Kommentar

Der Adler und die vielen Fehler: Warum hat der Verband weggeschaut?

Jetzt muss der Verband um Peter Gilliéron mit der Adler-Affäre klarkommen.

Jetzt muss der Verband um Peter Gilliéron mit der Adler-Affäre klarkommen.

Vier Tage nach dem Spiel der Nati gegen Serbien ist die Doppeladler-Affäre immer noch ein Thema. Die Verantwortung hat dabei der Verband. Doch wieso liess es der SFV so weit kommen?

Auch vier Tage nach dem WM-Spiel Schweiz gegen Serbien ist die Adler-Affäre nicht ausgestanden. Im Gegenteil: Xhaka, Shaqiri und Lichtsteiner drohen Sperren. Der Torjubel ist in der ganzen Schweiz ein grosses Thema.

Die Frage ist nicht mehr, ob der Jubel mit dem Doppeladler dumm und provokativ war oder ob man für die überschwänglichen Gesten ein gewisses Verständnis hat. Die Frage ist: Warum ist es überhaupt dazu gekommen? Der Schweizer Fussballverband hat es nicht geschafft, seine Spieler für die Thematik zu sensibilisieren.

Schlimmer noch: Er hat Xhaka, Shaqiri und alle anderen mit kosovarischen Wurzeln alleine gelassen. Die Strategie der Fussball-Bosse war: Weghören, wegschauen, unter den Teppich kehren. Politische Dimensionen beim Spiel Schweiz gegen Serbien? Nein, auf keinen Fall. Für niemanden. Schon gar nicht für die Spieler. Das war die Message. Und die war fahrlässig.

Das sagt SFV-Präsident Gilliéron zum Fifa-Disziplinarverfahren:

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Den Spielern wurde untersagt, sich öffentlich zu den Hintergründen zu äussern. Es scheint, gegen deren Willen. Shaqiri und Xhaka waren durchaus bereit, zu erzählen, von ihren Geschichten, die von abgebrannten Häusern in der Verwandtschaft und Gefängnisstrafen in der eigenen Familie handeln. Auch davon, was alles auf sie einprasselt.

Via direkten Kontakt aus ihren beiden Heimatländern, aber auch via soziale Medien. Gerade im Vorfeld des Spiels gegen Serbien. Es wäre angebracht gewesen, dem Thema offen zu begegnen. Doch der Verband tat alles, um eine Debatte zu verhindern. Und muss jetzt damit klarkommen, dass es überhaupt zur Adler-Affäre gekommen ist.

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