FC Basel

Die 7 wichtigsten Erkenntnisse aus dem Cup-Fight zwischen Lausanne und Basel

Die Entscheidung: Silvan Widmer trifft in der Verlängerung zum 3:2.

Die Entscheidung: Silvan Widmer trifft in der Verlängerung zum 3:2.

Am Ende bliebt die Überraschung aus – der FC Basel setzte sich in Lausanne mit 3:2 durch und erreichte den Cup-Halbfinal. Dennoch bot das erste Spiel auf Schweizer Boden den Fernsehzuschauern einiges an Spektakel und spannende Erkenntnisse – das sind die sieben wichtigsten.

1 Etwas Anlaufzeit

In der zweiten Halbzeit lieferten Lausanne und Basel sich einen attraktiven Cup-Fight. In den ersten 45 Minuten merkte man den Teams die lange Pause jedoch an.

Beiden Mannschaften unterliefen zu Beginn noch diverse Flüchtigkeitsfehler, Chancen gab es auf beiden Seiten lange keine. Erst kurz vor der Pause gab es die ersten Aufreger – erst haute Raoul Petretta den Ball knapp über die Latte, kurz darauf wurde die Lausanner Führung aufgrund eines Offsides aberkannt.

Einsatz, aber wenige Chancen - die erste Halbzeit bot nur wenige Aufreger.

Einsatz, aber wenige Chancen - die erste Halbzeit bot nur wenige Aufreger.

2 Arthur-Cabral-Show

Am wenigsten Anlaufzeit brauchte Basel-Stürmer Arthur Cabral. Der Brasilianer zeigte sich nach dem Restart bereits in richtig guter Form. Vor allem das 1:0 war ein Highlight – mit einem Fallrückzieher sorgte Cabral für den ersten Treffer in der Schweiz nach der Corona-Pause.

Auch in der Folge war der Stürmer der wohl beste Basler Feldspieler. Kurz nach dem 1:0 erzielte er mit einem wuchtigen Kopfball das 2:0, in der Verlängerung verpasste er den Hattrick nur knapp, als er den Ball nach einer tollen Einzelaktion einige Zentimeter über die Latte beförderte.

Basels Problem: Ende Juni läuft Cabrals Leihe beim FCB aus und die Kaufoption liegt laut brasilianischen Medien bei rund vier Millionen Schweizer Franken. Die Basler Verantwortlichen werden vor einer schweren Entscheidung stehen: Entweder muss man in einer wegen der Corona-Krise finanziell schwierigen Situation viel Geld bezahlen oder den wohl besten Stürmer ziehen lassen.

Arthur Cabral jubelt nach seinem Treffer zum 1-0.

Arthur Cabral jubelt nach seinem Treffer zum 1-0.

3 Jonas Omlins Werbung in eigener Sache

Nach dem Doppelschlag von Lausanne zum Ausgleich geriet der FCB plötzlich ins Wanken. Das Heimteam drückte weiter und war dem Führungstreffer mehrmals ganz nah. Dass es nicht zur grossen Wende kam, hat der FCB vor allem Jonas Omlin zu verdanken. Der Keeper erwischte einen richtig guten Tag: Gleich zweimal rettete der 26-Jährige gegen Dan Ndoye, in der Verlängerung verhinderte er mit einer starken Parade gegen Christian Schneuwly erneut den Rückstand.

Jonas Omlin nimmt die Gratulationen von Trainer Marcel Koller entgegen.

Jonas Omlin nimmt die Gratulationen von Trainer Marcel Koller entgegen.

Es verwundert deshalb nicht, dass die Liste der Interessenten aus dem Ausland immer länger wird. Nach Hertha Berlin und Montpellier sollen nun auch Schalke und Arsenal über eine Omlin-Verpflichtung nachdenken. Es scheint somit immer realistischer, dass Omlin nach zwei Saisons in Basel den Sprung ins Ausland wagen könnte.

4 Ungewohnte Basler Schwäche

Trotz des Sieges dürfte FCB-Trainer Marcel Koller nicht ganz zufrieden gewesen sein. Denn vor allem in der Defensive zeigten die Basler beim Restart ungewohnte Schwächen: Beim 2:1 kam Andi Zeqiri nach einem Eckball völlig alleine im Strafraum zum Kopfball, beim Ausgleich liess Dan Ndoye Omar Alderete stehen und im Zentrum konnten Taulant Xhaka und Silvan Widmer Joel Geissmann nicht am Tor hindern.

Dabei war die Defensive vor dem Restart noch eine Basler Stärke gewesen – nur gerade Servette hat in der Super League bisher weniger Tore kassiert.

5 Lausanne kann mithalten

In der Challenge League zeigte Lausanne bisher eine richtig starke Saison. Mit 15 Punkten Vorsprung ist den Waadtländern der Aufstieg fast nicht mehr zu nehmen. Aber reicht die Qualität auch, um mit einem Spitzenteam der Super League mitzuhalten? Das Spiel am Sonntag hat gezeigt: Mit dem aktuellen Team könnte Lausanne auch in der Super League gute Resultate einfahren.

Trainer Giorgio Contini (rechts) und Lausanne machen auch gegen starke Gegner einen guten Eindruck.

Trainer Giorgio Contini (rechts) und Lausanne machen auch gegen starke Gegner einen guten Eindruck.

Einzig zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Romands unterlegen, sonst spielte der Aussenseiter mutig mit und konnte sich auch immer wieder Chancen erarbeiten. Sollte der Kern der Mannschaft auch in diesem Sommer in Lausanne bleiben, könnten die Lausanner nach einem allfälligen Aufstieg auch in der Super League überzeugen.

6 Flügelzange für die Zukunft

Dass Lausanne nach dem 0:2 nochmals zurückkam, liegt zu einem grossen Teil auch an den beiden Flügelspielern Andi Zeqiri und Dan Ndoye. Zeqiri erzielte per Kopf das 1:2, Ndoye gelang die tolle Vorlage zum Ausgleich, als er Omar Alderete stehen liess und mit einer präzisen Flanke Joel Geissmann bediente. Der 20-jährige Zeqiri und der 19-jährige Ndoye zeigten so einmal mehr, dass sie zu den vielversprechendsten Talenten in der Schweiz gehören.

Allerdings werden die beiden U21-Nationalspieler in Zukunft wohl nicht mehr in der heimischen Liga auflaufen. Ndoye wurde im Winter von Nizza verpflichtet und bis zum Saisonende wieder an Lausanne verliehen. Und Zeqiri hat zwar noch einen Vertrag bis 2021, doch auch an ihm sollen bereits Teams aus Frankreich dran sein.

Zeqiri (links) und Ndoye ärgern sich nach dem verpassten Coup gegen Basel.

Zeqiri (links) und Ndoye ärgern sich nach dem verpassten Coup gegen Basel.

7 Basels Mammutprogramm

In der Verlängerung sah man einigen FCB-Spielern die Strapazen des Intensiven Spiels an. Samuele Campo blieb kurz vor Schluss von Krämpfen geplagt liegen, auch einigen Teamkollegen war die Müdigkeit nach dem Spiel anzusehen. «In den letzten 20 Minuten gingen alle auf dem Zahnfleisch», sagte Silvan Widmer nach dem Spiel gegenüber dem «SRF».

Marcel Koller muss die Kräfte seiner Spieler sorgfältig einteilen - es wartet ein intensives Programm.

Marcel Koller muss die Kräfte seiner Spieler sorgfältig einteilen - es wartet ein intensives Programm.

Doch dies war nur der Anfang für den FCB – es wartet ein intensives Restprogramm: Mit Meisterschaft, Cup und Europa League stehen in den nächsten gut zwei Monaten noch mindestens 15, möglicherweise aber bis zu 21 Spiele an. Dies sind einige mehr als etwa bei St.Gallen, dem Basler Konkurrenten um den Meistertitel, auf den «nur» noch 13 Spiele warten. Ein Nachteil, der nicht zu unterschätzen ist.

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