Als Team hat die Schweiz gegen Spanien bei diesem 1:1 einigermassen überzeugt. Es war eine Gruppe am Werk, die sich wehrte, die nicht einbrach und die sich ein Tor erarbeitete.

Darum ist das Fazit positiv, auch wenn der Spielverlauf zeigte, dass es noch einiges zu verbessern gibt vor der WM. Das Spiel lieferte aber auch einige Erkenntnisse im Bezug auf einzelne Namen. Eine kurze Übersicht in drei Kapiteln.

Die Angezählten

Johan Djourou

Johan Djourou

Johan Djourou

Er war sowohl an der WM 2014 wie auch an der EM 2016 erste Wahl in der Innenverteidigung. Das hat sich gelohnt. Djourou brachte Stabilität und Erfahrung ins Team. Doch nun droht er seinen Stammplatz zu verlieren. Seine letzten Auftritte waren nicht nur überzeugend. Auch gestern wirkte die Abwehr nach seiner Einwechslung in den ersten Minuten nach der Pause etwas unsicher. Dazu kamen einige Fehler. Prognose: Djourou wird zunächst hinter Schär und Akanji die Nummer 3 sein.

Blerim Dzemaili

Blerim Dzemaili

Blerim Dzemaili

Er hat sein Standing unter Vladimir Petkovic im Vergleich zu früheren Phasen unter Ottmar Hitzfeld gesteigert. Als Nummer 10 sollte er so etwas wie Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff sein. Doch dafür gelingt ihm im Moment zu wenig. Die Ballverluste sind zu zahlreich. Manch Pässe kommen nicht an. Doch auch nachdem er seinen Platz gegen Spanien Xherdan Shaqiri überliess, wurde das Schweizer Spiel gegen vorne nicht entscheidend besser. Prognose: Dzemaili wird auch gegen Brasilien beginnen. Aber er muss aufpassen, dass er im Verlauf des Turniers seinen Platz nicht verliert.

Die Aufstrebenden

Denis Zakaria

Denis Zakaria

Denis Zakaria

Er spielte, weil der Schweizer Steuermann Granit Xhaka nach seiner Knie-Prellung noch pausierte. Zakaria hat eine bemerkenswerte Dynamik und Power. Nun war es nicht so, dass Zakaria überragend gewesen wäre gegen Spanien. Aber doch so ordentlich, dass man sich fragt, ob in diesem Team nicht irgendwo Platz zu schaffen wäre für ihn. Prognose: Solange Behrami fit ist, bleibt Zakaria erster Ersatz. Aber im Notfall ist er bereit - und das ist sicher eine gute Nachricht.

Manuel Akanji

Manuel Akanji

Manuel Akanji

Er hat ein weiteres Mal bewiesen, dass er bereit ist, eine tragende Rolle zu übernehmen in diesem Nationalteam. Er ist der Profiteur auf Kosten von Djourou. Seine Qualitäten ergänzen sich gut mit Schär. Vor allem, weil beide Innenverteidiger das Spiel gerne auslösen. Das macht die Kontrolle für den Gegner schwieriger.

Die Fragezeichen

Haris Seferovic

Haris Seferovic

Haris Seferovic

Er geniesst im Sturm das Vertrauen von Vladimir Petkovic. Die Frage ist einfach, ob er bis zur WM nochmals in die Form des Spätsommers zurückfindet. Da hatte er eine Phase, wo ziemlich alles gelang. Allein, es sind längst vergangene Zeiten. Das Problem: Wenn die Schweiz gegen einen "Grossen" einen Exploit schaffen will, dann muss auch in der Offensive mehr kommen als zuletzt gegen Portugal und Spanien. Prognose: Seferovic bleibt die Nummer 1 im Sturm. Aber auch Gavranovic wird seine Chance noch erhalten.

Steven Zuber

Steven Zuber

Steven Zuber

Er darf nach dem Ausfall von Admir Mehmedi als erster Kandidat auf dem linken Flügel ran. Gegen Spanien überzeugte er primär in der Rückwärtsbewegung. Er unterstützte Rodriguez gut. Und er leitete einige Angriffe schön ein. Aber die letzte Konsequenz auf den letzten 20 Metern fehlte auch ihm. Kann er sich in dieser Hinsicht noch verbessern? Prognose: Wird er gegen Brasilien in der Startformation stehen. Zu Gute kommen ihm vor allem auch die Erfahrungen aus dem Verein - bei Hoffenheim spielte er ab und an sogar als linker Aussenverteidiger.

WM-Test: Schweiz spielt 1:1 gegen Spanien

WM-Test: Schweiz spielt 1:1 gegen Spanien

Im zweitletzten Testspiel vor der WM macht die Schweiz ein Unentschieden gegen Spanien. Das 1:1 schiesst Rodriguez.