Schweizer Nati

Der Ersatz-Captain Lichtsteiner und der Klassen-Unterschied

Weil Gökhan Inler während der EM-Qualifiaktionspartie gegen Slowenien nur auf der Bank sass, führte Stephan Lichtsteiner die Schweiz an. Er sah beim 3:2 gegen Slowenien einen «Klassenunterschied».

Auf dem Platz ist Stephan Lichtsteiner voller Feuer. Er rennt als Aussenverteidiger die Linie rauf und runter. Er diskutiert. Er gestikuliert. Immer. Vielleicht als Captain noch ein bisschen mehr als sonst.

Als das Schweizer Werk vollendet ist, dieser späte 3:2-Sieg gegen Slowenien, erleben wir den ruhigen und abgeklärten Stephan Lichtsteiner. Jetzt analysiert er diese Partie ganz nüchtern. "Unser Rhythmus in den letzten 30 Minuten war beeindruckend. Damit hätten wir wohl fast jede Mannschaft der Welt vor Probleme gestellt."

Auf die Frage, ob so ein später, emotionaler Sieg vielleicht sogar wertvoller sei als ein von A bis Z souveräner, sagt er indes: "Ich denke, für das Selbstvertrauen wäre ein problemloser Sieg schon ein bisschen förderlicher. Aber klar, wir nehmen gerne auch ein solches Erfolgserlebnis."

Natürlich machte sich Lichtsteiner auch Gedanken über den schwierigen Start, über den 0:2-Rückstand, über einen Spielverlauf also, der die Schweiz beinahe in den Abgrund gestürzt hätte. "Uns fehlten ein bisschen die Cleverness und die Routine. Und die Slowenen nützten unsere Fehler eiskalt aus."

Ein Extra-Kompliment verteilte Lichtsteiner den Einwechselspielern. Embolo, Drmic und Stocker brachten am Ende den Umschwung. "Es ist ja nichts neues, dass wir ein breites Kader haben. Manchmal ist es ja ein wenig einfacher, von der Bank zu kommen, weil man noch frisch ist und die Gegner schon ein wenig müde. Aber die Einstellung und die Power, welche die drei gebracht haben, war beeindruckend."

Wie sieht Lichtsteiners Fazit aus? "Am Ende sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Aber wer die letzten 30 Minuten sieht, der hat einen grossen Klassenunterschied zwischen der Schweiz und Slowenien festgestellt. So ein Spiel kann auch anders laufen - dann gewinnen wir 3:0."

Noch ist die EM mathematisch noch nicht gesichert. Klar ist indes: Vier Punkte aus den letzten drei Spielen gegen England (Dienstag), San Marino und Estland reichen in jedem Fall für die Qualifikation. Die Prognose sei gewagt: Da wird nichts mehr schief gehen.

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