Dem aufmerksamen Verfolger des FC Basel wird es im Verlauf der Partie gegen Lugano aufgefallen sein: Da war doch mal was! Die drei Heimspiele in dieser Saison, die weisen alle das gleiche Muster auf!

Zum Auftakt gegen Sion: 37 Minuten bieten die beiden Mannschaften nur Magerkost. Dann ein ruhender Ball für den FCB, Penalty, den Delgado zum 1:0 verwandelt. Zehn Minuten später steht es 3:0.

Vor eineinhalb Wochen gegen YB: Bis zur 55. Minute sind die Berner die bessere Mannschaft, Basel tut sich schwer mit dem Kreieren von Chancen. Dann ein ruhender Ball für den FCB, Freistoss, den Zuffi zum 1:0 verwandelt. 16 Minuten später steht es 3:0.

Gestern gegen Lugano: 45 Minuten lang ist Basel spielbestimmend, trifft aber das Tor nicht. Dann ein ruhender Ball für den FCB, Eckball, den Zuffi schlägt und Suchy verwertet. 15 Minuten später steht es 4:0.

Drei Heimspiele, drei Mal das gleiche Muster: Lange tut sich Basel schwer, die ersten Zuschauer beginnen mit den Füssen zu scharren, ehe ein ruhender Ball den Bann bricht und die nächsten Tore in kurzen Abständen fallen. Es zeigt dies erneut die Wichtigkeit der Standardsituation im modernen Fussball, in dem sich die beiden Teams aus dem Spiel heraus oft neutralisieren.

Und es zeigt die individuelle Klasse im Kader des FCB: Auch Sion, YB und Lugano durften im Joggeli Freistösse und Eckbälle schlagen – ohne zählbaren Erfolg. Hingegen hat der FCB gerade mit Delgado und Zuffi zwei Spieler in seinen Reihen, die mit ihren Zauberfüsschen aus dem Nichts Spiele entscheiden können.

Delgado mit Risswunde

4:1 gewinnt der FCB am Ende gegen Lugano. Nach Suchys Dosenöffner praktisch mit dem Pausenpfiff findet das Fischer-Team in der zweiten Halbzeit in die Räume, welche die tapferen Luganesi zuvor noch erfolgreich verteidigten. Es treffen Steffen (48.), Doumbia (53.) und Lang (61.). Höhepunkt ist das 3:0, als Steffen flankt, Delgado mit der Hacke (!) verlängert und Doumbia volley versenkt. Allein dieses Kunstwerk ist das Eintrittsgeld wert.

Auf der anderen Seite muss es für die Gegner des FCB frustrierend sein: Ob wie Lugano und Sion mit dem Fokus auf die Defensive, ob wie YB mit hohem Pressing und Vorwärtsdrang – am Ende gewinnt immer der FCB. Weil er die Mannschaft ist, die jederzeit einen Gang höher schalten kann.

Zwei kleine Wermutstropfen gibt es gestern Abend dennoch: Erst erzielt Lorenzo Rosseti den Ehrentreffer für Lugano (66.), das erste Gegentor im St. Jakob-Park in dieser Saison. Kurz darauf muss der erneut starke Delgado vom Platz – welche Folgen die Risswunde hat, gilt es abzuwarten.

Nach dem fünften Sieg im fünften Ligaspiel geht der Blick des FCB nach Monaco: Im Fürstentum werden am Donnerstag die Champions-League-Gruppen ausgelost. Es winken Heimspiele gegen Barcelona, Paris St. Germain oder Borussia Dortmund. Ob gegen diese Kaliber das Muster aus der Super League ebenfalls funktioniert?

Telegramm:

Basel - Lugano 4:1 (1:0)

26'012 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tore: 45. Suchy (Zuffi/Corner) 1:0. 48. Steffen 2:0. 53. Doumbia (Delgado) 3:0. 60. Lang (Zuffi) 4:0. 66. Rosseti 4:1.

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Balanta, Traoré; Xhaka, Zuffi; Bjarnason, Delgado (81. Boëtius), Steffen (62. Elyounoussi); Doumbia (73. Janko).

Lugano: Salvi; Mihajlovic, Sulmoni, Golemic, Jozinovic; Sabbatini, Vécsei (57. Ponce); Alioski, Mariani (77. Rey), Mizrachi (66. Ceesay); Rosseti.

Bemerkungen: Akanji, Serey Die, Sporar (alle verletzt), Bua (U21), Fransson (nicht im Aufgebot), Lugano ohne Culina, Piccinocchi (beide verletzt), Aguirre (nicht spielberechtigt). Verwarnungen: 19. Xhaka, 37. Balanta, 80. Delgado, 88. Golemic (alle Foul).

 Den Match zum Nachlesen hier im Liveticker: