Kommt Nick von Niederhäusern beim FC Luzern mit einem Porträtbild in die Vitrine?Oder erhält der Aussenläufer des FC Vaduzin der Swissporarena sonst wo einen Ehrenplatz?

Zumindest ein kräftiges Dankeschön könnte der Super-League-Fünfte auf jeden Fall zuhanden des 26-Jährigen ins Ländle schicken. Vor allem dann, wenn die gegen Vaduz in diesem Jahr erspielten sechs Punkte mithelfen sollten, die Qualifikationsspiele für die Europa League doch noch zu erreichen.

Rückblende auf den 2. April: Im Spiel der 26. Runde besiegt der FC Luzern den FC Vaduz in der Swissporarena mit 5:1. Von Niederhäusern ebnet den Zentralschweizern dabei mit zwei verschuldeten Penaltys und einem frühen Platzverweis den Weg zu einem tollen Abend und einem ungefährdeten Sieg.

Gestern nun ereignete sich im Vaduzer Rheinpark Ähnliches. Die Gastgeber führten nach einer ansprechenden Leistung 1:0. Dejan Janjatovic hatte nach 35 Minuten einen missglückten Befreiungsschlag von Luzerns Goalie David Zibung technisch grossartig aus 40 Metern ins Tor geschlagen. Und kurz nach der Pause Armando Sadiku alleine vor Zibung das sicher scheinende 2:0 ausgelassen.

Von Niederhäusern greift ein

Wie fünf Wochen zuvor griff dann aber von Niederhäusern entscheidend ins Geschehen ein. Der Aussenläufer holte nach einer guten Stunde — wen wohl? — Hyka von den Beinen, ermöglichte Jakob Jantscher per Penalty das 1:1 und dem Gegner ein dreissigminütiges Überzahlspiel.

Denn Schiedsrichter Pascal Erlachner stellte den Sünder wegen des Notbremsefouls direkt vom Platz. Der Luzerner Topskorer Marco Schneuwly schliesslich nützte den Vorteil vier Minuten vor dem Ende zum 2:1-Siegtreffer .

«Wir haben das 2:0 verpasst und einen oder zwei Fehler zu viel gemacht», sagte hinterher der Vaduzer Trainer Giorgio Contini. «Es hat nicht sollen sein.» Torschütze Janjatovic sagte: «Jetzt haken wir dieses Spiel schnell ab und holen die drei Punkte am Mittwoch gegen den FC Sion.

Ebenfalls Anlass für Hader sah zur gleichen Zeit im Tessin Ezgjan Alioski. Der Flügel des FC Lugano sagte: «Wenn man aus zwei Metern das Tor nicht macht, ja dann …» Er selber hatte mit einem von GC-Goalie Joel Mall abgewehrten Schuss die besten Chancen der Gastgeber eingeleitet.

Weil aber bei den Nachschüssen Djordje Susnjar und Alexandre Rey aus kürzester Distanz das Kunststück fertig brachten, den Pfosten und die Unterkante der Latte zu treffen, blieb es nach einer Stunde zwischen Lugano und den Grasshoppers beim 0:0.

Doch es sollte für das Schlusslicht der Tabelle noch schlimmer kommen. Mit einem präzisen Schlenzer traf nach 79 Minuten der Brasilianer Caio zum 1:0-Sieg für die Gäste. Wenn deren Trainer Pierluigi Tami von einem verdienten Sieg sprach, dann deshalb, weil GC vor der Pause die deutlich bessere Mannschaft gewesen war.

Sascha Amhof, der Pechvogel der Schweizer Schiedsrichtergilde in dieser Saison, hatte den Zürchern nach einem Foul von Jonathan Sabbatini an Munas Dabbur überdies einen glasklaren Penalty verweigert. «Zum Glück hat auch Vaduz verloren», blieb Alioski zu sagen.

Die Chance des FCZ

Damit hatte es für alle drei letztklassiertenTeams in dieser 32. Runde eine Heimniederlage abgesetzt. Der FCZ (30 Punkte), der am Samstag gegen Basel 2:3 verloren hatte, durfte sich glücklich schätzen, war er weder von Vaduz (29) noch Lugano (28) überholt worden.

Ja, mit einem Heimsieg am Mittwoch im Direktduell mit Lugano können sich die Zürcher nun sogar um fünf Zähler von den Tessinern absetzen und dem Cupfinal am 29. Mai gegen denselben Gegner entspannter entgegenblicken.

Grotesk: Obwohl der FC St. Gallen beim 2:2 in Thun während 65 Minuten in Überzahl hatte spielen können, war ihm trotz einer 2:1-Führung kein Sieg gelungen. Dennoch war er mit seinem Punktgewinn der einzige «Sieger» im Abstiegskampf.