Super League
Der FC Luzern ist in Form: Erstmals seit 23 Jahren startet Luzern mit 2 Siegen

Zwei Spiele –zwei Erfolge: Der FC Luzern startet so gut in die Saison, wie schon lange nicht mehr. Jetzt stehen mit Spielen gegen Sassuolo und Basel den Zentralschweizern eine aufregende Woche bevor.

Markus Brütsch
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Lenkt das Spiel der Luzerner im Mittelfeld: Markus Neumayr.

Lenkt das Spiel der Luzerner im Mittelfeld: Markus Neumayr.

KEYSTONE

Mit einem 2:1-Sieg in Lugano und einem 4:3-Erfolg gegen GC hat die neue Saison für den FC Luzern optimal begonnen. Von einem Traumstart wollte Aufbauer Markus Neumayr aber noch nicht sprechen. «Klar, wir haben sechs Punkte, doch es sind erst zwei Runden absolviert», sagte der Deutsche.

Bemüht man allerdings die Statistik, dann wäre es gar nicht so falsch, von einem Traumstart der Zentralschweizer zu reden. Denn mit zwei Siegen haben sie seit 23 Jahren nicht mehr eine Saison eröffnet. 1993 gewannen sie gegen Xamax und Lausanne. In beiden Partien lief der heutige Wohlen-Trainer Martin Rueda als Libero auf und erzielte jeweils ein Tor. Im dritten Spiel verloren die Luzerner dann in Lugano 0:1.

«Wir haben gar keine Zeit, uns über die guten Resultate zu freuen», sagte Neumayr. Denn für seine Mannschaft geht es Schlag auf Schlag weiter. Es ist eine ziemlich aufregende Woche, welche auf den FCL wartet. Schon morgen steht die Reise nach Italien auf dem Programm, wo es am Donnerstag nach einem Heim-1:1 gegen Sassuolo um die Qualifikation für die Europa-League-Playoffs geht; und am Sonntag erscheint der FC Basel in der Super League zum Spitzenspiel der beiden einzigen verlustpunktlosen Mannschaften in der Swissporarena. Luzern ist saisonübergreifend seit neun Liga-Partien ungeschlagen. «Wir werden uns gegen den Meister sicher nicht verstecken. Vorerst aber liegt der Fokus ganz auf dem Spiel gegen Sassuolo. Die Chancen aufs Weiterkommen stehen 50:50», sagte Neumayr. «Wir wissen, wie man Tore schiesst, haben seit einem 0:1 gegen St. Gallen im Februar in jedem Spiel getroffen und versuchen nun, auch gegen Sassuolo unser Spiel durchzubringen.»

Der 30-Jährige wird diese Aufgabe ausgeruht in Angriff nehmen, wurde er doch wie Marco Schneuwly und Jakob Jantscher gegen GC geschont. «Die Rechnung des Trainers ist aufgegangen», sagte Neumayr, «aber natürlich möchte jeder Fussballer am liebsten in jedem Spiel zum Einsatz kommen.»

Dass Trainer Markus Babbel mit Neumayr aber den Regisseur, mit Marco Schneuwly den besten Torschützen und mit Jantscher einen EM-Fahrer gleichzeitig auf die Bank setzen konnte und Luzern dennoch gewann, zeigt, dass die Mannschaft in der Breite ordentlich aufgestellt ist. Und vor allem: Sie scheint mit dem aus Australien gekommenen zweifachen Torschützen Tomi Juric neben Schneuwly einen Stürmer zu haben, der weiss, wo das Tor steht. «Mit Ricardo Costa haben wir dazu eine grosse Persönlichkeit bekommen. Das ist ein toller Typ, der mit seiner Erfahrung ganz wichtig ist», lobte Neumayr den portugiesischen Innenverteidiger. Überhaupt wähnt er seinen Arbeitgeber auf einem guten Weg. «Es ist viel passiert im vergangenen Frühjahr. Wir haben grosse Fortschritte gemacht. Sowohl als Einheit wie auch betreffend Qualität», sagte Neumayr.

Den gestrigen Abend des Schweizer Nationalfeiertags hat der deutsche Familienvater wie viele Eidgenossen verbracht: «Ja, ich habe schon auch ein paar Raketen gekauft», sagte Neumayr, versprach aber, vor den wegweisenden Partien in den nächsten Tagen noch nicht alles Pulver zu verschiessen.