FC Basel

Die Mitglieder des FC Basel nehmen das Konzept an

Bernhard Burgener ist da. Erstmals spricht er zu den FCB-Mitgliedern.

Bernhard Burgener ist da. Erstmals spricht er zu den FCB-Mitgliedern.

An der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des FC Basel stimmten 1986 der 2389 anwesenden Mitglieder dem Verkauf der Aktienmehrheit an der FC Basel Holding AG an Bernhard Burgener zu.

Von den 2389 der 8369 anwesenden FCB-Mitgliedern stimmten 1986 dem Verkaufs-Antrag zu. Der 59-jährige Medienunternehmer und Multimillionär Burgener übernimmt damit den Anteil von 90,6 Prozent an der FCB-Holding, den der bisherige Verwaltungsrat um Bernhard Heusler und Georg Heitz unter sich aufgeteilt hatte. Die Aktionäre der Holding halten 75 Prozent an der ausgelagerten, den Profibetrieb betreffenden FC Basel 1893 AG.

Überraschungen blieben an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung in der St. Jakobshalle aus. Mit der Vorstellung seines Konzepts fand Burgener Anklang. Er will die Dinge im Klub nicht auf den Kopf stellen, das regionale Element aber stärken. Sechs bis acht Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wolle er künftig im Fanionteam haben, sagte Burgener.

Die Zielsetzung bleibe unter ihm die gleiche: Der FCB soll Meister werden, den Cup gewinnen, sich für die Champions League qualifizieren und europäisch Überwintern. Burgener rechnet mit etwas weniger Erlös gegenüber den besten Jahren, dafür mit einer stärkeren Identifikation im Verein, indem man wieder vermehrt auf eigene Junioren setzt.

Für die Schlüsselpositionen im Profibereich sieht Burgener wie kolportiert Marco Streller als Sportchef, Massimo Ceccaroni als Nachwuchsverantwortlicher und Alex Frei als Stratege vor. Marketingchef Martin Blaser soll den Verwaltungsrat komplettieren, Ruedi Zbinden Chefscout bleiben. Selbst will Burgener in beiden Verwaltungsräten vertreten sein. Im Profibereich möchte er einen CEO einsetzen. Details dazu gab er noch keine bekannt.

Keine Angaben zum Kaufpreis

Über den Kaufpreis schwiegen sich die Parteien aus. "Das ist Privatsache zwischen Privatpersonen", sagte der scheidende Klub-Präsident Heusler. Es sei keine Summe, welche die Leute für absolut unanständig hielten. Gemäss Informationen des "Blick" bezahlt Burgener zehn bis zwölf Millionen Franken für das Paket von 89,2 Prozent an der Holding AG.

Neu will der Klub Dividenden ausschütten. 50 Prozent des allfälligen Gewinns soll als Dividende ausgezahlt werden - drei Viertel an die Aktionäre der Holding AG, der andere an den Verein. Sollte Burgener seine Anteile einst verkaufen wollen, ginge dies wiederum nur nach Konsultation der Vereinsmitglieder.

Der bevorstehende Machtwechsel beim FCB ist seit Mitte Februar bekannt. Anders als in einer gewöhnlichen Aktiengesellschaft haben die Mitglieder der ausgelagerten FC Basel 1893 AG seit 2016 die Entscheidungsgewalt über einen möglichen Verkauf der Holding-Anteile. Dem Verkauf erteilten sie mit ihrer Zustimmung nun grünes Licht. Die Schlüsselpositionen in der FC Basel 1893 AG werden erst an der Generalversammlung am 9. Juni definitiv besetzt.

FCB-Fan und knallharter Geschäftsmann

Bei seiner Vorstellung bemühte sich Burgener um Transparenz. Er stellte zunächst sich eingehend vor: als Basler, der seit klein auf Fan des FCB ist und dem der Klub am Herzen liegt. Und als einer, der in seiner beruflichen Laufbahn immer das Produkt und nicht sich selbst in den Vordergrund stelle.

In der Wirtschaftswelt hat Burgener derweil nicht nur Freunde. Auf seinem Weg zum Multimillionär schuf er sich auch Feinde. Als Besitzer einer Videothekenkette wurde er zum Millionär, heute ist er unter anderem im Filmbusiness (Constantin Film) tätig und an der Vermarktung der Champions League beteiligt. Aktuell streitet er vor mehreren Gerichten in Deutschland und in der Schweiz um die Stimmrechte von Constantin-Medien, von denen er rund einen Drittel kontrolliert.

Der beim FCB abtretende Bernhard Heusler hatte 2012 die Nachfolge von Gigi Oeri an der Spitze des Klubs angetreten und dabei 89,2 Prozent der Holding-Aktien seiner Vorgängerin übernommen. Ende 2015 reichte er 45 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte, seiner Anteile weiter, mitunter gingen 25 Prozent an Sportdirektor Georg Heitz über. Er wolle richtigen Zeitpunkt für seinen Absprung nicht verpasst haben, sagte er bei der Bekanntgabe. (sda)

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