Es ist eine spezielle Konstellation. Der FC Basel trifft an den nächsten beiden Donnerstagen auf Sion. Diesen Donnerstag in der Liga. Am nächsten Donnerstag im Cupfinal. Wie geht man mit einer solchen Situation um? Ist das Liga-Spiel die Hautprobe für den Cupfinal? Oder versucht man, die Taktiken für den Cupfinal zu verbergen? "Die Frage ist doch, ob wir überhaupt noch etwas voreinander zu verbergen haben", sagt FCB-Trainer Urs Fischer und fügt erklärend an: "Wir treffen morgen schliesslich das vierte Mal in dieser Saison aufeinander."

Dass der FC Sion inzwischen den Trainer gewechselt hat, das spiele keine Rolle. Die Art, Fussball zu spielen, habe man im Wallis nicht wirklich verändert.

Aber zurück zur Hauptprobe, wenn es denn eine ist. "Natürlich macht man sich diese Überlegungen, ob man schon jene Mannschaft auflaufen lassen will, die auch im Cupfinal spielen soll. Man geht alle erdenklichen Variationen durch. Und dabei findet man bei jeder Variante Punkte, die dafür sprechen und solche, die dagegen sprechen." Irgendwann müsse man sich aber einfach festlegen. So einfach sei es.

Allesamt Hauptroben

Das Ligaspiel gegen Sion als Hauptprobe zu deklarieren, so weit will Fischer nicht gehen. Oder nur dann, wenn man die Spiele gegen Lugano und jenes gegen Thun - also die ersten beiden Spiele nach dem Gewinn der Meisterschaft - auch als solche sieht. "Wir haben uns gesagt, dass wir die Spannung hochhalten und nicht komplett runterfahren wollen: Wie das herauskommt, haben wir vor zwei Jahren gesehen. Daher ist jedes Spiel für uns eine Hauptprobe. Eine Hauptprobe darin, die Spannung hochzuhalten und die jeweils richtige Einstellung zu finden."

Daher ist es auch nicht nur das erste Spiel gegen Sion innert zwei Wochen, das als Test dient. Sondern auch jenes gegen YB vom Sonntag. "Es geht darum, positive Auftritte zu haben. Denn auch wenn man schon Meister ist, nimmt man die letzten Eindrücke mit. Siege sind wichtig. Wir wollen nicht immer nur unentschieden spielen."

Nicht auf Knopfdruck

Dass die ganze Situation aber nicht einfach ist, dass muss auch Fischer eingestehen. "Es ist unheimlich schwierig, die Spannung aufrecht zu erhalten. Da rede ich nicht nur für mich, sondern auch für die Spieler. Es ist nun einmal etwas anderes, wenn du es schon geschafft hast, als wenn du es noch nicht geschafft hast. Das bringst du einfach nicht aus den Köpfen hinaus mit Reden." Das Comeback gegen Thun habe zwar gezeigt, dass ein gewisser Drive sicher noch da sei. Aber dass es am Ende klappt, auf den Punkt, dafür müsse jeder selber sorgen.

Jedenfall ist für Fischer klar, dass dieser Weg, jener des Weitermachens und nicht des Schleifenlassens, der bessere ist. Denn: "Die Spannung auf Knopfdruck wieder abzurufen, das klappt eben nicht." Und auch da erinnert Fischer an das Spiel vor zwei Jahren.

Dass der scheidende FCB-Trainer überhaupt schon an ein Spiel, das in einer Woche erst stattfindet, denkt, ist ungewöhnlich für ihn. Normalerweise steht für ihn einzig und allein das nächste Spiel im Fokus. Aber der Spielkalender wollte es so, dass auch Fischer sich dieser speziellen Konstellation für einmal nicht entziehen kann und weiterschauen muss.