WM-Qualifikation

Die Abwehr macht im Spiel gegen Albanien die grössten Sorgen

Die Innenverteidigung macht Ottmar Hitzfeld für das kommende Spiel am meisten Sorgen. Ihr Patron hiesse Philippe Senderos - ist aber dauernd verletzt. Also besetzt Johan Djourou diese Lücke. Und schürt damit Zweifel.

Ein einziges Wort erlaubte es, Ottmar Hitzfeld tief in die Seele zu blicken. «Überragend», heisst es. Und damit bezeichnete er die Leistung von Johan Djourou nach dem 2:0-Sieg in Slowenien.

Der Wahrheitsgehalt dieser Einschätzung deckt sich etwa mit jenem der Behauptung, Hitzfeld habe als erster Mensch den Mond betreten. Nur, Hitzfelds Lob ist auch ein Ausdruck seiner persönlichen Erleichterung. Und diese ist wohl tatsächlich unermesslich.

Innenverteidigung ist die grösste Sorge

Die Abwehr, die Innenverteidigung um genau zu sein, ist Hitzfelds grösste Sorge als Schweizer Nationaltrainer. Ihr Patron hiesse Philippe Senderos - ist aber dauernd verletzt. Also besetzt Johan Djourou diese Lücke. Und schürt damit Zweifel.

Zuallererst bei Hitzfeld. Mehrmals hat er Djourou zu einem Wechsel geraten. Weil dieser bei Arsenal nicht erste Wahl ist. Djourou sagt: «Über meine Zukunft kann weder Ottmar Hitzfeld noch ich alleine entscheiden. Es gab Angebote, aber Arsenal wollte mich behalten.»

Noch keine Minute Gespielt

In dieser Saison hat Djourou in einem Pflichtspiel noch keine Minute gespielt. Hitzfeld hat in Slowenien trotzdem auf ihn gesetzt. Weil es so gut wie keine Alternativen gibt. Und weil ihn die Trainingsleistungen von Djourou überzeugt haben.

Es ist gut gegangen. Zum Glück für Hitzfeld. Und zum Glück für Djourou. Der 25-Jährige geniesst an diesem Montagmorgen in Feusisberg seine Position der Stärke. Die Fragen um die Kritik an seiner Person bringen ihn nicht aus der Ruhe. Seine Argumentation geht so: «Ich kenne meine Stärken.» Oder: «Ich habe nie an mir gezweifelt.» Oder: «Nur wer die Wahrheit kennt, sollte über meine Situation urteilen.»

Frage der Spielpraxis

Seine Situation? Die Wahrheit? Es geht um die Frage der Spielpraxis. «Macht euch keine Sorgen um meinen Spielrhythmus», doziert Djourou. Als Beweis führt er ins Feld, dass es bei Arsenal genügend interne Spiele gebe, die abseits der Öffentlichkeit stattfänden. Zudem rechnet er damit, pro Saison auf 25 Ernstkämpfe zu kommen.

Der Support von den Teamkollegen ist Djourou gewiss. Abwehrpartner Steve von Bergen sagt: «Es gibt keinen Grund, an Djourou zu zweifeln. Er ist bei Arsenal Ersatz, nicht bei Wolverhampton oder sonst wo.» Torhüter Diego Benaglio sagt: «Die Spielpraxis kann man zu diesem Zeitpunkt der Saison noch kompensieren.» Und später? «Wenn einer vier oder fünf Monate nicht mehr spielt, dann wird es heikel.» Für die Einsätze mit der Schweiz heute und im Oktober (gegen Norwegen und Island) müsse sich niemand sorgen.

Bevor er geht, sagt Djourou noch dies: «Ich spiele seit zehn Jahren bei Arsenal. Das ist ein Klub, der jedes Jahr in der Champions League spielt. Ich habe schon in Barcelona gegen Messi gespielt. Warum also sollte ich nervös sein gegen Slowenien oder Albanien?» Der Beweis dafür kommt heute Abend.

Die Albaner vor dem Match gegen die Schweiz

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