EM-Qualifikation
Die kleine Befreiung der Schweizer Fussball-Nati in San Marino

Die Schweizer Nati im Pflichtmodus zum 4:0 gegen San Marino: Zweimal Seferovic sowie Dzemaili und Shaqiri sorgen für einen diskussionslosen Sieg. Nach einem guten Start kann das Nationalteam in der zweiten Halbzeit nicht mehr überzeugen.

Etienne Wuillemin (Text) und Pascal Del Negro (Liveticker)
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Schweizer Nati-Auftritt in San Marino
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Haris Seferovic erzielt nach neun Minuten das 1:0 per Kopf.
Seferovic jubelt über seinen ersten Treffer.
San Marinos Fabio Vitaioli stellt sich Blerim Dzemaili in den Weg.
Kasami gratuliert Doppeltorschütze Seferovic.
Auch von Captain Lichtsteiner gibt es ein Lob.
Gedränge am Strafraum der Platzherren.
Seferovic darf zum zweiten Mal jubeln.
...und sich wieder von den Teamkollegen feiern lassen.
Kasami (hinten) geht auf Tuchfühlung.
Blerim Dzemaili wird von allen Seiten ins Visier genommen.
Torhüter Aldo Simoncini erhält Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Und wieder verfehlt ein Schweizer Abschluss das gegnerische Tor.
Pajtim Kasami bringt frischen Wind in die Schweizer Nationalmannschaft.
Auch bei Seferovic ging nicht jeder Abschluss ins Tor.
Silvan Widmer kommt zu seinem Länderspiel-Debüt.
Kasami mit perfekter Schusstechnik.
Admir Mehmedi spielte 45 Minuten wurde aber kaum gesehen.
Auch Barnetta durfte in der Schlussviertelstunde noch ran.
Shaqiri setzt nach seinem Tor zum Nachschuss an.
Nationaltrainer Petkovic scheint zufrieden mit dem Auftritt seiner Spieler.

Schweizer Nati-Auftritt in San Marino

Keystone

Die Kuhglocke auf der Tribüne bimmelt unbeirrt. Ein letzter Angriff noch? Ein weiteres Tor zum Schluss? Mehmedi fällt im Strafraum. Penalty. Ricardo Rodriguez läuft an – und scheitert. Es bleibt beim 4:0-Sieg für die Schweiz. Es sind solche Momente, die Aldo Simoncini entschädigen dafür, als Torhüter von San Marino, der schlechtesten Nationalmannschaft der Welt, häufig viele Tore einstecken zu müssen.

Die Schweiz hat dank dieses Sieges endlich die ersten Punkte dieser EM-Qualifikation auf dem Konto. Sie erfüllte die Pflicht, aber mehr auch nicht. Vorab in der zweiten Halbzeit hätte ein bisschen mehr Entschlossenheit nicht geschadet.

Seferovic beruhigt die Nerven

Immerhin, die Schweiz schoss vier Tore. Und keines dieser Tore war so wichtig wie das 1:0 von Seferovic in der 10. Minute. Es war jenes Tor, mit dem die Schweizer ihre 329 Minuten lange dauernde Torflaute beendeten. Jenes Tor, das sicherstellte, dass gar nie erst Nervosität aufkam. Es brauchte niemanden zu kümmern, dass Seferovic bei seinem Kopfball leicht im Abseits stand.

Wer zu Beginn einer EM-Qualifikation zweimal verliert wie die Schweiz, der ist froh, wenn sich die eklatanten Unterschiede in den Stärkenverhältnissen zu San Marino früh auch auf der Resultattafel niederschlagen.

Mit dem 1:0 war das Spiel entschieden. Knapp eine Viertelstunde später legte der Stürmer von Frankfurt nach. In der 30. Minute traf Dzemaili per Kopf nach einem Eckball. Spätestens dann gab es nur noch eine Frage: Wie hoch gewinnt die Schweiz? Der ansonsten kaum auffällige Shaqiri sorgte in der 79. Minute für den Schlusspunkt.

Bewährungsprobe gegen Litauen

Wenn zwei Teams mit derart unterschiedlichem Hintergrund aufeinandertreffen, erübrigt sich im Grunde eine tiefgründige Analyse. Wie gut diese Schweizer wirklich sind, zeigt sich erst wieder am 15. November, wenn sie in St. Gallen Litauen zum nächsten EM-Qualifikationsspiel empfangen. Dann muss diese kleine Befreiung mit einem weiteren Sieg bestätigt werden. Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung.

Möglich ist indes ein Vergleich der Schweizer untereinander. Natürlich vor allem im Sturm. Was sich in Slowenien andeutete, bestätigte sich gestern eindrücklich. Haris Seferovic ist derzeit um einiges besser in Form als Josip Drmic. Auch Seferovic war nicht während des ganzen Spiels effizient. Aber er schoss immerhin zwei Tore. Drmic dagegen überbot sich im Auslassen von Torchancen gleich selbst. Mindestens drei Tore wären zwingend gewesen. Aber Aldo Simoncini, der Torhüter von San Marino, stoppte ihn jedes Mal. In der Pause brachte Petkovic Mehmedi.

Wie lange bleibt Xhaka Chef?

Im Mittelfeld spielte die Schweiz mit Granit Xhaka vor der Abwehr. Er durfte Chef sein, weil Captain Inler (Oberschenkel) und auch Behrami (Knie) verletzt fehlten. Dass Xhaka mit seinen Anlagen auch dauerhaft ein guter Anführer wäre, scheint klar. Nur darf man dazu nicht dieses Spiel gegen San Marino als Massstab nehmen. An seiner Seite spielten mit Kasami und Dzemaili zwei Akteure, die bewiesen, über mehr Kreativität zu verfügen als Inler und Behrami. Kasami leitete das erste Tor ein und traf später die Latte. Dzemaili gelangen einige gute Steilpässe – und per Kopf das 3:0.

Dass die Verteidigung kaum gefordert sein würde, war keine Überraschung. Und so kam nach knapp einer Stunde der Aargauer Silvan Widmer zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft. Sieben Minuten später wäre ihm beinahe noch ein Kopftor gelungen.

San Marino - Schweiz 0:4 (0:3)

Olimpico, Serravalle. - 2289 Zuschauer. - SR Chapron (Fr). - Tore: 10. Seferovic (Kasami) 0:1. 24. Seferovic 0:2. 30. Dzemaili (Corner Rodriguez) 0:3. 79. Shaqiri (Xhaka) 0:4.

San Marino: Simoncini; Bonini, Fabio Vitaioli (17. Cervellini), Della Valle, Brolli, Battistini; Palazzi, Alex Gasperoni (70. Lorenzo Gasperoni), Chiaruzzi, Matteo Vitaioli (62. Hirsch); Stefanelli.

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner (59. Widmer), Djourou, Von Bergen, Rodriguez; Kasami (73. Barnetta), Xhaka, Dzemaili; Seferovic, Shaqiri, Drmic (46. Mehmedi).

Bemerkungen: Schweiz ohne Inler, Senderos und Schär (alle verletzt). Verwarnung: 27. Dzemaili (Foul). 90. Rodriguez scheitert mit Foulpenalty an Simoncini.

Lesen Sie den Spielverlauf in unserem Liveticker-Protokoll nach:

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