WM 2018
Der blaue Triumph – die Analyse zum neuen Fussballweltmeister Frankreich

Die Welt sieht blau. Frankreich ist Weltmeister. Aber die Welt weint auch mit den Kroaten. 4:2 endet der WM-Final, es war ein emotionales, stürmisches, phasenweise auch spektakuläres Spiel. Mit einem verdienten Sieger. Und einem grossartigen Verlierer, der nie aufhörte zu kämpfen, der so viel Herz zeigte, dass jeder Fussball-Fan am Ende etwas Mitleid hatte.

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Matthias Schrader

Vier Jahre nach Deutschland triumphiert also wieder ein Schweizer Nachbarland.
20 Jahre nach dem ersten Titel der Geschichte dürfen sich die Franzosen wieder Könige des Fussballs nennen. «Von einer anderen Welt», titelt «L’Equipe», die Sportbibel des Landes, als der Schlusspfiff ertönt.

Trainer Didier Deschamps ist der schlaue Kopf, der die vielen hoch veranlagten Fussballer zu einer funktionierenden Einheit formte. Deschamps stand 1998 noch als Spieler auf dem Platz. Das Kunststück, als Spieler und als Trainer Weltmeister zu werden, gelang vor ihm erst Franz Beckenbauer (De) und Mario Zagallo (Bra).

«Les Bleus» zeigten zwar nicht immer einen attraktiven Fussball. Aber bei keinem anderen Team stimmte die Balance so gut. Selbst die Genies waren sich nie zu schade für aufopfernden Kampf. Auch darum ist die Krönung zwei Jahre nach dem verlorenen EM-Final logisch.

Griezmann zu Tränen gerührt.
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Kimpembe und Lucas Hernandez nach dem Spiel.
Paul Pogba feiert nach dem Spiel.
Kroatiens Vida nach dem Spiel.
Präsident Macron feiert Frankreichs WM-Titel.
Frankreichs Trainer Didier Deschamps wird von den Spielern in die Luft geworfen. French players throw France head coach Didier Deschamps into the air celebrating at the end of the final match between France and Croatia at the 2018 soccer World Cup in the Luzhniki Stadium in Moscow, Russia, Sunday, July 15, 2018. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)
Deschamps wird in die Luft geworfen.
Frankreich feiert seinen WM-Titel.
Mandzukic enttäuscht nach dem WM-Final
Giroud (rechts) und Adil Rami feiert den WM-Sieg.
Frankreich feiert seinen Weltmeistertitel.
Ivan Perisic nach dem Spiel.
Frankreich feiert das 3:1.
Mbappe und Pogba beim Jubeln.
Mario Mandzukic schiesst den Ball an Torhüter Hugi Lloris vorbei und ins Tor.
Mbappe und Pogba feiern Frankreichs Führung.
Paul Pogba fokussiert auf den Ball.
Kylian Mbappe feiert sein Tor zum 4:1.
Pogba feiert sein Tor zum 3:1.
Ivan Rakitic
Alle wollen den Ball.
Giroud gegen Rakitic
Kylian Mbappe schiesst auf das Tor.
Der Argentinische Schiedsrichter Nestor Pitana
Rakitic gegen Giroud
Rakitic und Pogba sind zu schnell für die Kamera.
Jubel nach dem 2:1 für Frankreich.
Griezmann feiert sein zweites Tor.
Rakitic kritisiert die Entscheidung des Schiedsrichters.
Dejan Lovren spricht mit dem Schiedsrichter.
Lovren gegen Maruidi
Kroatien feiert den Ausgleich gegen Frankreich.
Kroatien freut sich über das Tor von Ivan Perisic zum 1:1.
Antoine Griezmann feiert mit Benjamin Pavard und Raphael Varane.
Antoine Griezmann feiert sein Tor,
Raphael Varane, Mario Mandzukic und Benjamin Pavard wollen den Ball mit dem Kopf treffen.
Ivan Rakitic reagiert auf eine Schiedrichterentscheidung
Luka Modric gegen Ngolo Kante
Madzukic gegen Umtiti
Pogba gegen Mandzukic (l.) und Rebic
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat allen Grund zu lachen: Seine Mannschaft geht 1:0 in Führung.
Pavard gegen Mandzukic
Umtiti fällt vor Kroatiens Mario Mandzukic.
Mandzukic (l.) neben Raphael Varane
Fans beider Lager sind bereit für den WM-Final
Fans beider Lager sind bereit für den WM-Final
Die Schlussfeier der WM 2018
Nicky Jam, der für den offiziellen WM-Song verantwortlich war, bei der Abschlussfeier. Auf seinem T-Shirt zu sehen: Sänger-Kollege und guter Freund J Balvin.
Die Schlussfeier der WM 2018
US-Sänger Will Smith
Weltmeister Frankreich? Wir werden es sehen...

Griezmann zu Tränen gerührt.

MARTIN MEISSNER

Das spektakuläre Scheitern der Favoriten und die Folgen

Dem torreichsten Final seit 1966 folgte eine Zeremonie in strömendem Regen. Für Russlands Präsident Wladimir Putin war sofort ein Regenschirm bereit, die Haupt-Akteure warteten etwas länger, aber das brauchte niemanden zu kümmern. Die Franzosen jubelten euphorisiert einfach immer weiter, die Kroaten zeigten Grösse in der Niederlage, es wird ihnen schnell gelingen, zu erkennen, wie wunderbar sie diese WM prägten.

WM 2018: Siegerehrung
23 Bilder
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron feiert den WM-Sieg Frankreichs.
Das magische Trio: Griezmann, Pogba und Mbappe feiern ihren WM-Titel.
Pogba und Mbappe feiern den WM-Sieg.
Paul Pogba mit dem WM-Pokal.
Nicht alle freuen sich über den Rummel um den Titel – Antoine Griezmanns Tochtre weint auf dem Arm ihres Papas...
...alles wieder gut.
Deschamps und der Pokal.
Corentin Tolisso macht den "Pingu".
Frankreich feiert seinen WM-Titel.
Frankreich feiert seinen WM-Titel.
Frankreich feiert seinen WM-Titel.
Regen bei der Siegerehrung.
Modric und Mbappe posieren mit ihren Trophäen.
Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic gratuliert Luka Modric zu seiner Auszeichnung als bester Spieler des Turniers.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron umarmt Kylian Mbappe.
Kylian Mbappe erhält die Auszeichnung "Bester junger Spieler".
Putin und Gianni Infantino sehen sich den WM-Pokal genau an.
Captain der Deutschen Nationalmannschaft 2014, Philipp Lahm, übergibt den WM- Pokal.
Ex-Weltmeister Philipp Lahm und Model Natalia Vodianova zeigen den WM-Pokal.

WM 2018: Siegerehrung

FACUNDO ARRIZABALAGA

Und Putin lächelte zufrieden, im Wissen, der Welt ein Fussball-Fest organisiert zu haben, das von keinen Skandalen, keinen Ausschreitungen oder gar Anschlägen überschattet wurde. Die «Washington Post», sonst nicht gerade im Verdacht, Russland oder die Fifa übermässig mit Lob zu überhäufen, schrieb gar vom «diesmal wirklich besten Turnier der Geschichte».

Nach 31 Tagen, 64 Spielen und 169 Toren steht die WM 2018 aber auch für diese Erkenntnis: Selbst grosse Fussball-Nationen wie Deutschland, Argentinien, Spanien oder Brasilien scheitern spektakulär, wenn sie nicht bereit sind, neue Einflüsse zuzulassen, und berechenbar werden. Dasselbe gilt für die Schweiz. Wenn die EM in zwei Jahren ein Erfolg werden soll, muss nach dem Stillstand zuletzt ein Umdenken stattfinden.