Europa League

Der FC Basel legt heute gegen Dnjepr auch europäisch los

Scheut keinen Einsatz: Basels Cabral gegen Jelle Vossen im Spiel gegen Genk. (Keystone)

Scheut keinen Einsatz: Basels Cabral gegen Jelle Vossen im Spiel gegen Genk. (Keystone)

Gegen den ukrainischen Spitzenklub Dnjepr Dnjepropetrowsk eröffnet der FCB heute Abend sein Jahr auf internationaler Ebene – vor rekordverdächtig kleiner Kulisse. Denn im Vorverkauf gingen gerade mal 6300 Karten weg.

Die Geschichte steht stellvertretend für seine Zuverlässigkeit. Cabral, der gebürtige Kapverde mit Schweizer Pass, erhielt von seinem Heimatland ein Aufgebot für den Afrika-Cup. Der kleine Inselstaat qualifizierte sich das erste Mal für das afrikanische Pendant der Europameisterschaft, Cabral hätte Geschichte mitschreiben können.

Vorbereitung statt Africa-Cup

Doch das interessierte ihn nicht. Der 24-Jährige entschied sich ohne Zögern gegen Ruhm und Ehre. Stattdessen flog er mit dem FC Basel ins Trainingslager nach Spanien, um sich dort abseits von jedem Trubel zusammen mit seinen Teamkollegen auf die Rückrunde vorzubereiten. «Ich habe mit dem Klub grosse Ziele und wollte nicht die ganze Vorbereitung verpassen», sagt Cabral.

Die erstmalige Teilnahme der Kapverden wurde zur Erfolgsgeschichte - das junge Team stiess sensationell in den Viertelfinal vor, wo es Turnierfavorit Ghana 0:2 unterlag. Bereut Cabral im Nachhinein seine Entscheidung? «Nein. Ich habe mich aber sehr gefreut für mein Heimatland», sagt er. Im letzten November hat er für die Kapverden bei der 0:1-Testniederlage gegen Ghana sein erstes und bislang einziges Länderspiel bestritten. Auch das Schweizer Nationaldress trug er schon: 19 Mal für die U21-Nati.

Apropos Bereuen: Dazu hat Cabral keinen Grund. FCB-Trainer Murat Yakin «belohnte» seine Klubtreue mit dem Startelfeinsatz am vergangenen Sonntag gegen Sion. Eine Überraschung, schienen doch Cabrals Tage als Stammspieler nach der Verpflichtung von Geoffroy Serey Die gezählt. Doch Yakin entschied sich, die Sechserposition vor der Abwehr doppelt zu besetzen; der Weg war frei für die Basler Nummer 24. «Cabral ist ein Spieler, den jeder Trainer braucht. Zuverlässig, fleissig und ein Teamplayer», sagt Yakin. Gegen die Walliser hielt Cabral Nebenmann Serey Die den Rücken bei dessen Offensivaktionen frei und war mitverantwortlich dafür, dass Sion zu keiner richtigen Torchance kam.

Ein Schritt näher am neuen Vertrag

Die starke Leistung beim 3:0 gegen den Titelkonkurrenten bringt Cabral nicht nur eine Einsatzgarantie für das heutige Heimspiel gegen Dnjepr, sondern auch näher an einen neuen Vertrag. Sein aktueller läuft am 30. Juni dieses Jahres aus. Nachdem Cabral und sein Berater Walter Fernandez im Dezember ein erstes Angebot des Klubs noch ausgeschlagen haben, sind sich die Parteien inzwischen näher gekommen. «Von beiden Seiten besteht das Interesse an einer Verlängerung», sagt Basels Sportdirektor Georg Heitz.

«Cabral weiss, was er am FCB hat: sportliche Perspektiven und die Sicherheit, dass am Ende des Monats der Lohn überwiesen wird», sagt Fernandez, «der Wunsch ist ein neuer Vertrag in Basel, aber es muss alles stimmen. Er hat auch eine Familie zu ernähren.» An Angeboten mangelt es dem Vater einer Tochter nicht: Der Mittelfeldpuncher ist bei Vereinen in Italien, Spanien und Frankreich begehrt. Nach dem Heimspiel gegen die Grasshoppers am 24. Februar sollen die entscheidenden Verhandlungen stattfinden.

Die besonderen internationalen Auftritte

Adilson Tavares Varela Cabral, wie er mit vollem Namen heisst, wechselte 2007 aus Lausanne nach Basel. Er ist somit, abgesehen von einem einjährigen Abstecher nach Sevilla (2008/09), neben Marco Streller und Valentin Stocker der dienstälteste Spieler beim Schweizer Meister. In bester Erinnerung sind seine Leistungen gegen die Topshots Europas: Im Dezember 2011 war er beim 2:1 gegen Manchester United einer der Besten auf dem Platz. Im Oktober 2010 sicherte er nach einem Solo mit anschliessendem Tor den 3:1-Sieg bei der AS Roma. War er in diesen Spielen noch Lückenbüsser, gehört Cabral mittlerweile zum Stamm. Seiner Zuverlässigkeit sei Dank.

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