Die Stimmung im Training an diesem Freitagmorgen ist gelöst. Die Spieler des FC Basel lachen mehr als sonst, machen mehr Faxen als üblich und auch die Sprüche sitzen lockerer. Zum einen sicher, weil das Thermometer auf 15 Grad geklettert ist und die Sonne herrlich scheint. Zum anderen aber auch, weil die Einheit kürzer und weniger intensiv ist.

Und irgendwo im Hinterkopf dürfte sich auch noch ein nicht unwesentlicher Fakt eingeschlichen haben. Nämlich, dass für den FC Basel am Sonntag das Spiel gegen den Lieblingsgegner ansteht: den FC Sion. Notabene der Tabellendritte und stete Mit-Favorit auf Platz 2 in der Liga - der gegen den FCB aber eine rabenschwarze Bilanz aufzuweisen hat.

Denn kein Team in der Super League muss schon so lange auf einen Sieg gegen den FCB warten. 22 Mal sind der FCB und Sion seit dem letzten Sieg der Sittener – dem 3:0 am 31. Spieltag der Saison 2010/2011 – aufeinander getroffen. Und kein einziges Mal holte Sion die drei Punkte. Und auch der letzte Punktegewinn für Sion liegt schon etwas weiter zurück. Damals stand noch Paulo Sousa beim FCB an der Seitenlinie, und Fabian Frei erzielte das Tor für den FCB.

Das altbekannte Problem, das es zu lösen gilt

Es ist eine beachtliche Statistik. Aber auch eine, die nicht selbstverständlich ist. "Wenn wir diese Statistik noch einmal verbessern wollen, dann braucht es am Sonntag ein sehr gutes Spiel von uns. Denn wenn man sie machen lässt, dann wird es gefährlich."

Zwar hat Sion zuletzt zu Hause gegen St. Gallen verloren und ging in den letzten neun Runden insgesamt fünf Mal als Verlierer vom Platz. Aber trotzdem ist sich Fischer ob der Qualitäten des nächsten Opponenten sicher: "Sie sind gut besetzt, schalten nach Balleroberung sehr schnell um, gehen auf die zweiten Bälle und setzen den Gegner unter Druck, indem sie sehr hoch stehen."

Wie viel Mühe vor allem der letzte Punkt den Baslern bereiten kann, demonstrierte der FC Thun im Direktduell, oder auch zuletzt Vaduz in der ersten Halbzeit. Der Auftritt vom letzten Wochenende gab aber nicht nur deshalb auch jetzt noch zu reden: Denn in Vaduz, wo die Basler erstmals seit Anfang Dezember in der Liga Punkte haben liegen lassen, offenbarte der FCB wieder mal ein altbekanntes Problem: das ungenaue, ungenügende Spiel in der Zone 3.

Dessen ist sich auch Fischer bewusst. "Wir waren bis 20 Meter vor dem Tor flott unterwegs. Aber dann haben wir es einfach nicht fertig gespielt." Die letzte Konsequenz, die Präzision und auch die Genauigkeit hätten gefehlt. Alles Punkte, die Fischer im Bezug auf das Spiel vor dem gegnerischen Tor immer wieder moniert.

Delgado und Janko könnten wieder – Vailati nicht

Gleich eine Reaktion von seiner Mannschaft fordern wollte Fischer aber nicht. "Wenn man das muss, heisst das, dass man nicht zufrieden war. Das betrifft beim Spiel gegen Vaduz aber vor allem das Resultat. Was den Auftritt angeht haben wir einen rechten Aufwand betrieben. Wir hatten genügend Chancen in der Entstehung." 

Um im Abschluss genauer zu werden, trainierten am Freitag mit Dereck Kutesa, Mohamed Elyounoussi und Marc Janko drei Offensivakteure intensiv den Torabschluss. Und Matias Delgado musste an der Genauigkeit seiner Freistösse arbeiten. Janko und Delgado, die beide das Spiel in Vaduz verpassten, weil sie nicht ganz fit waren, könnten für Sonntag eine Option sein, sollte im Abschlusstraining vom Samstag nichts mehr dazwischen kommen.

So muss Fischer nur auf den in dieser Woche operierten Kevin Bua sowie Germano Vailati verzichten. Vailati spielte am Sonntag in der U21, musste dort aber in der 70. Minute raus, weil er seine muskulären Beschwerden noch einmal leicht gespürt hat. Tragisch sei es nicht, das Training in der Sonne musste er trotzdem auslassen.