FCB-Talent

Der an Lugano ausgeliehene Eray Cümart ist ein Mann für die Zukunft des FC Basel

Seit zwei Monaten spielt Eray Cümart (Mitte) leihweise beim FC Lugano. Gemeinsam mit Mirco Salvi (rechts) – einem weiteren FCB-Leihspieler.

Seit zwei Monaten spielt Eray Cümart (Mitte) leihweise beim FC Lugano. Gemeinsam mit Mirco Salvi (rechts) – einem weiteren FCB-Leihspieler.

Eray Cümart ist vom FCB an Lugano ausgeliehen. Und zeigt dort, wieso der FCB beim Planen an ihn denken muss.

«Was ich habe, ist kein Traum. Denn ich werde es zu meiner Realität machen.» Diese zwei Sätze strotzen nur so vor Selbstvertrauen. In das eigene Können und die Überzeugung, schon bald dort zu sein, wo man immer hin wollte.

Diese zwei Sätze hat sich Eray Cümart als Status im Whatsapp ausgesucht. Cümart, dieser erst 19-jährige Innenverteidiger. Dass er ein Versprechen für die Zukunft ist, konnte er schon vor einem Jahr andeuten, als er beim FC Basel nach dessen vorzeitigem Gewinn des Meistertitels fünfmal in Folge in der Super League zum Einsatz kam.

Eray Cümart reiste mit dem FC Basel 2015 zum Europa-League-Spiel nach Polen.

Eray Cümart reiste mit dem FC Basel 2015 zum Europa-League-Spiel nach Polen.

Heute, ein Jahr später, kommt Cümart auch regelmässig zu Einsätzen in der höchsten Liga. Der FCB ist ebenfalls Meister. Und doch ist alles anders für Cümart. Denn plötzlich ist er Gegner des FC Basel, und somit jenes Vereins, dem er seit 2009 angehört und bei dem er seither alle Stufen der Nachwuchsabteilungen erfolgreich durchlaufen hat.

In der ersten Mannschaft kam er aber nie über die Rolle der Ergänzung hinaus. Keine Schande bei Konkurrenten wie Marek Suchy, Eder Balanta oder Manuel Akanji. In der U21 aber zeigte Cümart Spiel für Spiel, was er kann. Vor allem in der Youth League. Und weckte damit Interesse. Im März bekam sein Berater einen Anruf vom FC Lugano. «Offenbar hat ihnen gefallen, was ich gezeigt habe. Sie brauchten einen Innenverteidiger und ich war genau der Spieler, der für sie passte», erzählt Cümart, als wir ihn telefonisch erreichen. Er habe nicht lange gezögert und zugesagt. «Ich wusste, dass ich Spielpraxis sammeln muss.»

Manuel Akanji ist für Eray Cümart starke Konkurrenz.

Manuel Akanji ist für Eray Cümart starke Konkurrenz.

Nur eine Niederlage mit Cümart

Zwei Monate ist dieser Entscheid nun her. Zwei Monate, in denen sich Cümart in die Stammelf Luganos gekickt hat. Dass das so schnell klappt, damit habe er nicht gerechnet, gibt er zu. «Aber ich habe von Anfang an alles gegeben in den Trainings und dem Trainer damit gezeigt, was ich draufhabe. Denn ich weiss, was ich kann.» Diesen letzten Satz hört man öfters von Cümart. Denn trotz seines jungen Alters ist er enorm überzeugt von sich. Genauso wie sein Trainer. Seit seinem Wechsel zu Lugano hat Cümart nämlich nur zwei Spiele verpasst. Und das auch nur, weil er damals noch nicht spielberechtigt war. «Ich bin froh, dass ich das Vertrauen mit Leistung auf dem Platz zurückgeben kann.» Und Leistung, die bringt er. Mit ihm auf dem Platz hat Lugano nur ein Spiel verloren – jenes gegen YB. Seither resultierten fünf Siege in fünf Spielen. Seine halbjährige Leihe ist gut für Lugano – und ihn selber. «Ich kann schon jetzt sagen, dass mich dieser Schritt weitergebracht hat.»

Eray Cümart (vorne) steht momentan für den FC Lugano im Einsatz.

Eray Cümart (vorne) steht momentan für den FC Lugano im Einsatz.

Der nächste Schritt ist das Duell mit Cümarts Noch-Arbeitgeber, dem FC Basel. «Das wird sehr speziell für mich. Ich spiele das erste Mal gegen den Verein, in dem ich aufgewachsen bin.» Er sei unglaublich motiviert. Und an einen Sieg seines Teams, wie könnte es bei ihm anders sein, glaubt er auch. Es wäreauch ein weiteres Bewerbungsschreiben für seine Zukunft. Denn noch weiss Cümart nicht, was im Sommer passieren wird. Kontakt mit dem Sportchef in spe, Marco Streller, habe es noch keinen gegeben. «Ich denke im Moment nur daran, die Rückrunde gut zu Ende zu spielen.»

Lugano-Erfahrung als Vorteil

Dass es ihn aber reizt, Teil des neuen FCB zu sein, daraus macht er kein Geheimnis. «Das Konzept, das präsentiert wurde, ist eine Motivation mehr für die jungen Spieler, Gas zu geben. Dazu zähle ich auch mich.» Würde ihn der künftige Cheftrainer Raphael Wicky, den er noch aus seiner Zeit bei der FCB-U21 kennt, als Teil der ersten Mannschaft wollen, würde es ihn freuen. Und sollte es so weit kommen, dann traut er sich auch einen Stammplatz zu. «Wenn ich zurückkäme, hätte ich jetzt auch Erfahrung in der Super League aufzuweisen.»

Sergio Ramos ist Eray Cümarts Idol.

Sergio Ramos ist Eray Cümarts Idol.

Neben der Erfahrung sollen ihm dabei noch jene Attribute helfen, die er, wie er sagt, schon jetzt mit seinem grossen Idol Sergio Ramos gemeinsam hat: Die Aggressivität und den Leadership. «Letzteren habe ich mir in den Jahren im Nachwuchs angeeignet. Ich war dort stets ein Leader und oft auch der Captain.» Also wäre der logische Schritt in der Zukunft, die Binde auch in der ersten Mannschaft zu tragen? «Das traue ich mir durchaus zu.» Alles andere hätte auch überrascht.

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