Test-Länderspiel
Der Schweizer EM-Gegner Albanien im Check: erst schwach, dann gut

Schon nach 13 Minuten 0:2 in Rückstand liegend, steigerte sich Albanien zu einer guten Leistung, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Die Albaner verlieren ihr erstes EM-Testspiel in Wien gegen Österreich mit 1:2.

Markus Brütsch
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Taulant Xhaka (links) war gegen Österreich der unermüdliche Antreiber.

Taulant Xhaka (links) war gegen Österreich der unermüdliche Antreiber.

Keystone

Einen Tag nach der Schweiz bestritt auch deren EM-Startgegner das erste Testspiel. Wie für die Schweiz beim 0:1 in Irland, setzte es auch für Albanien beim 1:2 gegen Österreich eine knappe Auswärtsniederlage ab. Unter dem Strich aber hinterliessen die Osteuropäer den besseren Eindruck als die Schweizer. Sie trugen ihren Teil dazu bei, dass die 28 600 Zuschauer ein wesentlich unterhaltsameres Spiel zu sehen bekamen als am Vorabend das Dubliner Publikum.

Obwohl nach einer gelb-roten Karte gegen Ergis Kaçe (PAOK Saloniki) zwanzig Minuten vor dem Ende in Unterzahl, hatten die Albaner in der Schlussphase auf den Ausgleich gedrängt, ohne aber zu den ganz grossen Ausgleichschancen gekommen zu sein. Das 2:2 hätte nach 58 Minuten aber zwingend Lorik Cana erzielen müssen, doch hatte sich der Captain nicht entscheiden können, ob er für den Abschluss den Kopf oder den Fuss nehmen sollte.

Kampfgeist und Moral

Was die Mannschaft des italienischen Trainers Gianni De Biasi an diesem Abend auszeichnete, waren der Kampfgeist und die Moral, nach einem katastrophalen Start ins Spiel gefunden zu haben. Viel Anteil hatten daran die beiden Schweizer Taulant Xhaka (FCB) und Amir Abrashi (SC Freiburg), die unermüdliche Antreiber waren. Und mit dem früheren St. Galler Ermir Lenjani (FC Nantes) hatte sich ein dritter Albaner mit Schweizer Bezug ins Blickfeld gespielt, als er mit einem strammen Schuss kurz nach der Pause den 1:2-Anschlusstreffer erzielte.

Albanien, im 4-5-1-System angetreten und ohne den früheren Basler Shkelzen Gashi (Colorado Rapids), hatte zu Beginn den gross aufspielenden Österreichern nichts entgegenzusetzen gehabt. Marc Janko (FCB, 6.) mit seinem 26. Länderspieltor und Martin Harnik (13.) hatten eine 2:0-Führung herausgeschossen. «In der zweiten Halbzeit waren wir zu passiv», monierte hinterher Janko, einer von kurioserweise vier Österreichern (Christian Fuchs, Janko, David Alaba, Martin Harnik), die in diesem Spiel die Captainbinde getragen hatten. «Das rasche Tor nach der Pause hat den Albanern Auftrieb gegeben», sagte Trainer Marcel Koller. Dessen Jahressalär soll gemäss österreichischen Quellen von 800 000 Euro auf 1,5 Millionen erhöht worden sein.

Nicht eingesetzt hatte Marcel Koller den Luzerner Jakob Jantscher. Bei Albanien war dies Arlind Ajeti (Frosinone), Frédéric Veseli (Lugano) und Naser Aliji (FCB) widerfahren. Armando Sadiku (Vaduz) und Burim Kukeli (FC Zürich) dagegen waren immerhin zu Kurzeinsätzen gekommen.

Österreich - Albanien 2:1 (2:0)

Wien. – 28 600 Zuschauer. – SR Kruzliak (SVK). – Tore: 6. Janko 1:0. 13. Harnik 2:0. 47. Lenjani 2:1.

Österreich: Almer; Klein, Dragovic, Hinteregger (46. Wimmer), Fuchs (46. Suttner); Baumgartlinger (76. Ilsanker), Alaba (87. Schöpf); Harnik, Junuzovic, Arnautovic (87. Burgstaller); Janko (79. Okotie).

Albanien: Berisha; Hysaj, Cana, Mavraj, Agolli; Abrashi (86. Basha), Xhaka (86. Kukeli); Lila (46. Roshi), Kace, Lenjani (79. Sadiku); Balaj (46. Cikalleshi).

Bemerkungen: Österreich ohne Jantscher (Luzern/Ersatz). Albanien ohne Aliji (Basel/Ersatz). 78. Gelb-Rote Karte gegen Kace (Foul).