EM 2016
Die Nati auf grosser Fahrt

Ein Schifffahrt für den Erfolg. Das Schweizer Nationalteam nimmt auf dem Luganersee Fahrt auf für die EM, die in acht Tagen beginnt.

Etienne Wuillemin
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Coach Petkovic und Captain Lichtsteiner haben das Ruder in der Hand.

Coach Petkovic und Captain Lichtsteiner haben das Ruder in der Hand.

Keystone

Es ist ein Bild mit Symbolcharakter. Stephan Lichtsteiner übernimmt das Steuer des Schiffs. Für einige Momente steuert er den Kahn mit dem passenden Name «Lugano» auf dem See. Ganz so, wie er das Schweizer Schiff an der Europameisterschaft als neuer Captain zum Erfolg steuern will. «Die Captain-Binde? Die ist überschätzt», sagt er, «wir sind ein Team von 11 Captains auf dem Platz.»

Der Kanton Tession bereitet der Schweizer Delegation einen warmen Empfang. Zuerst im Kulturzentrum, dann auf dem Gewässer. Die Aussicht auf die umliegenden Hügel während der gut zweistündigen Schifffahrt ist prächtig. «Wir sind alle im selben Boot», hat Nationaltrainer Vladimir Petkovic schon im Vorfeld betont. Der offene Zugang - auch zur Öffentlichkeit - in diesen Tagen ist augenfällig.

Titanic geht anders: Breel Embolo am Bug des Schiffes

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Keystone

Neun Tage sind es heute noch bis zum ersten Schweizer EM-Auftritt gegen Albanien. Aber noch ist nichts von Anspannung zu spüren. Auch die Fragen nach der Sicherheit trüben das Bild nicht. Johan Djourou sagt: «Ich bin sicher, Frankreich hat die Lage im Griff. Wenn ich mir Sorgen mache, dann am ehesten um die Fans. Es wird nicht möglich sein, in jeder Fanzone Unmengen von Polizisten zu platzieren.» Derweil erzählt Valon Behrami - der einzige Tessiner im Team - von früheren Tagen in seiner Heimat Stabio. Und Xherdan Shaqiri hofft, dass die Schweizer im letzten Testspiel gegen Moldawien noch einen überzeugenden Sieg einfahren - «das wäre wichtig für den Kopf. Um mit einem Erfolgserlebnis an die EM zu fahren.»

Die Schweiz würdig vertreten

Der Nationalmannschafts-Delegierte Peter Stadelmann sagt in seiner Rede: «Die Tessiner sind ein glückliches Volk. Sie haben den neuen Gotthard-Eisenbahn-Tunnel. Bald dürfen sie eine zweite Röhre bauen. Und nun haben sie auch noch die Nationalmannschaft zu Gast.» Petkovic verspricht danach, in Frankreich alles zu geben, um «unser Trikot würdig zu vertreten». Und der Tessiner Regierungspräsident Paolo Beltraminelli ruft Petkovic euphorisch zu: «Caro Vlado, wir alle hoffen, dass dein Team den Erfolg hat, den es verdient!» Das Ziel heisst: Viertelfinal.

Die gesamte Crew, die in den Sonnenuntergang schipperte

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Keystone

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