Urs Fischer könnte es auch einfach abhaken. Schliesslich hat seine Mannschaft am Sonntag 1:0 gegen Zug gewonnen und sich damit für den Achtelfinal des Schweizer Cups qualifiziert. Aber er kann auch zwei Tage später nicht ganz verbergen, dass ihn die schwache Leistung seiner Mannschaft aufgeregt hat.

Auch wenn der Trainer des FC Basel sagt, seine Stimmung sei nach dem Cup-Match zwar «schlimmer als grummlig» gewesen, heute sei dies aber vorbei, nimmt man ihm das nicht ganz ab. 

Auf Nachfrage führt er dann auch aus, was ihn so genervt hat. «Bei allem Respekt, wenn der Gegner drei Ligen tiefer spielt, dann müsste der Unterschied schon grösser sein als ein stehender Ball.» Hinzu komme, dass man angesichts der Chancen, die man in der ersten Halbzeit hatte – alleine Mohamed Elyounoussi hatte deren drei – «auch mal über Effizienz sprechen muss», sagt Fischer. 

Chance auf Besserung

Entschuldigungen, wie dass Andraz Sporar sein erstes Spiel in der ersten Mannschaft seit sieben Monaten bestritten hat, wollte Fischer nicht gelten lassen. «Er hat drei Spiele in der U21 gemacht und dort gegen Teams aus der Promotion League gespielt.» Zug spielt eine Liga tiefer, in der ersten Liga. Bei all den Nerven, die der Sonntag Urs Fischer gekostet hat, nahm er seine Spieler aber – vor allem in Sporars Fall – zu Recht wieder in Schutz. «Es wäre ja verrückt, wenn ihm angesichts seiner langen Pause nichts fehlen würde.»

Allzu lange wollte Fischer ohnehin nicht über die Vergangenheit reden. Auch wenn es ihn sichtlich noch beschäftigte. Denn bereits am Mittwoch steht das nächste Spiel an, jenes gegen Lausanne. Es ist die zweite englische Woche für den FCB in Folge.

Was für das Trainerteam schwierig sei, weil die Spieler fast nur regenerieren und nicht trainieren und etwas einstudieren können, habe aber auch etwas Gutes: «Wenn man so viel spielt, kann man schlechte Resultate schnell korrigieren und besser als im Spiel zuvor auftreten.»

Das soll gegen das Überraschungsteam der noch jungen Saison gelingen. Von Platz vier grüsst Lausanne aktuell. Auf dem Weg dorthin zeigten die Westschweizer aber zwei Gesichter: Während Vaduz beispielsweise gleich mit einem 5:0 auseinander genommen werden konnte, kassierte Lausanne gegen YB eine 1:7-Klatsche. Zuletzt schied der morgige FCB-Gegner im Cup gegen das unterklassige Köniz aus. Beständig scheint nur die Unbeständigkeit. 

Fischer zeigt sich deshalb aber nicht siegessicherer. «Sie haben bislang gezeigt, dass sie eine Mannschaft sind, die Selbstvertrauen hat und sich auch nach Niederlagen nicht vom Weg abbringen lässt.»

Letzte Niederlage vor 15 Jahren 

Wie schwer es einem Lausanne machen kann, bekam der FCB in der Vorbereitung bereits zu spüren. Im dritten von sechs Testspielen unterlagen die Basler dem Super-League-Aufsteiger, weil man den Gegner «zu wenig gestört, zu wenig unter Druck gesetzt, und fast schon eingeladen hat», sagt Fischer. 

In Ernstkämpfen aber behielt der FCB gegen Lausanne zuletzt fast immer eine weisse Weste. Der letzte Punktgewinn der Lausanner geht auf den elften Spieltag der Saison 2012/2013 und ein 1:1 zurück, der letzte Sieg gelang dem morgigen Gastgeber vor 15 Jahren in der Saison 2000/2001, als Lausanne in Basel 3:2 gewinnen konnte. 

Damit rechnet in der aktuellen Situation niemand. Fischer wird seine Mannschaft im Vergleich zum Cup wieder stark verändern, wieder jenen vertrauen, auf die er in den bisherigen sieben Ligaspielen auch setzte. Auf seine eingespielte Mannschaft. Und somit mehrheitlich auf jene, die am Sonntag keine Standpauke – wie Fischer es selber nennt – über sich ergehen lassen mussten.