Super League

Der FCB müht sich mit einer schwachen Leistung zu einem 0:0 gegen Vaduz

Schwach, uninspiriert, ideenlos: der FC Basel kommt gegen den FC Vaduz nicht über ein 0:0 heraus. Vaduz zeigte eine starke Leistung und hatte die besseren Chancen.

Wenn die Traumfrau in der Disco plötzlich alleine an der Bar steht. Wenn das Jobangebot auf dem Tisch liegt, von dem man schon sein Leben lang träumt. Wenn endlich das Traumhaus leer steht, an dem man seit Jahren sehnsüchtig vorbeispaziert. Es gibt Chancen, die bieten sich nur einmal im Leben. Die Enttäuschung, wenn man sie nicht nutzt, ist riesig und wird noch lange anhalten.

So dachten gestern wohl auch die Fussballer des FC Vaduz. Als der Schiedsrichter die Partie gegen den FC Basel abpfeift, steht es 0:0. Auf den ersten Blick ein Erfolg für den Letzten im Duell gegen den Ersten. Es ist für Vaduz im zwölften Anlauf sogar der allererste Punktgewinn gegen den FCB. Trotzdem müssen sich die Spieler des Heimteams den Vorwurf gefallen lassen: Es wäre mehr dringelegen. Viel mehr. Hätten Dejan Janjatovic (55. Minute) und Armando Sadiku (71.) ihre grossen Möglichkeiten zum Torerfolg genutzt und hätte Schiedsrichter Klossner nach einer Stunde und dem Zweikampf zwischen Steffen und Von Niederhäusern Penalty gegeben und nicht weiterlaufen lassen, wären die Vaduzer ziemlich sicher als Sieger vom Platz gegangen. Verdient wäre es gewesen nach einer solidarischen und spielerisch überraschend guten Leistung.

So aber verpassten sie gegen pomadige Basler die Chance ihres Lebens. Ein Sieg hätte nicht nur einen Eintrag in die Geschichtsbücher bedeutet. Ein Sieg wäre ein Big Point im Kampf gegen den Abstieg gewesen. Ein fettes Ausrufezeichen im Duell mit Lugano, das gegen den FCB zuletzt zweimal bös unter die Räder gekommen war. Bleibt für das Team von Giorgio Contini zu hoffen, dass die zwei verpassten Punkte in der Endabrechnung nicht von entscheidender Bedeutung sind.

Späte Leistungssteigerung

Eine Chance verpasst haben gestern auch die Basler. Schuld daran waren jedoch nicht sie selbst, sondern die Berner Young Boys. Weil diese ihr Spiel gegen den FCZ souverän mit 3:0 gewannen, stand vor dem Anpfiff in Vaduz fest: Meister wird der FC Basel in Liechtenstein nicht. Ob das der Grund dafür war, dass der FCB anschliessend die Gier, die Spritzigkeit, die Aggressivität und die Coolness vermissen liess, die ihn in den Spielen zuvor auszeichnete? Dass er erst in der Schlussphase die Schlagzahl erhöhte und zu zwei, drei gefährlichen Aktionen vor Vaduz-Goalie Jehle kam? Die Vermutung liegt nahe, dass die Motivation höher gewesen wäre, hätte mit einem Sieg der Meistertitel gesichert werden können.

Aber: «Nein», war die einstimmige und vehemente Antwort aus dem rot-blauen Lager. Nichts da, das habe nichts damit zu tun gehabt. Vaduz sei der Grund gewesen für den durchschnittlichen Auftritt. «Alles, wirklich alles haben sie zugestellt. Das haben sie sehr gut gemacht. Und gleichzeitig hatten wir nicht unseren allerbesten Tag. Das muss man dann auch mal akzeptieren und mit dem einen Punkt zufrieden sein», so Trainer Urs Fischer.

Meisterparty im Joggeli?

Immerhin: Dieser eine Punkt hat zur Folge, dass der FCB am kommenden Samstag aus eigener Kraft Meister werden kann. Daheim im St. Jakob-Park, was zumindest für die Fans prickelnder ist als eine Meisterparty in der Fussballprovinz. Drei Punkte gegen den FC Sion – und Titel Nummer 19 wäre nicht nur gefühlt, sondern auch rechnerisch unter Dach und Fach. Fischer: «Das ist doch eine schöne Ausgangslage. Wir bestreiten jedes Spiel mit der Absicht, zu gewinnen. Auch gegen Sion.»

Vaduz - Basel 0:0

Rheinpark Stadion. – 5543 Zuschauer. – SR Klossner.

Vaduz: Jehle; Stahel, Bühler, Grippo; Von Niederhäusern, Ciccone, Kukuruzovic, Borgmann (76. Gülen); Sadiku, Janjatovic (86. Avdijaj), Costanzo (90. Burgmeier).

Basel: Vaclik; Suchy, Xhaka, Safari (77. Hoegh); Steffen, Bjarnason, Zuffi, Fransson, Aliji (73. Callà); Embolo, Iten (82. Delgado).

Bemerkungen: Vaduz ohne Fekete, Untersee, Muntwiler und Schürpf (alle verletzt). Basel ohne Akanji, Degen, Janko, Lang, Samuel, Sporar (alle verletzt) und Traoré (krank). 65. Lattenschuss von Steffen. – Verwarnungen: 22. Iten (Foul). 62. Suchy (Foul).

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

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