Es ist der Abend der guten Nachrichten. Im Achtelfinal wartet auf unser Nationalteam nicht Deutschland oder Mexiko, sondern Schweden. Und: Es kann nur besser werden. Schlechter als beim 2:2 gegen Costa Rica ist kaum möglich. Spielerisch war die Darbietung der Schweizer armselig. Aber lassen wir das und richten den Blick nach vorne.

Die Schweden also. Riesentöter. In der Qualifikation zur WM eliminieren sie die Italiener. Wahrscheinlich wissen sie bis heute nicht, wie sie das geschafft haben. Sicher, auf ihre Organisation und ihr Engagement konnten sie sich schon immer verlassen. Aber ihre fussballerischen Qualitäten sind begrenzter als auch schon. Trotzdem lassen sie an dieser WM sogar die Deutschen hinter sich.

Ohne den Schweden zu nahe zu treten: Ausserhalb von Schweden würde sie kaum jemand vermissen, wenn sie nicht an der WM teilnehmen würden. Erst recht, weil sie freiwillig auf Zlatan Ibrahimovic verzichten, die schillerndste Figur, die je für dieses Team aufgelaufen ist. Kurz: Die Schweden erinnern an den Typ, der sich an der Party als Erster an die schönste Frau ranmacht, aber alleine nach Hause geht – Partykiller.

Allein, dass sich die Schweden nicht zu schade sind für die Rolle des Spielverderbers, das macht sie für die Schweiz gefährlich. Punkto Talent, Dynamik und Fantasie sind sie krass unterlegen. Das wissen auch die Schweizer Spieler. Und genau da liegt die grosse Gefahr, wie das Spiel gegen Costa Rica einmal mehr gezeigt hat. Es scheint, als könnten sie nur an ihre Leistungsgrenze gehen, wenn sie a) Aussenseiter sind oder b) in Rückstand geraten sind.