Fussball
Die Basler Festung und gelbschwarze Stolpersteine

Der FC Basel dominiert seit Jahren die Super League nach Belieben. Doch wer sind die Angstgegner der Basler? Die Suche hat Überraschendes zutage geführt.

Julian Förnbacher
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Ein seltenes Bild: Der FC Basel (Ivan Ergic) wird von der Konkurrenz (FC Schaffhausen) in die Mangel genommen.

Ein seltenes Bild: Der FC Basel (Ivan Ergic) wird von der Konkurrenz (FC Schaffhausen) in die Mangel genommen.

Keystone

Es ist Länderspielpause – der Spielbetrieb ruht in der Super League. Die meisten Spieler des FC Basel weilen bei ihren Nationalmannschaften, die Europameisterschaft ist das Thema in den Köpfen. Man mag es den Baslern verdenken, wenn sie nach knapp drei Vierteln der Saison schon etwas in Richtung Frankreich schielen. Der siebte Meistertitel in Serie ist dem FC Basel bei 14 Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger auf die Young Boys kaum mehr zu nehmen.

Blickte man früher in der Osterpause noch voraus auf einen spannenden Schlussspurt, bietet sich heuer die Gelegenheit, entspannt die Geschichtsbücher hervorzukramen und die anhaltende Basler Dominanz in Zahlen auszudrücken. Analysiert man alle Resultate seit Einführung der Super League im Jahr 2003, kristallisieren sich Lieblings- und Angstgegner des FCB heraus. Der Blick zurück bringt durchaus Überraschendes ans Licht.

Lieblingsgegner des FCB nach über 10 Direktduellen:

- FC Vaduz. Bilanz aus Sicht des FCB: 11-0-0. Torverhältnis: 32:4.

- Lausanne-Sports. Bilanz aus Sicht des FCB: 11-1-0. Torverhältnis: 32:9.

- Servette Genf. Bilanz aus Sicht des FCB: 13-0-1. Torverhältnis: 36:9.

Der FC Basel duellierte sich bis heute mit 17 Gegnern um den Meistertitel. Brutal sieht dabei die Statistik gegen den FC Vaduz aus: 11 Spiele, 11 Siege und ein Torverhältnis von 32:4 machen die Ländle-Kicker zum FCB-Kanonenfutter schlechthin. Auch Servette Genf war für den FCB zuletzt ein Punktegarant. Nur einmal gewann der siebzehnfache Meister gegen eine Basler B-Elf, als der FCB Ende der Saison 2011/12 bereits als Meister feststand. Die Heimstärke des FC Basel ist jedem Schweizer Fussball-Fan ein Begriff. Die Zahlen beweisen, dass der St. Jakob-Park eine Festung ist. Gegen keinen Gegner hat der FCB zu Hause einen Punkteschnitt unter 2. Aarau, Bellinzona, Lausanne, Lugano, Schaffhausen, Sion, Vaduz, Wil und Yverdon gewannen allesamt kein einziges Spiel im Joggeli.

FCB-Lieblingsgegner zuhause (mehr als 10 Duelle):

- FC Aarau. Bilanz aus Sicht des FCB: 16-2-0.

- Neuchâtel Xamax. Bilanz aus Sicht des FCB: 13-1-1.

- FC St. Gallen. Bilanz aus Sicht des FCB: 17-3-1.

Gegen GC tat man sich vergleichsweise oft schwer und holte im Schnitt «nur» 1,76 Punkte. YB seinerseits fügte dem FCB in der Saison 2007/08, gemeinsam mit dem FC Luzern in derselben Saison, mit 1:5 die höchste Niederlage zu. Der einzige Verein, der neben dem FCB seit Einführung der Super League Meister wurde, war der FC Zürich. In der Finalissima 2005/06, die als schwarzer Tag in den Gedächtnissen der FCB-Fans bleibt, schnappte sich der FCZ den Titel. Auch in der Folgesaison und in der Austragung 2008/09 wurden die Zürcher Meister. Trotzdem hat der FC Basel eine starke Bilanz gegen den FCZ vorzuweisen: 30:6 Siege bei 14 Unentschieden.

FCB-Lieblingsgegner auswärts (mehr als 10 Duelle):

- FC Sion. Bilanz aus Sicht des FCB: 12-3-4.

- FC Aarau. Bilanz aus Sicht des FCB: 11-3-4.

- FC Zürich. Bilanz aus Sicht des FCB: 13-9-3.

Ein weiterer Verein überrascht als FCB-Schreck: der FC Schaffhausen. Ab der Saison 2003/04 spielte der FCS in der Super League und überliess dem FCB fortan «nur» 1,83 Punkte pro Spiel, schlug ihn gar zweimal (einmal gleich mit 4:2). Womöglich war man am Rheinknie erleichtert, als der gelb-schwarze Stolperstein nach der Saison 2006/07 wieder abstieg. Vom Wiederaufstieg sind die Schaffhauser weit entfernt – der Weg ist also frei für weitere Erfolgsjahre des FC Basel.

Angstgegner des FCB nach über 10 Direktduellen:

- Grasshoppers. Bilanz aus Sicht des FCB: 25-15-11. Torverhältnis: 106:71.

- Young Boys. Bilanz aus Sicht des FCB: 26-12-12. Torverhältnis: 100:65.

- FC St. Gallen. Bilanz aus Sicht des FCB: 25-11-7. Torverhältnis: 90:50.

So viele Punkte holte der FCB im Schnitt gegen die 17 bisherigen Super League-Gegner:

FC Lugano: 3 (Total), 3 (Heim), 3 (Auswärts).

FC Vaduz: 3 (Total), 3 (Heim), 3 (Auswärts).

Yverdon Sports: 3 (Total), 3 (Heim), 3 (Auswärts).

Lausanne Sports: 2,83 (Total), 3 (Heim), 2,67 (Auswärts).

Servette Genf: 2,79 (Total), 3 (Heim), 2,57 (Auswärts).

FC Wil: 2,5 (Total), 3 (Heim), 2 (Auswärts).

AC Bellinzona: 2,42 (Total), 2,67 (Heim), 2,17 (Auswärts).

FC Aarau: 2,39 (Total), 2,78 (Heim), 2 (Auswärts).

Neuchâtel Xamax: 2,27 (Total), 2,67 (Heim), 1,87 (Auswärts).

FC Thun: 2,09 (Total), 2,48 (Heim), 1,73 (Auswärts).

FC Sion: 2,08 (Total), 2,1 (Heim), 2,05 (Auswärts).

FC Luzern: 2,08 (Total), 2,25 (Heim), 1,89 (Auswärts).

FC Zürich: 2,08 (Total), 2,4 (Heim), 1,92 (Auswärts).

FC St. Gallen: 2 (Total), 2,57 (Heim), 1,46 (Auswärts).

FC Schaffhausen: 1,83 (Total), 2 (Heim), 1,67 (Auswärts).

Young Boys Bern: 1,8 (Total), 2,2 (Heim), 1,4 (Auswärts).

Grasshoppers Zürich: 1,76 (Total), 2,08 (Heim), 1,46 (Auswärts).