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Der FC Basel betrieb viel Aufwand mit wenig Ertrag

Basel gewinnt das Hinspiel der dritten Champions-League-Qualirunde 1:0 gegen Tel Aviv. Trainer Murat Yakin ist trotzdem nicht zufrieden. Das Rückspiel in Israel wird ein hartes Stück Arbeit für die Mannschaft.

Viel Aufwand, wenig Ertrag. Mit diesem Eindruck blickt auch Trainer Murat Yakin auf das Spiel zurück: «Ich kann der Mannschaft nur einen Vorwurf machen: Sie hat das zweite Tor nicht gemacht.» Der Trainer des FC Basel dürfte kurz nach dem Abpfiff die hitzige Atmosphäre im Bloomfield-Stadion zu Tel Aviv vor Augen haben, von der er sich in der letzten Woche selber ein Bild gemacht hat. Am kommenden Dienstag tritt der FCB in Israel zum Rückspiel an, um dort den Einzug in die Playoffs perfekt zu machen. «Das wird ein ganz hartes Stück Arbeit, das wir uns selber eingebrockt haben», sagt Yakin.

Das Siegtor fällt in der 39. Minute im Anschluss an den schönsten Spielzug der Partie. Philipp Degen reagiert nach einem Zweikampf am schnellsten und wirft zu Salah ein. Über Streller und erneut Salah gelangt der Ball zu Diaz und von der Hacke des Chilenen zu Stocker. Dieser hat keine Mühe mehr, aus elf Metern Maccabis Goalie Pablo zu bezwingen.

Einziger Wermutstropfen: Der FCB müsste zu diesem Zeitpunkt längst führen. Vom Anpfiff weg zieht Yakins Team ein Powerplay auf, lässt Tel Aviv kaum Luft und gefällt mit durchdachten Passstafetten. Die Fäden im Mittefeld zieht Marcelo Diaz, von Yakin zum ersten Mal in die Startelf berufen und gleich die dominante Figur im Angriffsspiel des Heimteams. Aber auch der Chilene kann nicht verhindern, dass die letzten Pässe in den Strafraum ungenau ausfallen. Zu einer zweiten klaren Chance kommt Basel nur noch kurz vor dem Pausenpfiff, als Salah seinen Direktschuss von Garcia abgewehrt sieht. «Ein Tor kommt nicht von allein. Es braucht bis zum Schluss volle Konzentration», wird Trainer Yakin später bemängeln.

Mutige Gäste nach der Pause

Basel ist auch in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft, sieht sich aber einem wie verwandelten Gästeteam gegenüber. Plötzlich trauen sich die Israelis aus der eigenen Platzhälfte und stellen die teils unsortierte FCB-Abwehr vor grosse Probleme. Die grösste Chance vergibt Rade Prica in 70. Minute: Yann Sommer muss tatenlos zusehen, wie der Schuss des Schweden von der Latte ins Aus prallt.

Ebenfalls nur hoffen kann Sommer bei Chancen auf der anderen Seite. Hoffen, dass der Ball mindestens noch einmal den Weg ins Tor findet, um die Weisung von Murat Yakin umzusetzen. Dieser hatte am Vortag das Ziel ausgegeben, mit je einem Tor vor und nach der Pause eine gute Ausgangslage zu schaffen. Es bleibt bei der Hoffnung: Sowohl Salah als auch Streller lassen beste Möglichkeiten ungenutzt.

Als entscheidend könnte sich in
einer Woche herausstellen, dass der FCB gestern ohne Gegentor geblieben ist. Dies ändert jedoch nichts daran, dass das Rückspiel in Tel Aviv zum heissen Tanz wird. «Es ist noch gar nichts entschieden, unsere Chancen sind weiter gut», posaunt Maccabi-Trainer Paulo Sousa.

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