabei war damals der Basler Martin Jeitziner, allerdings im Team von YB. «An jenes Spiel mag ich mich nicht erinnern», sagt der 54-Jährige, «dafür umso mehr an das Jahr zuvor, als ich mit YB Cupsieger wurde.» Es ist bis heute der letzte Titelgewinn der Young Boys. Während Jeitziner damals 24 Jahre jung war und daher zu den Young Boys passte, traf dies auch später zu, als er sich als 32-Jähriger für eine Saison dem 1.-Liga-Klub Old Boys anschloss.

Er ist damit einer der ganz wenigen Spieler, wenn nicht der einzige, der sowohl für die Young Boys wie auch für die Old Boys am Ball war. «Das Jahr bei OB ist das dunkelste meiner Laufbahn. Wir waren der Aufstiegsfavorit Nummer eins und stiegen am Ende in die 2. Liga ab», sagt Jeitziner. Kontakt zu OB hat er nicht mehr.

Dort führt Sayilir Aziz in der Promotion League das Zepter als Trainer. Mit einem Durchschnittsalter von 23,1 Jahren erweist sein Kader dem Klubnamen indes keine Ehre, während die Young Boys mit 24,5 Jahren gerade noch als Young Boys durchgehen. «Stimmt, wir sind eine junge Mannschaft», sagt Aziz. «Wir haben einen guten Teamgeist und gegen den FCB und GC zuletzt gute Cupspiele gemacht. Mal schauen, was passiert, wenn es uns gegen YB gelingt, mutig aufzutreten.»