Fussball
Der personifizierte Aarauer mit dem grossen Trainerverschleiss

Sandro Burki zählt seit dem Frühjahr 2010 trotz schwerer Knieverletzung zu den Teamstützen des FC Aarau. Morgen empfängt er mit seinem Team den FC Thun (Brügglifeld, 20 Uhr).

Ruedi Kuhn
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Die Zuverlässigkeit in Person: Sandro Burki.

Die Zuverlässigkeit in Person: Sandro Burki.

KEYSTONE

Die neunte Saison beim FC Aarau, die sechste Saison als Captain: Sandro Burki gehört beim FC Aarau quasi zum Inventar. «Der FCA ist und bleibt mein Verein», sagt der Mittelfeldspieler. «Das ist auch der Grund, warum ich meinen Vertrag kürzlich bis 2017 verlängert habe. Passiert nichts Aussergewöhnliches, werde ich meine Karriere im Brügglifeld beenden.» Burki gab sein Debüt in der ersten Mannschaft am 19. Juli 2006 im Heimspiel gegen Thun (1:1) und absolvierte danach 261 Meisterschaftspartien (16 Tore) und 20 Cupspiele (3 Tore).

Während der vergangenen neun Jahre hatte Burki zehn Chefs. Aaraus Nummer 6 trainierte der Reihe nach unter der Führung von Urs «Longo» Schönenberger, Ruedi Zahner, Ryszard Komornicki, Gilbert Gress, erneut Komornicki, Jeff Saibene, Martin Andermatt, Ranko Jakovljevic, Fredy Strasser, René Weiler und Sven Christ.

Laufstarker Denker

Burkis Rolle innerhalb des Teams veränderte sich mit dem Trainerwechsel von Weiler zu Christ. Als zentraler Mittelfeldspieler vor der Abwehr hat der laufstarke Denker, Lenker und Ballverteiler jetzt noch mehr Einfluss auf das Geschehen. «Christ legt viel Wert auf Kreativität», sagt Burki. «Wir haben mehr Ballbesitz als unter Weiler. Das kommt mir sicherlich entgegen.»

Dass Burki zuletzt kaum eine Partie verpasst hat, grenzt an ein Wunder. Im Frühjahr 2010 erlebt er den Knackpunkt seiner Karriere: Unmittelbar nach der Rückreise vom Trainingslager aus der Südtürkei in die Schweiz hatte der damalige Trainer Martin Andermatt nichts Besseres im Sinn, als die Mannschaft im Schachen trainieren zu lassen. Das Unheil nahm seinen Lauf.

Burki zog sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. «Ich hatte Glück im Unglück», blickt Burki zurück. «Weil nur das vordere Kreuzband in Mitleidenschaft gezogen wurde, war eine Operation nicht zwingend nötig. Ich trainierte weiter und legte dank speziellen Übungen an Muskelmasse zu. So konnte ich während den vergangenen viereinhalb Jahren ziemlich beschwerdefrei spielen.»

Wertvolle Stützen sind Konditions- und Rehabilitationstrainer Reto Jäggi und die beiden Physiotherapeuten Jean-Pierre Frey und Marco Dobler. Die drei «Wunderdoktoren» stehen Burki mit Rat und Tat zur Seite. So ist es möglich, dass sich Burki drei Tage vor seinem 29. Geburtstag das schönste Geschenk mit einem Sieg im Heimspiel gegen Thun selbst machen kann.