FC Wohlen
Die Achterbahnfahrt von Präsident Lucien Tschachtli

Die Freude beim Präsidenten des FC Wohlen war gross. Die Gemeinde segnet einen Bruttokredit für einen Kunstrasen im Stadion Niedermatten ab. Doch auf den Sieg folgte sogleich eine Niederlage. Gegen den FC Schaffhausen wurden die Freiämter wieder auf den Boden der sportlichen Realität geschmettert.

Ruedi Kuhn
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Lucien Tschachtli möchte zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Termin für den Baustart festlegen.

Lucien Tschachtli möchte zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Termin für den Baustart festlegen.

Sandra Ardizzone

Der Montag, 21. März 2016, wird in die Geschichte des FC Wohlen eingehen. Am Ende des Tages wusste Präsident Lucien Tschachtli allerdings nicht so recht, ob er lachen oder weinen sollte. Schliesslich überwogen die positiven Gefühle. Der Reihe nach. Der Abend des 21. März begann für Tschachtli mit einer frohen Botschaft. Er war live mit dabei, als der Einwohnerrat der Gemeinde Wohlen trotz heftigem Widerstand der SVP Ja zum Bruttokredit von 1,6 Millionen Franken für einen Kunstrasenplatz im Stadion Niedermatten sagte.

«Das ist ein absoluter Meilenstein für den ganzen Verein», erklärt Tschachtli. «Mit einem Kunstrasen lösen wir mehrere Probleme. Einerseits gibt es keine leidigen Diskussionen um Spielverschiebungen der ersten Mannschaft mehr, anderseits können wir die Trainingskapazität für alle Aktiv-Mannschaften und Juniorenteams steigern. So werden auch die Bedürfnisse des Breitensports abgedeckt.»

Baubeginn noch offen

Wann die rund dreimonatigen Bauarbeiten für den Kunstrasen auf dem Hauptplatz beginnen, steht noch nicht fest. Theoretisch könnte man im Juni dieses Jahres loslegen. Weil der Startschuss zur Saison 2016/17 schon im Juli fallen wird, ist das allerdings eher unwahrscheinlich. Tschachtli will sich zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen fixen Termin festlegen. Momentan sieht es so aus, als dass die Bauarbeiten wohl erst im Mai des nächsten Jahres beginnen. Dann wäre der Kunstrasen auf dem Hauptplatz im Stadion Niedermatten im Hinblick auf die Saison 2017/18 bereit. Und ob der FC Wohlen dann noch zu den Top 20 des Schweizer Fussballs zählen wird, steht in den Sternen.

Tschachtlis Erleichterung über das Ja des Einwohnerrats zum Kunstrasen ist gross. Logisch, dass er am vergangenen Montag nach Abschluss der Sitzung guten Mutes zum Spiel seines FC Wohlen gegen Schaffhausen fuhr. Dass Tschachtli die erste Halbzeit verpasst hatte, war halb so schlimm. Viel passiert war noch nicht. Das Resultat lautete 0:0. Was der Präsident aber in der zweiten Hälfte zu sehen bekam, war ernüchternd. Eine sportliche Bankrotterklärung! Schliesslich verlor der FC Wohlen nach einer desolaten Leistung 0:1 und ist plötzlich wieder mittendrin im Abstiegskampf.

Gegen Le Mont sportlich wieder auf Touren kommen

Nach dem Kunstrasen-Höhenflug folgte also der sportliche Tiefflug. Tschachtli war natürlich enttäuscht. Mit Kritik hielt er sich zurück. «Der sportliche Bereich ist Sache von Trainer Martin Rueda», sagt er. «Dennoch hoffe ich, dass die Mannschaft am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Le Mont mutiger, ja frecher spielen wird. Das Spiel gegen Schaffhausen hat gezeigt, dass die Angst vor einer Niederlage gegen den Tabellenletzten ein schlechter Begleiter ist.» Mal schauen, ob die Spieler den Rat des Präsidenten beherzigen und mit der im zähen Ringen gegen die Relegation nötigen Power ans Werk gehen. Noch gibt es keinen Kunstrasen. Was bedeutet: Ohne Saft und Kraft ist auf dem schwierigen Terrain auch gegen das kampfstarke Le Mont kein Kraut gewachsen.