Super League

Der FCB ist früh in der Saison unter hohem Druck

FCB-Präsident Bernhard Burgener wird einmal mehr auf der Tribüne mitfiebern müssen

FCB-Präsident Bernhard Burgener wird einmal mehr auf der Tribüne mitfiebern müssen

Nach dem Verpassen der Europa-League-Gruppenphase, das ihn Millionenzuschüsse kostet, ist der FC Basel dringender als je darauf angewiesen, auf den Weg des Erfolgs zurückzufinden.

Schon ein Basler Heimsieg am Sonntag in der Super League gegen den FC Luzern könnte einiges begradigen.

Im Juni 2017 war die Welt beim FCB noch in bester Ordnung gewesen. Die Basler hatten das Double gewonnen und in der Super League zahllose Rekorde aufgestellt. Nur gut drei Jahre später registriert man beim Schweizer Serienmeister Zwistigkeiten, Unstimmigkeiten und zunehmende Erfolgsarmut.

Die Heimniederlage gegen CSKA Sofia in den Playoffs der Europa League könnte sich als fatal erweisen. In erster Linie wirtschaftlich. Nach schweren Verlusten in den letzten zwei Saisons ist der Klub klamm. Der FCB kann aber nur dann ein grosser Apparat mit hohen Ansprüchen bleiben, wenn die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Bleiben Einnahmen aus der Champions League oder aus der budgetierten Teilnahme an der Europa League aus, kann der Ausgleich nur im Transfermarkt erfolgen. Es müssen Spieler verkauft werden, die etwas wert sind.

Das Ganze kann einen Domino-Effekt haben, der sich rasch auf die sportliche Schlagkraft auswirkt. Diese wiederum ist vonnöten, damit der Klub im nationalen Vergleich nicht abgehängt wird. Wenn die Basler auf irgendeine Weise die Wende zum Guten nicht bald einleiten können, beisst sich die Katze in den Schwanz.

Nach dem bitteren Match gegen die Bulgaren gab ausgerechnet Captain Valentin Stocker vor den Mikrofonen von "Blue" Alarmsignale von sich. Seit 2017 sei die Mannschaft in einem Prozess auseinanderdividiert worden, sagte der 31-Jährige. Jetzt fehle es der Mannschaft an der Qualität. Diese grundsätzliche Aussage zu diesem Zeitraum zielt gegen die Klubführung unter Präsident Bernhard Burgener.

Auf dem Platz müsste jetzt ein Neuer den Rank finden: Ciriaco Sforza. Für den Wohlener ist der Start in Basel mit den Remis gegen Aufsteiger Vaduz, der Niederlage bei Servette und dem Out im Europacup albtraumhaft. Ein Sieg am Sonntag gegen Luzern im St.-Jakob-Park ist bitter nötig. Er könnte die Mannschaft, die Spieler und den Cheftrainer selbst aufrichten.

Vergleichsweisen lockere Vaduzer

Wie Basel hat auch Vaduz nach zwei Runden der Super League erst einen Punkt auf der Habenseite. Aber die Stimmung im Ländle ist eine ganz andere. Jeder Sieg des überraschenden Aufsteigers in der Super League ist ein Erfolg, der Ligaerhalt am Schluss der Saison wäre ein grosser Erfolg. Und so wird die Mannschaft des fest im Sattel sitzenden einheimischen Trainers Mario Frick auch am Sonntag in Bern ohne Sorgen und ohne zwingende Vorgaben gegen Meister YB antreten. Vaduz' Startprogramm könnte nicht schwieriger sein: auswärts gegen Basel und YB, dazwischen daheim gegen St. Gallen. Aber schon jetzt steht fest, dass die Liechtensteiner nicht ohne Punkte in die Länderspielpause gehen werden.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Basel - Luzern (3:0, 1:2, 1:2, 0:0). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Bieri. - Absenzen: Van der Werff (gesperrt), Xhaka, Petretta, Marchand, Zuffi und Isufi (alle verletzt); Schwegler, Binous und Burch (alle verletzt). - Fraglich: - ; Grether. - Statistik: Im St.-Jakob-Park treffen zwei Mannschaften aufeinander, die ihren ersten Sieg gut gebrauchen könnten. Für den FCB mit den unverändert hohen Erwartungen gilt es in besonderem Mass. Im April 2015 verloren die Basler zum letzten Mal in der Super League daheim gegen Luzern. Seither gaben sie in zehn Heimspielen gegen die Innerschweizer nur noch bei zwei Unentschieden Punkte ab.

St. Gallen - Servette (3:1, 2:1, 1:0, 1:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schnyder. - Absenzen: Lüchinger und Gonzalez (beide verletzt); Cognat (verletzt) und Fofana (noch nicht spielberechtigt). - Fraglich: Babic; Koné. - Statistik: Wenn man eine Mannschaft als sehr effizient bezeichnen kann, dann sind es die St. Galler. Aus zwei Toren haben die Ostschweizer sechs Punkte und die alleinige Leaderposition erwirtschaftet. Letzte Saison holten sie aus den vier Duellen gegen Servette zehn Punkte, sechs davon in den beiden Heimspielen. Damit schnitten sie gegen die Grenats deutlich besser ab als die Young Boys und Basel.

Young Boys - Vaduz. - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Tschudi. - Absenzen: Aebischer, Lauper und Petignat (alle verletzt); Coulibaly und Chande (beide verletzt). - Fraglich: Sulejmani, Martins, Spielmann und Maceiras; Antoniazzi. - Statistik: Die Berner hatten mit den Vaduzern recht oft ihre liebe Mühe, als diese von 2014 bis 2017 in der Super League zu Gast waren. Einmal liessen sie sich im Wankdorf 0:1 bezwingen, und das letzte Duell vor Vaduz' Abstieg verloren sie im Ländle ebenfalls 0:1. Aber dies alles geschah noch zu einer Zeit, als kaum jemand damit gerechnet hatte, dass aus YB ein Serienmeister werden würde. Am Sonntag sind die Berner der klare Favorit, auch wenn Vaduz im schweren Startprogramm (2:2 in Basel, 0:1 gegen St. Gallen) schon gepunktet hat.

Rangliste: 1. Lausanne-Sport 3/7 (8:3). 2. St. Gallen 2/6 (2:0). 3. Lugano 3/5 (6:5). 4. Young Boys 2/4 (2:1). 5. Servette 2/3 (2:2). 6. Sion 3/2 (2:3). 7. Luzern 2/1 (3:4). 8. Basel 2/1 (2:3). 8. Vaduz 2/1 (2:3). 10. Zürich 3/1 (3:8).

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