Europa League

Der FC Zürich bleibt gegen Napoli ohne Chancen

Napoli ist für den FCZ eine Nummer zu gross.

Der FC Zürich verliert das Sechzehntelfinalhinspiel in der Europa League gegen Napoli mit 1:3 – der europäische Spitzenklub war eine Nummer zu gross für die Zürcher.

Ernüchterung beim FC Zürich: Der Schweizer Cupsieger tat gegen die SSC Napoli keinen Stich und unterlag 1:3. Wobei das Ergebnis die krasse Unterlegenheit der Zürcher – mit Ausnahme der Schlussminuten – sogar nur unzureichend wiedergab. Damit reisen sie in zwei Wochen ohne jede Chance auf die Achtelfinalqualifikation nach Italien. Und das Abrutschen der Schweiz im Uefa-Ranking geht weiter.

Dabei hatten sie beim FCZ durchaus mit einem Exploit geliebäugelt. Hoffnungsvoll hatte Ancillo Canepa im Fernsehinterview kurz vor Spielbeginn noch gesagt, wer gegen Bayer Leverkusen gewinne, könne auch Napoli schlagen.

Mindestens eine Klasse stärker

Nach 20 Minuten dürfte der Präsident erkannt haben, dass dies lediglich ein frommer Wunsch gewesen war. Die Neapolitaner waren um mindestens eine Klasse stärker als die Ende Oktober in einer tiefen Krise steckenden Leverkusener. Wohl noch selten in seiner mehr als zwölfjährigen Amtszeit ist Canepas FC Zürich im eigenen Stadion so dominiert und vorgeführt worden wie gestern Abend im Letzigrund.

Erstmals seit August 2011 war wieder einmal ein Spiel des Stadtklubs ausverkauft und erstmals seit 2008 war dieser wieder in einem Europacupmatch nach der Winterpause engagiert gewesen.

Unterlegen wie selten

Es haben schon viele grosse Mannschaften wie der FC Liverpool, Real Madrid und die AC Milan hier ihre Aufwartung gemacht und meistens auch gewonnen. Doch so chancenlos war der FCZ vermutlich nie gewesen wie in dieser Februarnacht. Nachdem der FCZ in den ersten paar Minuten noch den Eindruck erweckt hatte, er sei gut im Spiel. Trainer Ludovic Magnins Massnahme, den Innenverteidiger Umaru Bangura als Scheibenwischer ins defensive Mittelfeld vorzuziehen, liess sich gut an.

Dann aber geschah, was einfach nicht passieren darf: Yanick Brecher spielte Verteidiger Andreas Maxsö an, der Däne die Kugel zum Goalie zurück, und weil dieser nicht in der Lage war, sie zu kontrollieren und den Ball zu Arkadiusz Milik prallen liess, hatte der Pole keine Mühe, für Lorenzo Insigne die 1:0-Führung aufzulegen.

Damit hatten die Italiener nach vier Auswärtspartien ohne Tor wieder einmal getroffen. Und nach dem 0:0 gegen Wettingen 1989 und dem 0:2 gegen YB 2014 erstmals ein Tor auf Schweizer Boden erzielt. Nur zehn Minuten später kam es dann noch dicker für die Gastgeber. Diese liessen nach einer Hereingabe von Aussenverteidiger Kevin Malcuit im Zentrum José Callejon gewähren und der Spanier traf mühelos zum 2:0.

Napoli in Bestbesetzung

Damit war dem Spiel der Stecker gezogen, die Spannung genommen. Auch wenn die Zürcher das Glück hatten, dass Schiedsrichter Milorad Mazic ein klares Penaltyfoul von Bangura an Kalidou Koulibaly übersehen hatte. Natürlich, die Schweizer hatten gegen Leverkusen einen Rückstand in einen Sieg verwandelt, aber nicht einen mit zwei Toren und nicht gegen einen Gegner dieses Kalibers.

Dessen Trainer Carlo Ancelotti, der seine Europa-League-Premiere gab, hatte seine bestmögliche Mannschaft nominiert. Der bisherige Captain Marek Hamsik war am Spieltag für geschätzte 20 Millionen Euro nach zwölf Jahren in Napoli nach China verkauft worden und der belgische Stürmer Dries Mertens wegen einer Verletzung nicht mitgereist.

Das Zeug zum Europa-League-Triumph

Ancelotti machte deutlich, dass es nun Napolis erklärtes Ziel ist, die Europa League zu gewinnen, nachdem seine Mannschaft in der Champions League denkbar knapp an Liverpool und dem PSG gescheitert war, in der Serie A gegen Juventus auf verlorenem Posten steht und auch in der Coppa ausgeschieden ist.

Der Panenka-Penalty von FCZ-Kololli im Video

Dass sie das Zeug zum Europa-League-Triumph hat, bewies sie eindrücklich. Daran ändert auch nichts, dass sie nach dem 3:0 durch Piotr Zielinski durch einen Penalty von Benjamin Kololli noch den Gegentreffer zum 3:1 hinnehmen musste und in der Schlussphase Glück bei einem Latten- und Pfostenschuss der Zürcher hatte. Ihr Gesamteindruck imponierte.

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