Fussball
Der kleine Rooney sucht sein Glück im «Big Apple»

Wayne Rooneys kleiner Bruder John spielt in der kommenden Saison der amerikanischen Profiliga MLS bei RB New York. Der Mittelfeldspieler will im Big Apple aus dem Schatten seines berühmten Bruders treten.

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John Rooney spielt künftig in New York Fussball. Keystone

John Rooney spielt künftig in New York Fussball. Keystone

Frank Sinatra brachte es einst auf den Punkt. «Wenn du es dort schaffst, dann schaffst du es überall», sang der Entertainer in seinem Welthit «New York, New York». Im Gesicht von John Rooney dürfte sich ein Lächeln ausbreiten, wenn er den Worten Sinatras lauscht. Er will es im Big Apple als Fussball-Profi schaffen. Und er will endlich mehr sein als nur der kleine Bruder von Wayne Rooney, dem Weltstar von Manchester United.

Deshalb hat er mit 20 Jahren bei RB New York in der amerikanischen Profiliga MLS angeheuert. In einer Liga, die den Ruf hat, dass dort Weltstars ihre Karriere in Ruhe ausklingen lassen – natürlich wird das Abenteuer USA mit einem üppigen Salär versüsst. Doch um das grosse Geld geht es Rooney nicht. «Hier bin ich nur ich selbst, niemand anderer. Und so sollte es auch sein», sagt er.

Dass John Rooney nur einer unter vielen Spielern ist, die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf das grosse Glück hoffen, wurde ihm schon bei der Suche nach einem Arbeitgeber klar. Der Mittelfeldspieler musste über den so genannten Draft, die jährliche Spielerlotterie, einen Verein finden. Zunächst schien sich kein Klub für Rooney zu interessieren, erst als 25.Spieler wurde er ausgewählt und landete in New York.

Wenn in ein paar Wochen die neue Saison beginnt, könnte Rooney keinen Geringeren als Frankreichs früheren Welt- und Europameister Thierry Henry mit Pässen bedienen. Trainer Hans Backe ist jedenfalls davon überzeugt, sich ein Juwel geangelt zu haben: «Ich war überrascht, dass wir ihn bekommen haben. Er arbeitet hart und hat ein exzellentes Passspiel.»

Wie sein Bruder Wayne wurde John Rooney im Jugendzentrum des FC Everton in Liverpool ausgebildet. Während es Wayne etwas weiter nördlich bei ManUnited schaffte, musste John die M6 Richtung Süden nehmen und landete bei Macclesfield Town. Obwohl Rooney zu 40 Einsätzen kam, verlängerte der Viertligist seinen Vertrag nicht.

Als er unter anderem im Probetraining bei Ex-Meister Derby durchgefallen war, wagte er den Schritt über den grossen Teich. «Ich dachte, es ist der ideale Zeitpunkt meiner Karriere, nach Übersee zu gehen. Bisher habe ich jede Minute genossen», sagt Rooney. Seit Ende 2010 hielt er sich in den USA fit, zuvor hatte er schon viele Spiele der Liga vor dem Bildschirm verfolgt.

John Rooney hat, wenn sich seine fussballerischen Qualitäten als angemessen erweisen, durchaus das Zeug, zum neuen Fan-Liebling in New York aufzusteigen. Dabei hilft ihm nicht nur, dass er seinen berühmten Bruder optisch um einiges übertrifft, sondern auch seine charmante Art. Bescheiden, mit einem gewinnenden Lächeln und einem RB-Schal um den Hals präsentierte er sich den Anhängern.

Zudem gab es schlagzeilenträchtige Alkoholexzesse oder Prostituiertenbesuche bislang bei John Rooney noch nicht, was in den USA durchaus als Vorteil zu bewerten ist. Nur: dass er mehr als der kleine Bruder von Wayne Rooney sein möchte, ist bei der Liga noch nicht ganz angekommen. Die wirbt nämlich damit, dass neben Henry und (David) Beckham bald auch Rooney in der MLS spielen wird. Dass es nur «Little John» ist, wird nicht verraten. (sid)