Vor zwei Jahren spulte die Schweiz im EM-Vorprogramm ihr Pensum in den Testspielen weitgehend emotions- und sieglos ab. Drei von vier Testspiele verlor sie im Frühjahr 2016. Die Negativserie hatte wenige Monate vor dem Turnier in Frankreich zu Grundsatzfragen und gefährlichen Diskussionen geführt.

Nach dem ersten Test des WM-Jahres 2018 lässt sich festhalten: Ein Déjà-Vue gibt es nicht. Schon nach 90 Minuten ist der erste Sieg Tatsache. Das Resultat ist in Testspielen zwar nur nebensächlich, und doch hielt der Schweizer Captain Stephan Lichtsteiner fest: "Wir wollten gewinnen und das ist uns gelungen. Also war es ein guter Test."

Blerim Dzemaili, der schon 2016 das erste Schweizer Tor des Jahres erzielt hat - damals im dritten Spiel und nach erst 211 Minuten - war der Matchwinner. Mit einer sehenswerten Direktabnahme war er erfolgreich. "Das Tor war schön, aber wichtiger war, dass die Mannschaft Charakter gezeigt und bewiesen hat, dass sie immer gewinnen will." Die Ausgangslage war in Athen nicht einfach. "Die Freundschaftsspiele sind da, um Selbstvertrauen zu holen. Und dann ist es nicht toll, wenn man in ein leeres Stadion einlaufen muss", so Dzemaili. Knapp 5000 Zuschauer hatten sich im weitläufigen Olympiastadion verloren.

Ein grosses Thema war im Schweizer Team das erstmals unter Vladimir Petkovic in einem offiziellen Länderspiel präsentierte 4-1-2-2-1. Ohne Flügelspieler wie Xherdan Shaqiri oder Admir Mehmedi stärkte der Trainer das Zentrum, in dem er neben Valon Behrami, Granit Xhaka und Dzemaili auch Remo Freuler in die Startformation nominierte. "Das ist der Plan B. Das haben wir in dieser Woche trainiert", sagte Granit Xhaka, der in diesem System etwas offensiver spielte als sonst.

Ohne die klassischen Flügelspieler sollten die Aussenverteidigern Ricardo Rodriguez und Stephan Lichtsteiner in der Offensive theoretisch mehr Platz vorfinden. Der Captain schwächte allerdings ab: "So viel Neues brachte der Systemwechsel nicht. Ich hatte immer viel Raum, um nach vorne zu stürmen."

Die verschiedenen Systeme wird Vladimir Petkovic mit seinem Staff in den nächsten Wochen analysieren. Das zeigt: Die Schweiz ist weiter als vor zwei Jahren. Statt Grundsatzdiskussionen steht vor der WM-Endrunde in Russland Fine-Tuning an.