FC Basel
Die französische Presse sieht den FCB nicht als Gefahr

Am Mittwochabend muss sich der FC Basel gegen Paris St. Germain bewähren. Die französische Presse gibt dem Schweizer Meister keine Chance. Ex-Sion-Coach Laurent Roussey beispielsweise sagt in "Le Parisien": "Ich erwarte ein hohes Resultat. Für PSG natürlich."

Sébastian Lavoyer
Merken
Drucken
Teilen
Die Zeitungen in Frankreich vor dem Spiel.

Die Zeitungen in Frankreich vor dem Spiel.

Nordwestschweiz

"Riesen-Töter" nannte die englischsprachige Fanseite "psgtalk.com" den FC Basel. Doch allzu gross scheint der Respekt vor dem FCB dieses Jahr nicht zu sein. So schreibt "L'Equipe" zum Beispiel, dass das diesjährige Kader nicht mit jenen der glorreichen Jahre 2011/12 oder 2014/15 mithalten könne. Damals qualifizierte sich der FCB jeweils für die Achtelfinals, eliminierte auf dem Weg dahin Manchester United (3:3 und 2:1) respektive Liverpool (1:0 und 1:1). Die französische Sportbibel stellt fest, dass herausragende Figuren wie Granit Xhaka, Alex Frei, Marco Streller oder Xherdan Shaqiri fehlten.

Der FCB kommt nicht einmal vor

Das Qualitätsblatt "Le Figaro" geht gar nicht erst auf den Schweizer Meister ein, begnügt sich mit einem Interview mit dem italienischen Mittelfeld-Taktgeber Marco Verratti (23). Eine Frage zum heutigen Gegner? Fehlanzeige! Man spricht über Unai Emery, den neuen spanischen Trainer, seine Ideen, den Abgang von Superstar Zlatan Ibrahimovic, die Ambitionen auf den Champions-League-Titel, aber nicht über den FC Basel. Kein Wort.

Der Schweizer Experte

Anders bei "Le Parisien": Die Zeitung der Hauptstadt schreibt zwar in erster Linie über den polarisierenden ivorischen Verteidiger Serge Aurier, Kumpel der FCB-Ivorer Seydou Doumbia, Geoffroy Serey Die und Adama Traoré, aber eben auch über den Gegner von heute Abend. Hierzu haben sie einen intimen Kenner des Schweizer Fussballs befragt: Laurent Roussey (ex-Sion und Lausanne). Der Franzose stellt fest, dass man die Abgänge von Spielern wie Mohamed Salah oder Marco Streller nur mangelnd kompensiert habe. Und er sagt: "Ich finde die Mannschaft weniger stark und sie wird zu wenig gefordert in der Meisterschaft." Gegen St. Etienne in der Europa League habe sich Basel knapp für die nächste Runde qualifizieren können, doch PSG sei ein anderes Kaliber. In Basel im Joggeli würde er dem FCB einen Exploit zutrauen. Aber in Paris? "Da erwarte ich ein deutliches Resultat. Vorausgesetzt Paris spielt auf seinem Niveau."

Man darf gespannt sein, ob der FCB seine französischen Kritiker heute Abend Lügen straft.