Super League

Der FC Basel läuft immer mehr auf dem Zahnfleisch

Durch den Ausfall von Breel Embolo (links) muss der FC Basel auf zehn (!) Kaderspieler verzichten gegen YB. Cedric Itten ist damit so gut wie gesetzt im Sturmzentrum.

Durch den Ausfall von Breel Embolo (links) muss der FC Basel auf zehn (!) Kaderspieler verzichten gegen YB. Cedric Itten ist damit so gut wie gesetzt im Sturmzentrum.

Am Sonntag (16 Uhr im Liveticker) tritt der FC Basel in Bern zu seinem letzten Auswärtsspiel an. Die Aufgabe wird für die Basler aber alles andere als einfach. Denn Urs Fischer muss fast auf eine ganze Mannschaft verzichten.

Als sich Breel Embolo am letzten Montag gegen Luzern verletzte, dachten alle nur an etwas: die Europameisterschaft, die auf einmal in Gefahr sein könnte. Verpasst der 19-jährige Hoffnungsträger sein erstes grosses Turnier? Sicher ist das noch nicht. Sicher ist nur, dass er für seinen Verein, den FC Basel, in dieser Saison nicht mehr auflaufen kann.

Und damit bringt er seinen Trainer Urs Fischer in eine noch schwierigere Situation, als sie so oder so schon war. So sagt dieser zwei Tage vor dem Spiel gegen YB vom Sonntag auch ziemlich ernüchtert: «Ja, Breel kommt noch auf die Liste der Verletzten, und keiner kommt zurück.» Somit ist also auch klar, dass Marc Janko in Bern noch nicht spielen kann. Mit seiner Rückkehr wurde Anfang der Woche noch gerechnet. Ersetzen wird ihn sehr wahrscheinlich Cedric Itten, denn – und das gibt auch Fischer zu – eine andere Option hat er ja nicht. 

Ausfälle keine Ausrede

Aber es sind ja nicht nur Embolo und Janko, die passen müssen. Ganze zehn (!) Kaderspieler fehlen dem FC Basel. Alle zehn sind verletzt. Michael Lang, Taulant Xhaka und Behrang Safari fallen alle mit einem Muskelfaserriss aus, Philipp Degen schmerzt noch immer die Schulter, Manuel Akanji erholt sich von seinem Kreuzbandriss, Daniel Hoegh hat einen Bänderriss erlitten, Sporar fehlt wegen eines Sehnenrisses und Walter Samuel zwickt's noch immer in der Wade. Fischer: «Wir sind schon unheimlich dünn besetzt.»

Wer nachrechnet, der merkt: Dem FCB stehen nur noch 15 Spieler zu Verfügung. Fünf davon sind aus dem Nachwuchs. Einer davon ist Eray Cümart, der zuletzt drei Mal zum Einsatz kam. Er könnte gar noch in der U18 auflaufen, wie er das in der Hinrunde noch getan hat. «Bei ihm hat man auch gesehen, dass er Lehrgeld bezahlen musste.» Aber viel andere Möglichkeiten, als Cümart am Sonntag wieder einzusetzen, hat Fischer gar nicht. Denn vor allem die Abwehr ist stark betroffen von der langen Verletztenliste. «Da laufen wir wirklich auf dem Zahnfleisch.»

Fischer will all diese Ausfälle aber dennoch nicht als Entschuldigung gelten lassen. «Wir können einfach stolz auf uns sein, dass wir die Meisterschaft schon so früh haben entscheiden können.» Die letzten beiden Spiele gegen YB und GC wolle man aber natürlich trotzdem noch mit Anstand über die Bühne bringen. «Wir wollen uns von einer guten Seite präsentieren.» Dass dies einfacher wäre mit den potentiellen Stammspielern, will Fischer nicht negieren. Aber er versteht auch, dass bei Spielern wie einem Marc Janko vor dem anstehenden grossen Turnier im Sommer die Sensibilität besonders hoch ist. «Deshalb wollen wir auch kein Risiko eingehen.»

Abschied ohne Einsatz?

Doch je näher das Saisonfinale vom Mittwoch kommt, desto näher kommen auch die drei grossen Abschiede von Walter Samuel, Philipp Degen (beide Rücktritt) und Behrang Safari (Wechsel nach Schweden). Und genau diese drei Spieler sind eben verletzt. Ob es reicht für Mittwoch? «Das wüsste ich auch gerne», sagt Fischer. «Wenn es nach Walter gehen würde, dann würde er 90 Minuten spielen», sagt er weiter und fügt lachend an: «Aber bei ihm ist ja auch das Gute, dass es nicht so schlimm wäre, wenn er in eine muskuläre Verletzung laufen würde.»

Vor dem grossen Finale kommt aber noch das Spiel gegen YB. Fischer attestiert dem nächsten Gegner grosse Qualität. «Die hatte YB aber auch schon in der Vorrunde. Und jetzt haben sie eine schöne Serie hingelegt (YB gewann vier der letzten fünf Spiele, Anm. d. Red.). Sie haben irgendwo eine Konstanz gefunden. Manchmal braucht es eben Zeit, bis Automatismen greifen. Und jetzt ist es so weit.» Auch deshalb wird es für die dezimierte Basler Mannschaft alles andere als einfach, im letzten Auswärtsspiel Punkte mitzunehmen. 

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